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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1Müller, G., starb im November 1867 mit dem Titel eines Concertmeisters in Darmstadt. Ueber sein Leben ist nichts bekannt geworden, aber er verdient Erwähnung als einer der selten auftretenden grossen Virtuosen auf dem Contrabass. — Ein anderer G. (Georg ?) Müller, aus Augsburg gebürtig, hat sich zu Ende des siebenzehnten Jahrhunderts in Süddeutschland als Orgelbauer einen berühmten Namen erworben. Das bedeutendste unter seinen Werken ist die 1695 erbaute schöne Orgel in der Kirche Assumptionis V. B. zu Solesino.
3Müller, Georg, geboren am 4. Octbr. 1799 zu Orlamünde im Herzogthum Sachsen-Altenburg, jüngster Bruder von Friedrich M. (s. d.), wurde gleichfalls schon als Knabe von seinem Vater auf den verschiedensten Instrumenten praktisch unterrichtet und auch im J. 1814 in der fürstl. Kapelle zu Rudolstadt als Contrabassist und bei der Hofmusik als erster Fagottist angestellt. Später erhielt er den Titel eines Hofmusikus und starb als solcher 1862. Auch hat er eine Musikalien-, Verlags- und Sortimentshandlung gegründet, welche sich durch gute Verlagsartikel auszeichnete.
5Müller, Gebrüder I. — Unter diesem Namen haben sich die sämmtlich in Braunschweig geborenen vier Söhne des Aegidius Christoph M. (s. d.) vom Jahre 1831 ab als die ausgezeichnetsten Quartettspieler, welche man bis dahin je gehört, einen europäischen Ruf erworben. Sie waren alle vier gleichfalls in Braunschweig angestellt, und zwar der älteste Bruder: Karl Friedrich, Violinist, geboren am 11. Novbr. 1797, als Concertmeister; der zweite Theodor Heinrich Gustav, Bratschist, geboren am 3. Decbr. 1799, als Sinfoniedirektor; der dritte, August Theodor, Violoncellist, geboren am 27. Septbr. 1802, als Kammermusiker; und der jüngste: Franz Ferdinand Georg, Violinist, geboren am 29. Juli 1808, als Kapellmeister. Den Grund zu ihrer Kunstfertigkeit legten die Brüder sämmtlich bei ihrem Vater. Nur der älteste, Karl, kam 1811 nach Berlin, wo er den Unterricht W. Möser's genoss und so bedeutende Fortschritte machte, dass er trotz seiner Jugend schon im folgenden Jahre als königl. Kammermusiker angestellt wurde. 1817 nach Braunschweig zurückgekehrt, machte er mit seinem Vater mehrere Kunstreisen durch Deutschland. Die empörende Strenge des Herzogs Karl, der seinen Künstlern verbot, ausser dem Theaterdienst sich in keiner Weise an dem Musikleben der kleinen Residenz zu betheiligen, veranlasste die Gebrüder M., nachdem sie es durch den eisernsten Fleiss im Quartettspiel zu einer ungewöhnlichen Höhe gebracht hatten, ihren Abschied zu fordern. Zwar machte die bald darauf ausbrechende Revolution von 1830 der Willkürherrschaft des Herzogs Karl ein plötzliches Ende, und das neue Gouvernement beeilte sich, die ausgezeichneten Künstler auf's Neue zu fesseln, aber die gewonnenen Resultate des fleissigen Zusammenspiels sollten nun nicht ungenützt bleiben. Sie unternahmen daher 1831 einen Probeausflug nach Hamburg, der vom besten Erfolge gekrönt war, und 1832 einen zweiten nach Berlin, wo sie anfangs nur wenig Anklang fanden, bald aber das Publikum förmlich begeisterten. Damit war ihr eigentlicher Kunstberuf entschieden. 1833 besuchten sie Bremen, Leipzig, Dresden, Wien, München, Paris, Karlsruhe, Frankfurt; 1837 den Rhein von Aachen bis Köln; 1838 Kopenhagen und Holstein; 1839 Prag, Berlin, Stettin; 1840 Erfurt, Kassel und den Rhein; 1844 Ostpreussen; 1845 Petersburg, Dorpat, Riga; 1852 Holland; 1853 Breslau und Wien, und überall, wohin sie kamen, fanden sie eine gleich begeisterte Aufnahme. In diesem Quartette spielte Karl, der älteste, die erste Violine und Georg, der jüngste, die zweite, Gustav die Bratsche und Theodor das Cello. Im J. 1855 machte der Tod diesem innigen Zusammenwirken ein Ende: Georg starb am 22. Mai und Gustav folgte ihm schon am 7. Septbr. desselben Jahres nach. Karl starb am 4. April 1873 und Theodor am 20. Octbr. 1875.
7Müller, Gebrüder II. — Nachdem der im vorstehenden Artikel genannte Quartettverband durch den Tod zerrissen worden war, bildete sich aus den vier Söhnen jenes ältesten Bruders Karl Friedrich M. ein neues Quartett.
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