Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878 › scan 109
Scan 109
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
11 lines. Read by computer on 16 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 103. See the scan on archive.org.
1Als Lehrer der Composition, als welcher er 30 Jahre lang thätig war, verfasste er »Grundregeln der Harmonie nach dem Verwechselungssystem« (Leipzig, Breitkopf & Härtel, in Folio, 66 S.). Sein thätiges Leben endete am 16. Februar 1823; von vier Töchtern überlebte ihn nur eine. Seine Compositionen sind: »Das Vaterunser und die Einsetzungsworte« für eine Singstimme mit Orgel (Kühnel). »Drei- und vierstimmige Choralmelodien zum Gebrauch für Gymnasien, Bürgerschulen u. s. w.« (Kühnel). »Moses auf Sinai«, Oratorium, Manuscript. »Das Ende der Gerechten«, dramatisches Oratorium, Manuscript. »Die Feier der Christen auf Golgatha«, Oratorium. Im Clavierauszuge (Kühnel). »Te deum laudamus«, nach Klopstock’s Uebersetzung, Manuscript. Cantaten. Fünfzig vierstimmige Choralmelodien für Singchöre. Grosse Choral-Motette: »Nach einer Prüfung kurzer Tage« von Gellert, elf Sätze, drei, vier, fünf, sechs, sieben und acht Stimmen. Choral-Motette: »Herzlich lieb hab ich dich, o Herr«. Motette: »Veni sancte spiritus« für vier Singstimmen (L. Kühnel, 1809). Eine grosse Anzahl weltlicher Cantaten. Oden und Lieder. Drei Sprichwörter im fugirten Stil. Clavierconcert u. s. w. In der Uebersetzung von Schicht erschienen »Pleyel’s Clavierschule«, verbessert und vermehrt (B. Kühnel). »Clementi’s Pianoforteschule«, verbessert (Ebend.). »Pelegrini Celoni (Anne Maria) Gesangsmethode oder Anweisung zum regelmässig guten Gesange«, übersetzt (bei Kühnel).
3Schick, Ernst Joh. Christ., königlicher Concertmeister und erster Violinist an der Oper zu Berlin, war im Haag im October 1756, wo sein Vater Tanzlehrer war, geboren. Dieser bestimmte ihn für denselben Beruf, zu welchem Zwecke er zunächst etwas Violine spielen lernen sollte. Der Concertmeister Kreusser jedoch veranlasste den Vater, ihn in der Musik ausbilden zu lassen, so dass er in der Folge ein trefflicher Violinist wurde. Während eines Aufenthaltes in Amsterdam hatte er sich die Violinisten Esser und Lolli, besonders den letzteren, zum Vorbilde genommen. Im Jahre 1793 erhielt er seine Anstellung in Berlin und richtete demnächst in Gemeinschaft mit dem Kammermusiker Bohrer Abonnemntsconcerte ein, in welchen sie hauptsächlich weniger bekannte klassische Compositionen auf ihr Programm nahmen. Er starb am 10. Febr. 1815 in Berlin. Von seinen Compositionen werden sechs Violinconcerte genannt, die seit 1773 einzeln erschienen. Dazu gehört wahrscheinlich auch: »Conc. pour violon princ. avec 2 V., A., B., 2 Hob., 2 Hörner, op. b. Hummel. one of two readings
4Schick, Ernst Joh. Christ., königlicher Concertmeister und erster Violinist an der Oper zu Berlin, war im Haag im October 1756, wo sein Vater Tanzlehrer war, geboren. Dieser bestimmte ihn für denselben Beruf, zu welchem Zwecke er zunächst etwas Violine spielen lernen sollte. Der Concertmeister Kreusser jedoch veranlasste den Vater, ihn in der Musik ausbilden zu lassen, so dass er in der Folge ein trefflicher Violinist wurde. Während eines Aufenthaltes in Amsterdam hatte er sich die Violinisten Esser und Lolli, besonders den letzteren, zum Vorbilde genommen. Im Jahre 1793 erhielt er seine Anstellung in Berlin und richtete demnächst in Gemeinschaft mit dem Kammermusiker Bohrer Abonnemmtsconcerte ein, in welchen sie hauptsächlich weniger bekannte klassische Compositionen auf ihr Programm nahmen. Er starb am 10. Febr. 1815 in Berlin. Von seinen Compositionen werden sechs Violinconcerte genannt, die seit 1773 einzeln erschienen. Dazu gehört wahrscheinlich auch: »Conc. pour violon princ. avec 2 V., A., B., 2 Hob., 2 Hörner, op. b. Hummel. one of two readings
6Schick, Friedrich, der Sohn des Vorigen und der berühmten Sängerin Margarethe Schick, ist am 6. Novbr. 1794 geboren. Er wurde als Clarinettist königl. Kammermusiker zu Berlin und liess sich daselbst in Concerten mit grossem Beifall hören; später trat er als Staatshoboist in das Musikchor des Kaiser-Alexander-Regiments und erhielt den Titel Musikdirektor. Er hat viel Compositionen für Militärmusik eingerichtet.
8Schick, Julie, Sängerin bei der königl. Oper zu Berlin, Tochter von Ernst und Margarethe Schick (s. unten), betrat die Bühne zuerst am 26. Jan. 1807 als Amalie in »Das unterbrochene Concert«. Sie war eine Schülerin Righini’s und hatte eine volltönende und dabei zarte und weiche Stimme. Sie sang mit Beifall, so lange sie der Bühne angehörte; als sie sich mit dem Landrath von Schätzel verheiratete, trat sie von derselben zurück. Nach dem Tode ihres Gatten lebte sie als Gesanglehrerin. Ihre Tochter, Pauline von Schätzel, ist die rühmlichst bekannte Sängerin (s. d.), später Frau von Decker.
10Schick, Margarethe Luise, geborene Hamel, eine der ausgezeichnetsten Sängerinnen, ist am 26. April 1773 zu Mainz geboren. Ihr Vater lebte dort als kurfürstlicher Fagottist und ertheilte ihr bereits im sechsten Jahre Clavierunterricht und zwei Jahre später erhielt sie von der Sängerin und Lehrerin Frau Hellmuth den ersten Gesangsunterricht. Bald gewann ihre Stimme eine für ihr Alter so seltene Fülle, dass der Kurfürst Friedrich Carl sie in Würzburg vom dortigen als Gesanglehrer geschätzten Kapellmeister Stephani ausbilden liess. Fünfzehn Jahre alt, wurde sie mit 500 Gulden als Hofsängerin bei der Kirchen- und Kammermusik angestellt. Ihre Gesangsstudien setzte sie
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.