Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 208

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

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1Sein umfangreichstes Werk »Speculum musicae« ist noch Manuscript und befindet sich auf der Pariser Bibliothek.
3Murky, eine im vorigen Jahrhundert beliebte Art Clavierstücke von munterer Bewegung, bei welchen der Bass vorwiegend in gebrochenen Octaven fortschreitet. Die Erzählung, welche Marpurg im 36. der kritischen Briefe (Bd. I. 286, 1760) über die Entstehung des Murky mittheilt, nach welcher er der Laune zweier Cavaliere, die ein Gedicht Murky tauften, das ein Musikus Sydow, er starb 1754 als königl. preussischer Kammermusikus, in Musik setzte und dabei diesen Bass in gebrochenen Octaven anwandte, seine Entstehung verdankt, gehört wohl in das Reich der Fabel. Nachweislich kommt der Murkybass früher als 1720, dem Jahre, in welchem er von Sydow erfunden sein soll, vor; schon in den Werken von Muffat und Anderen, Ende des 17. Jahrhunderts, und in der Praxis, bei den improvisirten Orgelbegleitungen, an den Stellen, an denen die Componisten von den Orgelspielern verlangten, »gebührlichen Effekt« zu machen, mag er viel früher in Anwendung gekommen sein, weil er das bequemste Mittel war, neben dem Trommelbass diesen gebührlichen Effekt zu machen, und das ist wohl auch der Grund, weshalb er nicht nur von dem Dilettantismus begierig aufgegriffen, und bald zu Tode gehetzt wurde, sondern dass auch die Meister in einzelnen Fällen den Murky nicht verschmähten. Vielleicht war der sogenannte Dudelsackbass (s. Musette) auf seine Einführung von grösserem Einfluss wie alles Andere.
5Murmurando, murmelnd.
7Murr, Christoph Gottlieb von, geboren am 6. Aug. 1733 zu Nürnberg, gestorben am 8. April 1811, ein bedeutender Alterthumsforscher, welcher auch eine Reihe Werke über Kunst und Literatur schrieb, darunter auch manch schätzbaren Beitrag zur Musikgeschichte.
9Murschhauser, Franz Xaver Anton, ein Zeitgenosse Seb. Bach’s, ist in Elsass-Zabern, einer kleinen Stadt in der Nähe Strassburg’s, gegen 1670 geboren und war, wie er selbst mittheilt, ein Schüler von Caspar Kerl in München, bei dem er bis zum Tode desselben (1690) Unterricht hatte. Er erhielt den Kapellmeisterposten an der Frauenkirche zu München, wie auf dem Titel seines zweiten Werkes, dem »Vespertinus« von 1700, zu lesen ist und starb daselbst im J. 1737. Man hat in neuerer Zeit manches seiner Werke wieder ans Tageslicht gezogen und durch neue Ausgaben zugänglich gemacht (s. Eitner’s »Verzeichniss neuer Ausgaben alter Musikwerke«, Berlin, 1871 p. 141), sie zeigen ein edles Streben und tüchtiges Können. Seine grösseren Gesangswerke sind noch unbekannt. Gerber führt in seinem »Neuen Lexikon der Tonkünstler« neun Druckwerke von ihm an, davon besitzt die königl. Bibliothek in Berlin:
101) Vespertinum Latriae & Hyperduliae Cultum, Sive Psalmi Vespertini etc. octo tonis ecclesiasticis a 4 vocibus concert. 2 Violinis oblig. & 4 voc. in Ripieno, cum annexo, pro Coronide, Psalmo: Laudate pueri, à Basso solo, & 4 Instr. concert. op. II. Ulmae Suevorum, Impressis Joh. Conradi Wohleri, Bibliopol. Anno M. CC. In kl. hoch 4º 12 Stb. mit 10 Psalmen und 1 Laudate pueri, darunter 5 Gesängen à Capella. 2) Prototypon Longo-Breve Organicum, Exhibeus, super Tonos figuratos magis usitatos, Modum novum ac artificiosum etc. Fugas et Praeambula etc. Noribergae Sumtibus Wolfg. Maurytij Eudteri. In kl. quer 4º gestochen, 3 Bl. Vorwort und Dedication und 34 Orgelstücke. Das Werk trägt seinen Namen nicht und ist durch Gerber bestimmt. Es ist auf 2 Notensysteme notirt und sind die ersten 13 Nrn. von Commer neu herausgegeben. Hierzu erschien noch ein 2. Theil mit gleichem Titel und gleicher Einrichtung, welcher 42 Orgelstücke im 8. bis 12. Tone enthält. 3) Academia Musico-Poetico bipartita, oder: Hohe Schule der musikalischen Composition in zwei Theile eingetheilt etc. Nürnberg, 1721, in Fol. 186 S. ohne das Register. Den ausführlichen Titel sehe man in Becker’s musikalischer Literatur, Leipzig, 1836, p. 440. Dieses letztere Werk hat M. durch eine unvorsichtige Aeusserung viel Aerger gemacht und hat ihn bestimmt den versprochenen 2. Theil nicht herauszugeben. Der

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