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Scan 113
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
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1nur ein Werk, welches acht Violinconcerne umfasst, vorhanden, es heisst: »Thesaurus reconditus quem que quaerit, inveniet seu VIII concerten a violino principale, 2 violini, viola, violoncello et organo« (Ausburg, 1727, in Fol.).
3Schieke, Johann, geboren in Grimma in Sachsen, war 1693 Student der Universität Leipzig, wo er am 22. Decbr. desselben Jahres eine Rede hielt, welche gedruckt erschien: »Organum musicum, historice extractum« (Leipzig, Joh. Georg, in 4°).
5Schiemann, Christ., ist im Novbr. 1824 zu Kopenhagen geboren und seit 1845 Mitglied der königl. Kapelle daselbst. Er ist einer unserer bedeutendsten Oboebläser, machte als solcher erfolgreiche Concertreisen in Deutschland und Frankreich, und veröffentlichte auch mehrere treffliche Studienwerke für Oboe.
7Schietto, schiettamente, Vortragsbezeichnung = einfach, auf einfache Weise, ohne Verzierungen.
9Schiff, Christian, Cantor und Musikdirektor zu Lauban in Schlesien in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, componirte eine Trauerode für Sopran, Contraalto, zwei Tenöre und Bass (Görlitz, 1679, in Fol.). Der Pastor Muscov griff ihn hierauf in einer Schrift an: »Vom rechten Gebrauche und Missbrauche der Kirchenmusik«; worauf der Gegner in einer gemässigten Schrift eine Entgegnung brachte: »Schrift und Vernunft, mässiges Lob der in Gottes Wort wohlgegründeten Vocal- und Instrumental-Kirchenmusik, aus rechtschaffener Theologorum Schriften entlehnt, und wider den Verstand und lieblosen Eifer der Musikfeinde wohlmeinend vorgestellt von Christian Schiff, chori musici Director« (Lauban, 1694, in 8°, 30 S.).
11Schikaneder, Emanuel Johann, geboren in Regensburg 1751, lebte in den elendesten Verhältnissen als wandernder Musikant und seit 1773 als Mitglied einer herumziehenden Schauspielertruppe, bis er die Pflegetochter seines Prinzipals, Eleonore Artim, heiratete und selbst die Direktion übernahm. Seine Gesellschaft spielte in Insbruck, Laibach, Graz, Pressburg, Pest und Salzburg; hier machte Sch. die Bekanntschaft der Familie Mozart und 1780 veranlasste er bereits Wolfgang zu Compositionen für die Bühne. Bei seiner Direktionsführung verfolgte er nur den Plan, das Publikum heranzuziehen und war durchaus nicht wählerisch in seinen Mitteln. Er war zugleich als Sänger und Schauspieler und auch als Dichter thätig und hatte es nach einigen Jahren seiner Direktionsführung zu einer gewissen Wohlhabenheit gebracht; eine verunglückte Aufführung eines seiner Stücke machte ihn indess bankerott. 1784 spielte er mit seiner Truppe im Kärntnerthortheater, musste aber 1786 Wien wieder verlassen; auch seine Direktionsführung in Regensburg brachte ihm keinen Segen und so kam er 1787 wieder nach Wien zurück und übernahm die Leitung des Theaters im Staremburgischen Hause, welche inzwischen seine Frau geführt hatte. Obgleich er hier grössere Einnahmen erzielte, war er doch oft in grosser Geldverlegenheit und von Gläubigern hart bedrängt, weil er ein schwelgerisches Leben führte. Im Frühjahr 1791, als er wieder in grosser Bedrängniss war, wandte er sich an Mozart und theilte ihm mit, dass er verloren sei, wenn er nicht eine Oper von grosser Anziehungskraft gewönne. Mozart componirte ihm die Oper »Die Zauberflöte«, zu welcher Sch. den Text geschrieben hatte. Die Oper wurde am 30. Septbr. 1791 zum ersten Mal gegeben und dass sie für Sch. den gewünschten Erfolg hatte, ist hinlänglich bekannt; er erwarb ein grosses Vermögen damit, das er indess eben so leichtfertig wie früher verprasste. Er starb in den dürftigsten Verhältnissen am 21. Septbr. 1812. Von seinen Operntexten sind noch zu erwähnen: der zweite Theil der »Zauberflöte«, den Winter componirte, »Die beiden Antons« (1., 2., 3. und 4. Theil) von Schenk und Anderen componirt; »Der Spiegel von Arkadien«, Musik von Süssmaier; »Der Königsohn von Ithaka«, von Hoffmeister componirt; »Die Pyramide von Bayblon«, von Winter und Gallus componirt; »Das Donauweibchen« u. A. Die Operette »Lyranten« setzte er auch in Musik.
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