Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878 › scan 104
Scan 104
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
16 lines. Read by computer on 10 September 2026. Printed page 98. See the scan on archive.org.
1Scherer, Johann Wilhelm August, Prediger zu Jauer in Schlesien Anfang des 19. Jahrhunderts. Derselbe gab ein Buch geistlicher Lieder heraus, unter welchen viele mit passenden Melodien von Scherer versehen, harmonisirt und für die Organisten mit Fingersatz bezeichnet sind: »Sammlung christlicher Lieder für die kirchliche Andacht evangelischer Gemeinden, zunächst der zu Jauer« (Breslau und Jauer bei Gras & Barth, in 4°, 782 Seiten, mit 32 Seiten Vorrede).
3Scherer, Sebastian Anton, Organist, welcher zu Ulm um die Mitte des 17. Jahrhunderts als Viceorganist lebte, was aus dem Titel eines seiner Werke zu ersehen ist. Im Uebrigen geben nur diese Zeugniss von ihm, denn von seinem Leben und Sterben ist sonst nichts bekannt. Die Compositionen sind: »Musica sacra, hoc est missae, psalmi et motetiae 3, 4 e 5 vocum cum instrumentis«, op. 1 (Ulm, 1655, in 4°), enthält neun Stücke. »Tabulatura in cymbalo et organo intonationum brevium per octo tonos«, lib. I (Ulmae, apud auctorem 1664, in Fol.). Der zweite Theil dieser Orgeltabulatur hat den Titel: »Partitura 8 toccatarum usui apta cum vel sine pedali« (ibid. 1664, in Fol.). Beide Theile sind vereinigt unter dem Titel: »Sebast. Ant. Schererii vicae organistae Ulmensis operum musicorum secundum, distinctum in libros duos: tabulaturam in cymbalo et organo intonationum brevium per octo tonos, et partituram toccatarum usui aptam cum vel sine pedali, ad modernam suavitatem concinnatum, et ad petitionem multorum luci datum« (Ulmae, typis Batth. Kühnen, 1664). Auf dem inneren Deckel dieses Werkes befindet sich die Anmerkung: »Ejusdemque auctoris sumptibus et manibus propriis aeri incisa et insculpta«, aus welcher also hervorgeht, dass der Autor dieses Werk auch eigenhändig in Kupfer gestochen habe. Ein drittes und viertes Werk des wohlunterrichteten Mannes sind: »Sonaten für zwei Violinen und Viola di Gamba« (Ulm, 1680, in Fol.) und »Suiten für die Laute« (Augsburg, Lotter, in Fol.).
5Scherer, Theophil, deutscher Componist, hat gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Genua gelebt, wo er folgende Arbeiten drucken liess: »Sechs Trios für Clavier, Violine und Bass«, op. 5 (ibid.). »Sechs Sinfonien für acht Stimmen«.
7Scherfenstein, s. Kinnor von Scherffenstein.
9Scherlitz, Johann Valentin, geboren 1732 zu Gossel im Grossherzogthum Gotha, erhielt vom Organisten Keller zu Gräfenrode Musikunterricht; später, als er sich im Dienste des Prinzen Hohenlohe befand, durfte er durch die Munificenz desselben seine Studien unter Direktion des Kapellmeisters Georg Benda noch vervollständigen; später wurden ihm die Funktionen des Organisten und Kammermusikers übertragen. Er starb zu Gotha 1793. Im Manuscript hinterliess er: »Quartett für zwei Violinen, Alt und Violoncello«. »Trios für zwei Violinen und Violoncello«. »Mehrere religiöse Gesänge«. »Sonaten für Clavier«. »Sechs Choräle für Orgel (drei Claviere).«
11Scherz, auch Scherzius, Johann Georg, Professor der Rechte und der Philosophie zu Strassburg, daselbst 1678 geboren und am 1. April 1754 gestorben, liess einen Aufsatz drucken, der Einiges über akustische Beobachtungen enthält: »Dissertatio physica experimentalis« (Argentorati, typis Melch. Pauchinger, 1751, in 4°, 50 Seiten).
13Scherzando (Vortragsbezeichnung) = scherzend, scherzhaft; wird meist in Verbindung mit der Tempobezeichnung angewendet: Allegro scherzando oder Allegretto scherzando und fordert eine leichte, wenn auch nicht übermässig rasche Weise des Vortrags. Dasselbe gilt für das nur mit Scherzando bezeichnete Tonstück. (Siehe Scherzo.)
15Scherzo war ursprünglich wie Scherzando mehr Vortragsbezeichnung; die Umwandlung der Menuett zum Scherzo darf recht eigentlich als die That Beethoven's bezeichnet werden. Scherzi musicali nannte man im vorigen Jahrhundert noch die leichten italienischen Liedchen, die seit dem 17. Jahrhundert auch in Deutschland weiter verbreitet werden und noch Walther in seinem »Musikalischen Lexikon« (1713) giebt nur diese eine Erklärung.
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.