Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877 › scan 198
Scan 198
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
14 lines. Read by computer on 12 September 2026. Printed page 192. See the scan on archive.org.
1wärtig als Professor der Musik an der West-Chester-Akademie in West-Chester (Pennsylvanien).
3Müller, Christian Heinrich, geboren am 10. Octbr. 1734 zu Halberstadt, war einer der gediegensten Orgelspieler seiner Zeit und starb als Domorganist in seiner Vaterstadt am 29. Aug. 1782. Bei seinen Zeitgenossen erfreute er sich auch als Componist von Kirchenstücken eines grossen Rufes, doch ist ausser einigen vierhändigen Claviersonaten nichts im Druck erschienen.
5Müller, Donat, geboren am 3. Jan. 1804 zu Biburg in Baiern, wurde Singknabe am Dome zu Augsburg und genoss hier, während er das St. Annen-Gymnasium besuchte, den Unterricht des Dom-Kapellmeisters Franz Bühler (s. d.). Schon im J. 1820 wurde er als Organist an der Kreuzkirche angestellt, 1826 in gleicher Eigenschaft an der Maximilianskirche. 1837 wurde er Musikdirektor an der St. Georgskirche und 1839 in dieselbe Stellung an der St. Ulrichskirche berufen. Donat M. hat sich durch zahlreiche Kirchencompositionen einen Namen gemacht; auch an mehreren Opernstoffen soll er sich versucht haben, wovon indessen nichts bekannt geworden ist.
7Müller, Elise, Tochter des Doctor Wilhelm Christian M. (s. d.) und Schwester von August Wilhelm M. (s. d.), geboren zu Bremen 1782, hat sich um das Musikleben in ihrer Vaterstadt grosse Verdienste erworben. Neben der umsichtigen Leitung einer Töchter-Erziehungsanstalt gewann sie noch Zeit, viele Pianofosteschüler zu unterrichten und selbst als Pianistin aufzutreten, und excellirte in der Wiedergabe der Beethoven’schen Clavierwerke ebenso, wie ihr Bruder als Quartettspieler. In Gemeinschaft mit ihm wurde sie eine der Haupttriebfedern zur Gründung der Singakademie in Bremen.
9Müller, Franz (Karl Friedrich), geboren 1806 zu Weimar und im Alter von 70 Jahren als Regierungsrath daselbst gestorben, hat sich als Schriftsteller in dem Kampfe über und für die Wagner’sche Musikrichtung besonders hervorgethan. Er schrieb eine Anzahl mehr oder minder umfangreicher Bücher, welche den Zweck verfolgten, das Publikum über den Inhalt der einzelnen Wagner’schen Kunstwerke zu orientiren; als das wichtigste darunter wird »Richard Wagner und das Musikdrama« genannt. Ein Werth für die Kunstgeschichte ist allen diesen dilettantischen Versuchen nicht beizumessen.
11Müller, Franz Friedrich Georg, Violinist, s. Müller, Gebrüder I.
13Müller, Friedrich, geboren am 10. Decbr. 1786 zu Orlamünde im Herzogthum Sachsen-Altenburg, war der Sohn des dortigen Stadtmusicus. Schon 1802 wurde er nach Rudolstadt berufen und hier als Violoncellist und Clarinettist bei der Kapelle angestellt. Später wurde er Führer der zweiten Violine und erhielt den Titel eines Hofmusicus, bevorzugte aber nach wie vor die Clarinette, welche er mit grosser Virtuosität behandelte. In Folge seiner umfassenden praktischen Kenntniss der Instrumente erhielt er 1816 den Auftrag, die Militärmusik neu zu organisiren und unterzog sich dieser Aufgabe mit so viel Eifer und Geschicklichkeit, dass er mit der Leitung der Militärmusik und der Direktion der Hofblasemusik betraut und zum Kammermusicus ernannt wurde. Als 1831 der Kapellmeister Eberwein starb, wurde er zum Dirigenten der fürstl. Kapelle mit dem Prädikat als Musikdirektor befördert, und 1835 ernannte ihn der Fürst zum wirklichen Hofkapellmeister. 1853 wurde ihm zur Feier seines 50jährigen Dienstjubiläums der Rang eines fürstl. Rathes verliehen; im folgenden Jahre trat er in den wohlverdienten Ruhestand. Auf seinen Kunstreisen, die er als Clarinettist in seinen jungen Jahren unternahm, trat er in Berührung mit den ausgezeichnetsten Künstlern der Zeit, wie L. Spohr und Fr. Schneider, und blieb auch in der Folge in freundschaftlichen Beziehungen zu denselben. Von seinen zahlreichen Compositionen sind hervorzuheben zwei Sinfonien für grosses Orchester, ein Preisquartett für Clarinette, Violine, Viola und Violoncell, mehrere Hymnen für Gesang und Orchester, besonders aber viele Bravourstücke für Blasinstrumente, namentlich für die Clarinette.
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.