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Scan 86
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
16 lines. Read by computer on 16 September 2026. Printed page 80. See the scan on archive.org.
1Schafrath, Christoph, Kammermusikus der Prinzessin Amalie von Preussen zu Berlin, geboren 1709 zu Hohenstein bei Dresden, bildete sich zu einem tüchtigen Contrapunktisten und lebte als geschätzter Lehrer in Berlin. Er starb daselbst am 17. Febr. 1763. Seine hinterlassenen Compositionen befinden sich in der Bibliothek des Joachimthal'schen Gymnasiums. Sie bestehen in Sinfonien, Clavierstücken, Trios, Quartetten, Sinfonien und Soli's für Viola di Gamba; Duetten für Clavier und Viola di Gamba, oder Flöte, oder Laute, oder Fagott u. a. Gedruckt sind: »Sei Duetti a Cemb. obl. e V. o. Fl. concert ap. 1« (1752). »6 Sonates p. Clav.«, op. 2 (Nürnberg, Haffner, 1754).
3Schagh, s. Sagh.
5Schah-Culi, der Orpheus der Perser, lebte gegen die Mitte des 17. Jahrhunderts zu Bagdad. Nach Toderini: »Nachrichten von der Literatur der Türken« rettete er mit seinem Gesange Tausenden seiner Landsleute das Leben. Als Amurat IV. 1638 Bagdad erobert hatte, gab er Befehl, 30000 Einwohner unter seinen Augen niederzuhauen, und schon hatte man damit begonnen, diesen Befehl auszuführen, als es Schah-Culi gelang, zum Sultan zu dringen. Er besang vor diesem das tragische Schicksal Bagdad's unter Harfenbegleitung in so rührender Weise, dass er das Herz des Tyrannen erweichte und dieser dem weiteren Morden Einhalt gebot. Amurat nahm den Sänger und noch vier andere geschickte Musiker mit nach Konstantinopel und sie werden als Stifter der türkischen Musik angesehen. Jene Weise aber, mit der Schah-Culi den Tyrannen rührte, soll sich noch bei den Musikern unter dem Namen: »Muselic« oder »Pescerfi Bagdati-Fetichi«, d. i. »Die Einnahme von Bagdad«, erhalten haben.
7Schale, Christian Friedrich, Hof-Dom-Organist und Violoncellist der Opernkapelle zu Berlin, geboren 1713 zu Brandenburg, studirte in Halle die Rechte, trat aber 1735 als Violoncellist in die Kapelle des Markgrafen Heinrich zu Berlin. 1764 erhielt er die oben bezeichneten Stellen, stiftete 1781 in Gemeinschaft mit Concialini Liebhaber-Concerte. Er starb zu Berlin am 2. März 1800. Von seinen Compositionen sind gedruckt: »Sei brevi Sonate p. Cemb., alle spese delle Vedone di Balthasar« (Schmidt, Norimb.) »Sonaten für Clavier«, 3 Theile (Nürnberg, 1750—59). »Der Seufzer der Chloris«, And. für Clavier. Drei Polonaisen für Clavier. Solo für Querflöte. Leichte Vorspiele für Orgel und Clavier. 1. Thl. 1794, 2. Thl. 1795, 3. und 4. Thl. 1796 (Berlin, Felisch). Ferner: Concerte, Trio's, Solo's für versch. Instr. u. s. w.
9Schalenrenter, Paul, deutscher Componist des 16. Jahrhunderts, schrieb in Gemeinschaft mit Agricola die Melodien der Gesänge von Georg Thymius, veröffentlicht zu Zwickau 1553.
11Schalischim war ein dreisaitiges Instrument der alten Hebräer, das im Volke, nicht aber im Tempel gebraucht wurde; vermutlich hatte es Lautenform. Nach dem Buche Schilte-Haggaborim soll es ein hölzernes, mit drei Darmsaiten bezogenes Instrument gewesen sein, das möglicherweise (?) mit dem Bogen gestrichen wurde. Doch an Bogeninstrumente ist bei den Hebräern nicht zu denken. Da von fast allen Instrumenten der Hebräer Abbildungen und alte, genügende Beschreibungen fehlen, so ist auch hierüber nicht nachzukommen.
13Schall, Claus, geboren zu Kopenhagen gegen 1760, war geschickter Violinist und wurde, nachdem er sich als solcher hatte auch in Deutschland, Frankreich und Italien hören lassen, Concertmeister bei der Kapelle des Königs. Er hat eine Anzahl guter Schüler gebildet und starb zu Kopenhagen 1834. Von seinen Compositionen wurden gedruckt: »L'Idole de Ceilon«, Ballett (Kopenhagen, 1780). »Siegfried«, grosses Ballet (1802). »Le Chanoine de Milan«, Oper in zwei Akten. »Fünf Violinconcertes« (Kopenhagen und Paris). »Duos für zwei Violinen«, op. 1 und 2 (Paris, Pleyel, Sieber). »Etudes de l'archet et du doigter pour le violon« (Hamburg, Böhme, 8°). Einige Tänze für Orchester).
15Schall nennen wir jede hörbare Schwingung eines Körpers. Doch nicht der schwingende Körper als Ganzes, sondern die Bewegungen der kleinsten
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