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Scan 77
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
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1Violen, Violoncello's, Contrabässe, zwei Hoboen und zwei Hörner. Diesen 106 Opern folgten noch 10 oder 12 andere, und eine bei weitem grössere Anzahl von Kirchenmusiken. An Leichtigkeit des Schaffens übertraf S. eigentlich jeden anderen Componisten; neben mehreren Oratorien giebt man die Zahl seiner Messen auf 200 an, ein vornehmer Neapolitaner rühmte sich, 400 Compositionen Scarlatti's, meistentheils Solocantaten, zu besitzen. Burney sah das Original-Manuscript von 35 Cantaten, die S. 1704 bei einem Besuche seines Freundes, eines päpstlichen Sängers Andreo Adami, auf Tivoli geschrieben hatte. Die Cantaten waren mit dem Datum versehen, und lieferten den Beweis, dass er jeden Tag eine geschrieben. Neben dieser enormen Thätigkeit als Componist, war er als Lehrer abwechselnd an den Conservatorien San Onofrio, dei Poveri di Gesù Christo und Loretto thätig und dazu durch reiches Wissen und Erfahrung, die er durch selbstschöpferische Thätigkeit erworben, aufs höchste befähigt. Logroscino, Durante und Hasse gehören zu seinen Schülern. Als ihn Quantz 1725 in Neapel aufsuchte, fand er ihn, den Greis von 76 Jahren, noch auf beiden Gebieten thätig, doch der Tod rief ihn noch in demselben Jahre, am 24. Octbr., aus seinem thätigen und ruhmvollen Leben ab. Sein Grabmal befindet sich in der Kapelle der heiligen Cäcilie in der Carmeliterkirche Monte Santo. Die Grabschrift lautet:
3Hic situs est
4Eques Alexander Scarlactus
5Vir moderatione beneficentia
6Pietate insignis
7Musices instaurator. maximus
8Qui solidis veterum numeris
9Nova et mira suavitate
10Mollitis
11Antiquitati gloria
12Posteritati imitandi spem ademit
13Optimatibus regibusque
14Apprime carus
15Tandem annos natum LXXVI extinxit
16Summo cum Italiae dolore
17IX Kal. Novembri CIO IOCCXXV
18Mors modis flectit nescia.
20Von den Compositionen sind zur Zeit noch bekannt: I. Oratorien: »I Dolori di Maria sempre vergine« (Rom, 1693). »Il Sacrifizio d'Abraamo« (Rom, 1703). (Eine Cavatine aus diesem Oratorium giebt Burney im IV. Bande, S. 121, seiner allgemeinen Musikgeschichte.) »Il Martirio di santa Teodosia« (Rom, 1705). (Partitur zu Paris in der kaiserl. Bibliothek.) »La Concezzioni della beata vergine« (ibid.) »La Sposa de' sagri cantici«, vier Stimmen mit Instrumenten (Neapel, 1710). (In den Archiven der königl. Kapelle zu Neapel.) »San Filippo Nero«, für vier Stimmen, Violine, Viola, Violoncello, Contrabass, und Laute (Rom, 1718). »La Vergine addolorata«, vier Stimmen (Neapel, 1722). »Stabat mater«, vier Stimmen (Rom, 1723). »Stabat mater« für Sopran, Alt und Orchester. »Passio Domini nostri Jesu Christi secundum Johannem«, geistliche Cantate für Contraalt, Violine, Viola, Orgel und Chor.
22II. Kirchenmusik: Missa 4 vocum ad canones (col basso per organo). Missa quatuor vocum. Missa 5 vocum (Neapel, Archive der königl. Kapelle). Missa pastorale 10 vocum, zwei Chöre, Violine und Orgel. Messe für sechs Stimmen und Orgel. Messe, Requiem für vier Stimmen und Orgel. Tu es Petrus, achtstimmig, Bass continuo und Orgel. Concerti sacri, motetti 1, 2, 3 e 4 voci mit zwei Violinen, Viola und Bass continuo für Orgel (Amsterdam, Roger). Der zweite Theil dieser Motetten ist vierstimmig, für zwei Violoncell obligat und Bass continuo für Orgel. Motetten für vier, fünf und sechs Stimmen mit Orgel (Manuscript Abbé Santini zu Rom). Psalm Memento Domine, vierstimmig a la Palestrina. Psalm Laudate für Sopran, Contraalt und Bass, mit Violine, Viola, Bass und Orgel. Ave Regina coelorum für zwei Soprane und
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