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Scan 314
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1nehmen. Doch liess er sich schon nach vier Jahren pensioniren und verlegte seinen Wohnsitz nach St. Germain bei Paris, wo er am 19. Novbr. 1810 starb. Fétis bezeichnet ihn als den ersten, welcher der Ballet-Pantomime einen dramatischen Charakter gegeben und so weit diese Kunstgattung es zulässt, sie der Natürlichkeit genähert hat. Dieses Streben beweist nicht allein die grosse Zahl seiner, meist mit glänzendem Erfolg aufgeführten Ballete, sondern auch, und ganz besonders seine 1760 in Lyon erschienenen »Briefe über den Tanz und das Ballet«, ein Werk, welches 1767 auch in Wien, 1783 in Paris, 1803 in Kopenhagen und 1807 noch einmal in Paris unter dem Titel »Lettres sur les arts imitateurs en général et sur la danse en particulier« verlegt wurde. N. handelt hier von der französischen Oper und entwickelt, neben allerlei Ueberschwänglichkeiten, eine Menge treffender und für jene Zeit neuer Ansichten. Eine andere Arbeit Noverre’s »Betrachtungen über den Bau eines neuen Opernhauses« erschien 1781 in Amsterdam und Paris.
3Novi, Francesco Antonio, neapolitanischer Componist, der im Anfang des 18. Jahrhunders lebte. Man schreibt ihm die Dichtung und die Musik der folgenden Opern zu: 1) »Giulio Cesare in Alessandria«, aufgeführt in Mailand 1703; 2) »Le Gloria di Pompeo« in Pavia 1703; 3) Il Pescator fortunato, principe d’Ischia«; 4) »Cesare e Tolomeo in Egitto«; 5) »Il Diomede«.
5Novack, Johann Franz, Kapellmeister der Kirche St. Veit in Prag, wurde in einem Dorfe in Böhmen 1706 geboren und starb in Prag 1771. Er verfasste mehrere Kirchencompositionen, von denen einige noch in den Kirchen Prags als Manuscript bekannt sind, vornehmlich: »Missa de requiem, pro canto, alto, tenore, basso, violinis duobus cum fundamento« (1743).
7Nowakowsky, Joseph, Pianist und Componist, der polnischen Nation angehörend, wurde Anfang des 19. Jahrhunderts zu Mniszek in der Pfalzgrafschaft Radom geboren. Die Elemente der Musik erlernte er in dem Kloster Wonchak, in welchem sein Onkel mütterlicherseits Chordirektor war. Seine Fortschritte waren auffällig, denn 13 Jahre alt sang er die Sopranpartien bei den Kirchenmusiken und spielte auch gut Clavier und Violine. Er folgte deshalb dem Rathe von Freunden, das Conservatorium in Warschau zu besuchen; dort erhielt er von Würfel Clavier- und von Elsner Compositionsunterricht. Seine erste Composition war eine Ouverture für grosses Orchester, welche im Conservatorium bei Gelegenheit der Preisvertheilung ausgeführt wurde und Beifall erhielt, wie er überhaupt in Polen bald als einer der besten Componisten und Lehrer des Pianofortespiels angesehen wurde. Er unternahm nun 1833 Reisen durch Deutschland, Italien und Paris und liess sich in Concerten hören. Nach Warschau zurückgekehrt, veröffentlichte er ein Quintett für Clavier und Streichquartett und mehrere andere Compositionen. Er wurde Professor des Clavierspiels am Alexanderinstitut in Warschau und bewährte sich hier als geschickter Lehrer seines Instruments. Gegen 60 Werke sind von N. bekannt geworden, davon seien als die bekanntesten angeführt: 12 grosse Etuden, Chopin zugeeignet; ein Duo für Clavier und Violine, Lipinsky gewidmet; zwei Lieferungen polnischer Gesänge; deutsche, französische und italienische Balladen und Romanzen, Polonaisen, Mazurka’s, Fantasien u. s. w. in Berlin, Leipzig, Breslau und Warschau veröffentlicht.
9Nowakowsky, Jean, Musiklehrer und Violoncellist, bei der Kathedrale in Krakau angestellt, starb in dieser Stadt 1830. Er verfasste eine »Méthode de piano pour les commencements« (Varsovie).
11Nowinski, Johann, Pianist und Lehrer an der technischen Schule in Warschau. Er ist Pole von Geburt; veröffentlicht hat derselbe eine Clavierschule: »Nowa Szkola na fortepian« (Varsovie, Spies u. C., 1839); zwei andere Ausgaben dieses Werkes, bei Friedlein in Krakau und J. Milikowski in Lemberg.
13Nozzari, Andreo, ausgezeichneter italienischer Tenor, welcher in Bergamo 1775 geboren wurde. Seine Gesangstudien machte er unter Leitung des Abbé
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