Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 463

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877

13 lines. Read by computer on 12 September 2026. Printed page 457. See the scan on archive.org.

1die dabei beteiligten Personen Rücksicht zu nehmen. Hier genügt es, nur vorbereitend in dem Hörer die Stimmung zu erwecken, in welcher er das Drama an sich mit Erfolg für Gemüth und Verstand vorüber gehen lassen soll, um das zu erreichen können einzelne Accorde, kann ein einfaches Präludium, ein kurzes Vorspiel ganz geeignet sein. Mit der Grösse der Aufgabe, die dem Drama gestellt worden ist, wächst natürlich die der Ouverture. Dramen von schwerwiegenderem Inhalt verlangen auch bedeutendere Einleitungen, aber immer bleibt die Form eine möglichst freie und wenig beschränkte. Soll aber die Ouverture dramatisch belebte Vorgänge an unserer Fantasie vorüberführen, dann muss sie fester gefügt werden und die Form der Sonate ist, wie unter dem betreffenden Artikel gezeigt werden soll, die entschieden geeignetste Form. Als formlose Einleitung (Präludium) vermag die Ouverture nur an- oder aufzuregen, bestimmte Bilder erzeugt sie erst, wenn sie selber fest geformt ist, wenn die einzelnen Partien zu bestimmten Gruppen abgrenzt und wenn diese dann unter sich in engste Verbindung gesetzt sind. Daher wählten die Meister für diese Ouverture die Form der Sonate. Für die komische Oper wurde die Sonatinenform die entsprechende Ouverturenform. Der komischen Oper fehlt die Schärfe des Conflikts, die Ouverture kann daher auch stärkere Contraste und die breiteren Durchführungen entbehren ebenso wie die Sonatine. So haben die Ouvertüren Mozart's zu »Figaros Hochzeit« und die zur »Entführung aus dem Serail« Sonatinenform, bei welcher die Motive, wie deren Verarbeitung leichter erfunden und ausgeführt sind und die sich aus den loser verbundenen zwei Theilen ohne breite Durchführungen zusammensetzen.
3Overbeck, Christian Adolph, ist gegen 1750 zu Lübeck geboren und starb als Dr. der Rechte und Obergerichtsprokurator und (seit 1793) Syndikus des Domkapitels in Lübeck am 9. März 1821. In Hamburg erschien von ihm: »Lieder und Gesänge mit Claviermelodien, als Versuche eines Liebhabers«. Im ersten Jahrgange des Kramer'schen »Magazin der Musik« findet sich von diesen Liedern eine weitläufige Anzeige. O. hat zu dem »Salve Regina« des Pergolese eine deutsche Parodie verfertigt und selbiges mit diesem deutschen Texte zu Hamburg im Clavierauszuge herausgegeben. Seine Lieder »Blühe liebes Veilchen« und »Warum sind der Thränen unterm Mond so viel« sind mit den Melodien von J. A. P. Schulz volksthümlich geworden.
5Overend, Marmaduc, Englischer Musikschriftsteller und Musiklehrer, lebte um die Mitte des 18. Jahrhunderts. In Isleworth in der Grafschaft Middlesex war er gegen das Ende des 18. Jahrhunderts Organist. Man hat von ihm das Programm eines Cursus der Musikwissenschaft, unter dem Titel: »A brief account of, and introduction to eight lectures on the science of Music« (London, 1781, in 4°). In der Folge erschien »Lectures on the science of Music« (London, 1783, in 4°). Ferner sind von ihm gestochen »Twelve sonatas for two violins and a violoncello« (London, 1779).
7Oxybaphon musiken, s. Acetabulum.
8Oxyphonos, bei den Griechen ein Sänger mit hoher Stimmlage.
9Oxypykni, die Halbtöne im griechischen Klanggeschlecht (s. Tetrachord).
10Ozanam, Jacques, Professor der Mathematik und Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Paris, ist 1640 in Bouilgneux im Fürstenthum Dombes geboren. Er starb in Paris am 3. April 1717. Unter der Zahl seiner Werke sind das »Dictionnaire mathématique« (Paris, 1691, in 4°), welches eine Abhandlung über Musik enthält, und ebenso sein Werk »Récréations mathématiques et physiques, qui contiennent plusieurs problèmes d'arithmetique, de géometrie et de musique etc.« (Paris, 1724, 3 vol., in 8°), hier anzuführen.
12Ozi, Etienne, einer der geschicktesten Fagottisten, ist in Nimes am 9. Decbr. 1754 geboren. Er kam 1777 nach Paris, um sich als Virtuose hören zu lassen, wurde Lehrer für das Fagott am Conservatorium der Musik und erster Fagottist der königl. Kapelle. Im Théâtre Feydeau wirkte er 1796 in

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.