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Scan 200
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1Es waren dies Bernhard, geboren am 24. Febr. 1825, Bratschist; Karl, geboren am 14. April 1829, erste Violine; Hugo, geboren am 21. Septbr. 1832, zweite Violine; Wilhelm, geboren am 1. Juni 1834, Violoncello. Dieses neue Quartett, aufgewachsen unter den Augen und in der Schule des berühmten Vaters und seiner Brüder, wurde in Meiningen gefesselt; alle vier erhielten den Titel Kammervirtuosen, Karl ausserdem den eines Concertmeisters. Aber mit Anfang des Jahres traten sie in die Fusstapfen ihrer Vorgänger, unternahmen gleichfalls grosse Concertreisen und fanden enthusiastische Aufnahme, namentlich in Berlin, Petersburg, Kopenhagen und anderen grossen Städten. Im Frühjahr 1866 wählten sie Wiesbaden als bleibendes Domicil, doch schon im Octbr. desselben Jahres erhielt Karl einen sehr vortheilhaften Ruf als städtischer Musikdirektor in Rostock, und als er diesen Ruf annahm und dorthin übersiedelte, folgten ihm die Brüder nach und erhielten Anstellungen im Rostocker Orchester. In der Saison 1867 erwachte der Wandertrieb von neuem, da aber Karl durch seine Stellung in Rostock gefesselt war, so übernahm Leopold von Auer (s. d.) die Führung der ersten Violine, und die Kunsterfolge wurden dadurch ungeschmälert. Im Frühjahr 1873 wurde der Cellist Wilhelm M. an de Swert's Stelle in die königl. Kapelle nach Berlin berufen und geniesst in dieser Stellung, sowie als Lehrer an der königl. Hochschule für Musik eines guten Rufes.
3Müller-Hartung, Karl Wilhelm, Professor der Musik zu Weimar, wurde geboren am 19. Mai 1834 zu Stadt Sulza. Er besuchte das Gymnasium zu Nordhausen und bezog 1852 die Universität Jena, seinen bleibenden Aufenthalt in Weimar nehmend, um nach dem Willen seiner Eltern Theologie zu studiren. Hier erwachte aber die Liebe zur Musik in ihm mit solcher Stärke, dass er seine theologischen und philologischen Studien gänzlich aufgab und nach Eisenach ging, um sich unter Kühmstedt's Leitung ganz der Kunst zu widmen. Nachdem er sich 1857 mit wenig Neigung und Glück als Theater-Musikdirektor versucht hatte, übernahm er 1859 Kühmstedt's Stellung als Musikdirektor und Professor der Musik am Seminar zu Eisenach. 1865 wurde er nach Weimar berufen, wo er als Hofkapellmeister thätig ist. Von seinen Compositionen erfreuen sich namentlich die Psalmen und Orgelsonaten eines guten Rufes.
5Müller, Heinrich Fidelis, geboren zu Fulda am 23. April 1837, früher katholischer Geistlicher in Badenheim bei Frankfurt a. M., lebt jetzt als katholischer Geistlicher in Fulda; er muss als einer der wenigen Männer hier mit Auszeichnung genannt werden, welche sich um die Hebung und Förderung des Schul- und Volksgesanges in ihren vaterländischen Gauen die grössten Verdienste erworben haben.
7Müller, Heinrich Friedrich, s. den Artikel Müller, Aegidius Christoph.
9Müller, Hermann, geboren am 4. Juni 1817 zu Stralsund, erhielt den ersten Unterricht in seiner Vaterstadt, ging dann aber 1832 zu Fr. Schneider nach Dessau, bei dem er vier Jahre lang eifrig studirte und von ihm als einer seiner begabtesten und kenntnissreichsten Schüler entlassen wurde. Nachdem er einige Zeit in Stralsund privatisirt hatte, erhielt er einen Ruf als Lehrer an das königl. Pädagogium zu Putbus, in welcher Thätigkeit er der Musik manchen trefflichen Jünger gewonnen hat. Später vereinigte er diese Stellung auch noch mit der eines Organisten an der Schlosskapelle.
11Müller, Hippolyt, Professor am Conservatorium und erster Violoncellist der königl. Hofkapelle zu München, wurde geboren am 16. Mai 1834 zu Hildburghausen, wo er den ersten Unterricht von seinen Eltern erhielt. Er machte so ausserordentliche Fortschritte, dass er schon in seinem elften Lebensjahre mit grossem Beifall öffentlich auftreten konnte. Später wurde Joseph Menter sein Lehrer im Violoncellospiel. In obiger Stellung, die er seit 1854 bekleidet, hat er viele treffliche Schüler gebildet.
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