Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

8 lines. Read by computer on 12 September 2026. Printed page 195. See the scan on archive.org.

1Müller, Hugo, s. Müller, Gebrüder II.
3Müller, Johann Christian, geboren zu Langen-Sohland bei Bautzen, übte als Präfekt eines Singchors in Lauban grossen Einfluss auf das dortige Musikleben aus. 1778 kam er nach Leipzig und fand im Breitkopf’schen Hause die gastfreundlichste Aufnahme. Hiller stellte ihn darauf als Violinist beim Orchester des Theaters und des grossen Concertes an; er starb aber schon 1796 in den besten Jahren. Fast berühmter noch als durch sein Violinspiel ist Johann Christian M. durch seine Virtuosität auf der Harmonika geworden, für welches Instrument er auch eine »Anleitung zum Selbstunterricht« geschrieben hat.
5Müller, J. G., geboren am 14. Juli 1813 zu Syhra bei Geithain. Im J. 1827 kam derselbe auf das Proseminar zu Rochlitz und 1829 auf das königl. Landes-Schullehrerseminar in Friedrichstadt-Dresden. Nach wohlbestandener Prüfung fasste er den Plan, wo möglich für immer in Dresden zu bleiben, wozu besonders das öftere Anhören der vorzüglichen Musik in der katholischen Hofkirche die Veranlassung bot. Im Laufe der Zeit wurde M. mit dem Hofkapellmeister Reissiger näher bekannt, der ihn zum Fortstudiren in der Harmonielehre und dem Contrapunkt ermunterte und sich erbot, ihm die Erstlingsversuche in der Composition zu corrigiren und ihm freien Eintritt zu den Opernvorstellungen des Hoftheaters zu verschaffen. Im J. 1840 wurde M. von dem ältesten Dresdener Männergesangverein »Orpheus« zum Dirigenten erwählt. Die Zeit der vierziger Jahre war den Bestrebungen der Männergesangvereine ganz besonders günstig und M. erhob den Verein nicht nur zu einem der ersten Dresdens, sondern zu einem weit über Sachsens Gränzen hinaus berühmten, der bei verschiedenen Gesangfesten den ersten Preis erhalten hat. Es erschienen nun im Laufe der Jahre viele vierstimmige Gesänge für Männerstimmen von ihm, die mehrere Auflagen erlebten und in die meisten Vereinsliederhefte übergegangen sind. Hierher gehören namentlich: »Freier Männer freies Wort«, »Frisch auf und lasst Trompeten schallen«, »Wo fremde Sterne prangen«. Auch erschien von ihm eine Liedersammlung in drei Heften für Volksschulen bei B. Friedel in Dresden, welche bereits in achter Auflage vorliegt. Im J. 1860 wurde M. zum Cantor und Musikdirektor an der Drei-königskirche zu Neustadt-Dresden erwählt, in welcher Stellung er sich noch befindet. Bei Gelegenheit der 40jährigen Jubelfeier des »Dresdener Orpheus« erhielt derselbe vom König Albert von Sachsen das Ritterkreuz zweiter Klasse vom Albrechtsorden.
7Müller, Johann Heinrich, wurde am 19. März 1781 zu Königsberg in Preussen geboren und studirte die Rechte. Eine unwiderstehliche Liebe zur Musik aber veranlasste ihn, das Studium aufzugeben, und er begab sich nach Halle, um dort unter Türk’s Leitung sich ganz der Composition zu widmen. Indessen zwang ihn der endliche Mangel an Mitteln, auch die praktische Seite der Kunst nicht zu vernachlässigen, und er wählte, um sich der einst eine bürgerliche Existenz schaffen zu können, die Violine als sein Instrument. Er ging nach Paris und bildete sich unter Kreutzer zu einem trefflichen Geiger aus. Als solcher fand er Stellung in der Hofkapelle zu Wien und wurde 1803 von hier nach Petersburg berufen, um die Direktion des deutschen Theaterorchesters zu übernehmen. Die Stellung sagte seinen Neigungen indessen nicht zu, und als sein Contract abgelaufen war, nahm er daher seinen Abschied, um sich ganz der Composition zu widmen und seinen Lebensunterhalt nebenbei mit Unterrichten zu verdienen. Dazu aber war nötig, dass er Clavier spielen konnte, und es giebt ein Zeugniss für seinen ernsten Willen und seine Energie, dass er sich ein ganzes Jahr hindurch in die Einsamkeit einer entlegenen Vorstadt völlig vergrub und für seine Freunde buchstäblich verschwand, um ohne Unterbrechung studiren zu können. Als ein Mann, der kaum mit den Tasten Bescheid wusste, war er verschwunden, als ein ausgezeichneter Clavierspieler kehrte er in den Kreis der Künstler zurück

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