Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877 › scan 92
Scan 92
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
10 lines. Read by computer on 12 September 2026. Printed page 86. See the scan on archive.org.
1tercere, que contiene las reglas mas notables y precisas, que escriban todos los doctos escritores de el arte de canto de órgano«.
3Martin, Casimir, französischer Clavierfabrikant, lebte in jüngstverflossener Zeit zu Paris und ist der Erfinder des sogenannten Chirogymnastes, eines Apparates, welcher den Fingern der Pianisten Biegsamkeit verschaffen sollte. Zugleich verfasste er eine kleine Schrift dazu, betitelt: »Méthode de chirogymnaste, ou gymnastique des doigts« (Paris, 1845).
5Martin, Claude, französischer Contrapunktist und Musikgelehrter, geboren zu Couches in Bourgogne, lebte um die Mitte des 16. Jahrhunderts zu Paris und gab heraus: »Elementorum musices practicae pars prior etc.« und sechs Jahre später: »Institution musicale non moins brève que facile etc.« Auch hat man von ihm gefunden: »Tractatus de musica«, sowie einige Magnificats über die ersten fünf Töne zu vier Stimmen (Paris, 1540).
7Martin, François, vortrefflicher französischer Violoncellist und Komponist, lebte 1750 zu Paris, wo er beim Herzog von Grammont Anstellung hatte. Mehrere Kirchenstücke seiner Composition sind mit Beifall zur Aufführung gelangt; ausserdem kennt man von ihm Streichtrios, Cantatilen und Violoncello-Sonaten. M. starb 1773 zu Paris.
9Martin, Jean Blaise, berühmter französischer Baritonsänger der Komischen Oper, wurde am 14. Octbr. 1769 zu Paris geboren. Früh verlor er seinen Vater und erhielt seine Erziehung, zu der vom siebenten Jahre an auch Musik trat, durch einen Oheim. Bis zu seinem neunten Jahre hatte er bereits sehr bedeutende Fortschritte gemacht, und besonders hatte sich seine herrliche Sopranstimme entwickelt, so dass man ihn mit Vorliebe als Solisten in Gesellschaftsconcerte zog. Während der Mutation seiner Stimme warf er sich mit Fleiss auf das Violinspiel und bewarb sich sogar um eine Stelle im Orchester der Grossen Oper, allein vergebens. Auch als Baritonist wollte es ihm nicht gelingen, trotzdem sich seine Stimme wunderbar entwickelt hatte und bei entschiedenem Baritonklange die Tenorhöhe mit der Sonorität des Basses vereinigte. Da liess er sich 1788 mit einigen italienischen Gesangnummern in den Concerten im Hôtel de Bullion hören, und die Folge war ein Engagement im Theater Feydeau, wo sein frischer, kraftvoller Gesang ungemein gefiel, obwohl er nichts weniger als Schauspieler war und sich durch Schwerfälligkeit und Hässlichkeit unvorteilhaft auszeichnete. Bewundernswerth ist es, wie er im Laufe seiner langen Bühnenlaufbahn diese üblen Eigenschaften zu überwinden wusste, so dass er immerhin selbst in der Opéra comique erträglich war. Er studirte nun in seiner Anstellung den französischen Operngesang nicht minder wie den italienischen und hatte an den Talenten Viganoni’s, Mandini’s und der Morichelli die glänzendsten Vorbilder. Dennoch vermochte er gewisse Fehler in der Stimmbildung niemals abzulegen. Nach den glänzendsten Erfolgen im Theater Feydeau bis 1794 wurde er mit einer enormen Gage für das Theater Favart gewonnen, wo er Elleviou, Madame St. Aubin, Chenard und Madame Dugazon zu berühmten Partnern hatte. Als 1801 sich die Theater Feydeau und Favart zur Opéra comique vereinigten, wurde M. Mitglied dieses Instituts und gehörte demselben als eine der Hauptzierden bis 1823 an, worauf er sich pensioniren liess. Als er sich 1826 bewegen liess, in einigen seiner früheren Hauptrollen wieder zu erscheinen, entzückte er das gesammte Publikum, und man wollte seine Stimme so schön und klangvoll wie jemals zuvor finden. Auch 1834 trat er wiederum auf, aber nun vermochte man nur noch die Geschicklichkeit zu bewundern, mit denen er die Trümmer seiner Mittel noch immer zur Geltung brachte, so besonders in der von Halévy eigens für ihn geschriebenen einaktigen komischen Oper »La vieillesse de Lafleur«. Seitdem wirkte er nur noch als Gesanglehrer am Conservatorium zu Paris, an dem er 1825 angestellt worden war. Gestorben ist er am 18. Octbr. 1837 in einem Landhause seines alten Freundes und Collegen Elleviou unweit Lyon. Er war übrigens auch Tenor der Kapelle
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.