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Scan 108
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
12 lines. Read by computer on 16 September 2026. Printed page 102. See the scan on archive.org.
1gab eine Abhandlung zur leichten Erlernung des Kirchengesanges heraus: »Musica choralis theorico-practica« (München, Johann Jöklin, 1663, in 4°).
3Schiassi, Gaetano Maria, Violinist und Componist der Bolognesischen Schule, Mitglied der Akademie in Bologna, wurde in den letzten Jahren des 17. Jahrhunderts zu Bologna geboren. In dieser seiner Geburtsstadt wurden folgende Opern von ihm aufgeführt: »Amor tra nemici« (1732). »La Fede ne tradimenti« (1732). »Alessandro nell’ Indie« (1734). »Demofoonte« (1735). »Didone abbandonata« (1735). Gedruckt von seinen übrigen Werken sind: »Douze concerti a violino principale, violini di ripieno, alto viola, violoncello e cembalo«, op. 1 (Amsterdam, bei Cene).
5Schiassi, Filippo, Stiftsherr der Kathedrale von Bologna und Mitglied der Akademie der Wissenschaften, starb daselbst 1838 in vorgerücktem Alter. Er ist durch gelehrte mathematische Arbeiten bekannt. 1832 hielt er in der Akademie eine lateinische Rede über die Stimmung der Accorde von Tasteninstrumenten. Eine italienische Uebersetzung derselben erschien gedruckt: »Del temperamento per l’accordatura del gravicembalo e dell’ organo. Dissertazione recitata in latino nell’ Academia delle scienze dell’ Instituto di Bologna li 12 gennaro dell’ anno 1832 ed ora pubblicata in italiano« (Bologna, tipografia d’all’ Olma e Cricchi, 1832, in 4°, 20 Seiten mit Platten). Dazu gehört ein Blatt in 4°: »Lettera nella quale si dà notizia della esperienza fatta in Bologna di un nuovo metodo di accordatura del gravicembalo e dell’ organo coll aggiunta di una tavoletta per l’applicazione pratica di tal metodo«.
7Schiatti, Luigi, Violinist, aus Italien stammend, stand 1740 als Concertmeister im Dienst des Markgrafen von Baden-Durlach. 1747 begab er sich nach Petersburg, wo er als Geiger sehr gerühmt wurde. Gedruckt sind von ihm: »Sechs Trios für zwei Violinen und Bass«, op. 1 (Amsterdam).
9Schiavelli, Julius, Venetianischer Componist des 16. Jahrhunderts. Er liess drucken: »Motetti a cinque e sei voci« (Venedig, 1565, in 4°).
11Schicht, Joh. Gottfried, wurde zu Reichenau bei Zittau am 29. Septbr. 1753 geboren. Sein Vater war ein armer Leineweber und Choradjuvant, und ohne seinen Onkel Christoph Apelt, der ihn als Pflegesohn zu sich nahm, würde sein Lebenslauf wahrscheinlich eine andere Richtung genommen haben. Als er dreiviertel Jahr alt war, kam er in das Haus dieses Verwandten, der ihn, wie er selbst angibt, bis zum 18. Jahre erzog und unterstützte. Mit dem 13. Jahre kam er nach Zittau auf das Gymnasium, welches er zehn Jahre lang besuchte. Während dieser Zeit erhielt er auch Musikunterricht vom Organisten und Musikdirektor Trier, den er jedoch in seinem Unterricht so saumseelig fand, dass er es vorzog, sich selber weiter zu helfen. 1776 bezog er die Universität Leipzig, um die Rechte zu studiren, doch veränderten Gelegenheit und Umstände seinen Plan, so dass er die Musik zu seinem Lebensberuf wählte. Schon in den ersten Jahren seiner akademischen Laufbahn wählte man ihn zum Concertspieler auf dem Flügel in dem Dreischwanenconcert, und als dieses einging und der Kapellmeister Hiller ein ähnliches Institut im Apel’schen, später Thomäischen Hause errichtete, übertrug man ihm ebenfalls das Clavier- und Orgelspielen. Die gleiche Funktion übte er von 1781—1785 in den Concerten im Gewandhaus, wo er auch als erster Violinist angestellt war. Als im letztgenannten Jahre Kapellmeister Hiller seine Aemter niedergelegte, wurden ihm auch diese angetragen und er übernahm nun die Direktion der Musik beim grossen Concert und die Organistenstelle an der neuen Kirche, die er auch beibehielt, als er 1810 Cantor und Musikdirektor an der Thomaschule wurde. 1786 hatte er sich mit der italienischen Sängerin Constanze Valdesturla verheiratet; diese, aus Pisa gebürtig, war fürstliche Kammersängerin und in Leipzig für die grossen Concerte engagirt, in welcher Eigenschaft sie daselbst 19 Jahre thätig war. Sie starb 1809. Schicht, ihr Gatte, gründete auch die Leipziger Singakademie und war seiner Zeit in Leipzig als Componist sehr angesehen, obwohl seine Werke weitere Verbreitung nicht gefunden haben.
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