Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 202

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

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1und wurde nun bald ein gesuchter und gut bezahlter Lehrer. Auch in der Theorie und Composition verdankt ihm mancher später berühmt gewordene Musiker seine Ausbildung, u. A.: Field, Lafont, Böhm, Sussmann. Ausser mehreren trefflichen Etudenwerken sind von seinen Compositionen das Oratorium »Der Erzengel Michael«, der 147. Psalm mit lateinischem Text, der 84. Psalm für die russische Kirche und mehrere Quartette zu nennen. Er starb an seinem 45. Geburtstage, den 19. März 1826 zu Petersburg.
3Müller, Johann Immanuel, wurde am 1. Jan. 1774 zu Schloss Vippach im Herzogthum Weimar geboren. Sein Vater, ein musikalisch gebildeter Landmann, unterrichtete den Sohn im Violinspiel, der Schlosscantor und später der Pastor Asmann übernahmen die Unterweisung auf dem Clavier und zwar mit solchem Erfolge, dass der Knabe schon im neunten Lebensjahre die Begleitung des Gemeindegesanges an der Orgel übernehmen konnte. 1785 schickte ihn der Vater auf die Schule nach Erfurt. Hier trat er in den Singchor ein und wurde noch speciell im Gesange von dem Musikdirektor Weimar unterrichtet. Später vervollkommnete er sich im Clavier- und Orgelspiel unter dem Musikdirektor Kluge und trieb Compositionsstudien bei Kittel. 1795 wurde er Organist an der Reglerkirche zu Erfurt, welche Stelle er aber bald mit der als Cantor, Organist und Schullehrer im Dorfe Kerbsleben bei Erfurt ver- tauschte. 1810 kam er abermals nach Erfurt und zwar als Cantor bei der Kaufmannskirche, und wurde 1820 zugleich Musikdirektor am Gymnasiurn. Er starb zu Erfurt am 25. April 1839. Von seinen Compositionen, Messen, Sinfonien und Claviersachen sind nur wenige gedruckt worden.
5Müller, Johann Michael, geboren am 14. Aug. 1772 zu Schwetzingen, wurde von dem Herzoge Karl von Zweibrücken seiner vielversprechenden Anlagen wegen nach Paris geschickt, um hier auf dem Conservatorium als Violin- spieler ausgebildet zu werden. Hier blieb er drei Jahre und ging dann 1789 nach der Schweiz. In Bern übernahm er die Direktion der Concerte, folgte aber schon bald wieder einem Rufe als Musikdirektor nach Baireuth. Auch hier hielt er sich nicht lange auf, sein unruhiges Wesen liess ihn die Carrière eines reisenden Virtuosen ergreifen und er durchzog nun, überall mit grossem Erfolge concertirend, Deutschland, Ungarn und die Schweiz. 1802 folgte er einem Rufe als erster Concertgeiger nach Frankfurt a. M., wo ihm nach Canna- bich’s Tode auch die Direktion der Oper übertragen wurde. Hier verheiratete er sich mit der Sängerin Marie Elise Thau, aus Karlsruhe gebürtig. 1804 finden wir ihn schon wieder als Concertmeister in Weimar, 1806 in gleicher Stellung in Breslau, wo er nach C. M. von Weber’s Abgänge auch wieder die Direktion der Oper übernahm. Aber auch Breslau verliess er 1808 schon wieder, um mit seiner Gattin grössere Kunstreisen zu machen, und kam dann auf Empfehlung des Herzogs Eugen von Württemberg als Concertist und zweiter Orchester-Direktor nach Stuttgart. Hier endlich liess er sich fest nieder, einen Zwischenraum von drei Jahren abgerechnet, in welchen er als Concertmeister in der Kapelle des Fürsten Esterhazy zu Wien thätig war. Er starb in Stuttgart am 13. Decbr. 1835, allgemein geachtet als Mensch und als Künstler, welchem letzteren man nicht nur glänzende Virtuosität, sondern auch ausserordentlichen Fleiss im Einstudiren und Umsicht und Pünktlichkeit in der Leitung der Aufführungen nachrühmte. — Seine Gattin, in Stuttgart als Sängerin angestellt und beim Publikum sehr beliebt, überlebte ihn, trat aber als pensionirte königl. Hofsängerin in den Ruhestand.
7Müller, Iwan, einer der grössten Clarinettvirtuosen, wurde geboren am 3./15. Decbr. 1786 in der Nähe von Reval. Ueber seine musikalischen Lehrjahre ist nichts bekannt geworden, aber 1809 liess er sich in Paris hören und von 1812 ab kannte ihn fast die ganze Welt als den grössten Künstler auf seinem Instrumente. 1814 war er wieder in Paris und legte seine an der Clarinette gemachten Erfindungen und Verbesserungen einer Prüfungskommission vor. Die weisen Herren verwarfen zwar die Neuerungen, aber zwei Jahre später

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