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Scan 58
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1877
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1ist eine Vortragsbezeichnung in der Bedeutung markirt, accentuirt, hervorgehoben und wird zu Stellen und Stimmen in einem Tonsatze gesetzt, die besonders hervorstechend aus dem Ganzen treten sollen.
3Marcello di Capua, s. Bernardini.
5Marcello, Alessandro, ältester Bruder des weiter unten folgenden Benedetto M., italienischer Patricier und Schöngeist, der ebenso bewandert in Musik und Poesie, wie in Mathematik und Philosophie war, wurde um 1684 zu Venedig geboren. Sein Haus war der Sammelplatz aller einheimischen und fremden Gelehrten und Künstler, besonders Musiker, welche letztere da selbst wöchentlich in einem Concerte auftraten, dessen Programm vorzüglich auch seine eigenen Compositionen enthielt. Diese letzteren bestehen in einigen Kammercantaten für eine Stimme allein, in zwölf Violin-Solos, sechs Concerten für zwei Flöten, zwei ebensolchen mit Begleitung von Viola oder Violoncello und Clavier und einigen Violinconcerten. Als Componist nannte er sich häufig mit seinem ihm als Mitglied der Akademie der Arkadier verliehenen Namen, nämlich Eterio Stinfalico. Er starb zu Venedig im J. 1750. one of two readings
6Marcello, Alessandro, ältester Bruder des weiter unten folgenden Benedetto M., italienischer Patricier und Schöngest, der ebenso bewandert in Musik und Poesie, wie in Mathematik und Philosophie war, wurde um 1684 zu Venedig geboren. Sein Haus war der Sammelplatz aller einheimischen und fremden Gelehrten und Künstler, besonders Musiker, welche letztere da selbst wöchentlich in einem Concerte auftraten, dessen Programm vorzüglich auch seine eigenen Compositionen enthielt. Diese letzteren bestehen in einigen Kammercantaten für eine Stimme allein, in zwölf Violin-Solos, sechs Concerten für zwei Flöten, zwei ebensolchen mit Begleitung von Viola oder Violoncello und Clavier und einigen Violinconcerten. Als Componist nannte er sich häufig mit seinem ihm als Mitglied der Akademie der Arkadier verliehenen Namen, nämlich Eterio Stinfalico. Er starb zu Venedig im J. 1750. one of two readings
8Marcello, Benedetto, einer der genialsten und vielseitigsten Meister der alten venezianischen Schule, bedeutend sowohl als Componist wie als Dichter, stammte aus einem der angesehensten Patriciergeschlechter Venedigs und wurde daselbst am 24. Juli 1686 geboren. Glänzend erzogen, war auch seine musikalische Ausbildung nicht vernachlässigt worden, und sein Bruder Alessandro M. (s. d.) sowohl, wie Gasparini und Lolli waren seine Musiklehrer gewesen. Von seinem 25. Jahre an practicirte er als Advocat und arbeitete in verschiedenen Magistraturen seiner Vaterstadt. Hierauf bekleidete er mehrere Jahre hindurch das wichtige Amt eines Richters unter den Vierzigern und wurde weiterhin Proveditor zu Pola. Da ihm die Luft in dieser Stadt nicht zusagte, so kehrte er 1738 nach Venedig zurück, wurde aber bald darnach als Schatzmeister nach Brescia gesandt, wo er schon am 24. Juli 1739 starb. Verheirathet war er heimlich mit einem Mädchen aus niederen Stande, dessen herrliche Stimme ihn angezogen und die er zur vortrefflichen Sängerin ausgebildet hatte. Ebenso soll die berühmte Faustina Bordoni, nachherige Hasse, seine Schülerin gewesen sein. Seine Motetten, Cantaten und Psalme, welche letztere Seb. Valle (8 Hefte, Venedig, 1803) herausgab, erlangten einen ungemeinen Ruf durch ihre edle, einfache Erhabenheit und Grösse, ja, haben ihn unsterblich gemacht, wie freilich weder Mattheson, noch Forkel oder Burney zu ahnen schienen, da sie M.'s Verdienste sonst ganz anders angeschlagen haben würden. Diese Psalme, 50 an der Zahl, mit italienischen Verstexten von Girolamo Ascanio Giustiniani, erschienen zuerst in zwei Abtheilungen; die erste unter dem Titel: »Estro poetico-armonico. Parafrasi sopra li primi venticinque salmi etc.« (2 Bde., Venedig, 1724), die zweite als: »Estro poetico-armonico. Parafrasi sopra i secondi venticinque salmi etc.« (2 Bde., Venedig, 1726 und 1727). Bis in die neueste Zeit hinein sind diese Psalme, welche theils für eine, zwei, drei und vier Stimmen mit einem bezifferten Bass auf der Orgel- oder Clavierbegleitung componirt sind, in den Haupt-Musikstädten Europas neu aufgelegt worden. Ausserdem kennt man von M., jedoch nur zum Theil durch den Druck: Concerte und Sonaten für fünf Instrumente, Sonaten für Clavier allein, Serenaden, Madrigale, Arien, Duette und Kirchenstücke. Auch für die Bühne hat er geschrieben, so das Pastorale für fünf Stimmen »Calisto in Orsa«, die Oper »La fede riconosciuta«, ein musikalisches Drama für fünf Stimmen, »Arianna«, und ein Intermezzo, »Psiché« betitelt; ausserdem noch die Oratorien »Giuditta« und »Gioas«, sowie die schönen Cantaten »Timoteo« für zwei Stimmen und »Cassandra« für eine Stimme mit Basso continuo. Die Texte zu diesen Werken sind ebenfalls von M. verfasst, der überhaupt in Dramen, Sonetten u. s. w. sich auch als Dichter hervorgethan hat. Auch musikalische Schriften besitzt man von M. So: »Il teatro alla moda, ossia metodo sicuro e facile per ben comporre ed eseguire le opere italiane
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