Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 367

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

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1der Regel gegenwärtig in vier Gattungen in Anwendung, als Violine (auch Geige genannt), Viola (auch Bratsche genannt), Violoncello (Cello) und Contrabass. Die Geige ist wiederum dabei doppelt vertreten, als erste und zweite Geige, die letztere wird hinzugezogen, um den weiten Raum auszufüllen, welcher entsteht, wenn erste Geige und Bratsche in ihren wirksamen Lagen beschäftigt sind. Weil ferner der Klang der Blasinstrumente voller und weittragender ist, als der der Streichinstrumente, so werden diese in mehrfacher Besetzung angewendet. Soll ein möglichst einheitlicher Klang erzielt werden, so darf ein grosses Orchester mit allen Blas- und Schlaginstrumenten kaum weniger als 10 bis 12 erste und ebensoviel zweite Geigen, sechs Violen und ebensoviel Celli und fünf Contrabässe haben. Je mehr der Chor der Saiteninstrumente zum Orchesterklange von seinem Klange beisteuert, desto intensiver wird die Wirkung sein. Die Forderung einer zahlreichen Besetzung der Streichinstrumente wird aber auch noch dadurch unterstützt, dass sie, wie erwähnt, den Hauptchor bilden, den man im Allgemeinen mit den wesentlichsten Theilen der Composition betraut.
3Unsere alten Meister der Instrumentation begnügten sich bei der Zusammenstellung der Rohrblasinstrumente in der Regel mit zwei Flöten, zwei Oboen und (häufig auch »oder«) zwei Clarinetten und zwei Fagotten, denen sie in aussergewöhnlichen Fällen noch einen Contrafagott zugaben. Diese Zusammenstellung ist eine Reminiscenz an die Entwicklung des Orchesters aus dem vierstimmigen Chor. Den melodieführenden Stimmen Flöte, Oboe und Clarinette wurde noch ein zweites gleiches Instrument beigegeben, damit jedes mit den Fagotten einen Chor für sich ergiebt. Dem entspricht auch die Führung dieser Instrumente, die immer an die Polyphonie des Gesanges erinnert. Immer macht sich das Bestreben geltend, jedes Instrument, selbst die zweiten möglichst selbständig zu führen. Die neuere Zeit und namentlich die, durch die Romantik bestimmte Richtung ist vielfach davon abgewichen, sie führt die Flöten dreifach ein, giebt den Oboen noch engl. Horn bei, den Clarinetten die Bassclarinette und den Fagotten das Contrafagott, so dass jede einzelne dieser Instrumentengattungen einen einheitlichen Chor bildet. Während beim alten Orchester jedem Instrument noch ein anderes: den Flöten eine Oboe oder eine Clarinette, den Oboen eine Flöte oder Clarinette oder Fagott beigegeben werden muss, um einen Dreiklang auszuführen, ist ein solcher mit jeder dieser, in drei Exemplaren vorhandenen Instrumentenart auszuführen und das Klangvermögen des Orchesters wird dadurch ausserordentlich bereichert. Allein der Reichthum an berückenden Klängen vermag doch nicht die Einbusse zu ersetzen, den das Orchester an polyphoner Führung und damit an ideellem Gehalt verliert. Bei der Mischung des Chors der Rohrblasinstrumente mit den Streichinstrumenten, kann jeder als Hauptchor auftreten, während der andere nur ausfüllend eingeführt ist. In der Regel ist natürlich, wie erwähnt, der Chor der Streichinstrumente der Hauptchor und der der Blasinstrumente tritt verstärkend oder ausfüllend hinzu, aber der umgekehrte Fall ist auch nicht selten, dass die Blasinstrumente zeitweis als Hauptchor auftreten und die Streichinstrumente als Füllstimmen hinzukommen. Ebenso ist oft ein charakteristischer Wechsel geboten, der bald den einen, bald den anderen als Hauptchor oder als füllend erscheinen lässt. Dass ferner auch einzelne Stimmen des einen, mit den ganzen oder einzelnen Stimmen des anderen Chors sich verbinden können, ist selbstverständlich.
5Als dritter Chor tritt dann zum ganzen Orchester der Chor der Messinginstrumente: die Hörner, Trompeten, Posaunen und die ungewöhnlicheren: Tuba, Bombardon u. s. w. hinzu. Im alten Orchester wurden diese Instrumente meist nur als Füllstimmen angewendet und zwar zwei Hörner (seltener drei), zwei Trompeten und drei Posaunen. Das moderne Orchester hat die Hörner und Trompeten vermehrt; die Hörner auf mindestens vier, die Trompeten auf mindestens drei. In besonderen Fällen werden sechs auch acht Hörner

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