Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 115

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878

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1Schimperlin, Christian, Musiker, welcher im Anfang des 17. Jahrhunderts Cantor in Ochsenhausen in Württemberg war. Es sind von ihm sechs achtstimmige Messen (Augsburg, 1616) vorhanden.
3Schimpke, Christoph, geboren zu Tetschen in Böhmen gegen 1725, war Virtuose auf dem Fagott und auch geschickt in der Behandlung anderer Instrumente. Er war Musikdirektor des Grafen Thun und ging später in der selben Eigenschaft nach Johannisberg in Schlesien, wo er 1789 starb. Die Manuskripte seiner Compositionen, Sinfonien, Violin- und Cello-Concerte, Concerte für Hoboe, Horn und eins für Fagott wurden von Zeitgenossen gerühmt.
5Schindelmeisser, Fanny, Musiklehrerin und Vorsteherin einer Musiklehranstalt zu Berlin. Sie war in Königsberg in erster Ehe mit dem Kaufmann Dorn verheiratet, verlegte nach dem Tode ihres zweiten Gatten, Schindelmeisser, ihren Wohnsitz von Königsberg nach Berlin und errichtete hier eine Musikschule nach eigener Methode, welche hauptsächlich darin bestand, eine ganze Klasse von Kindern zu gleicher Zeit auf stummen Tastaturen zu unterrichten. Näheres darüber findet man in einer von ihr herausgegebenen Schrift: »Ein Wort über meine Musikunterrichtsanstalt« (Berlin, Voss, 1840, in 8°, 33 Seiten) und in einem anerkennenden Aufsatz von C. G. Reissiger (»Leipziger Musikzeitung«, 1838). Eine Anstalt nach gleicher Methode errichtete Frau Sch. 1845 in Dresden. Am 28. Febr. 1846 starb sie in Berlin. Sie ist die Mutter von Heinrich Dorn (s. d.) und Louis Schindelmeisser (s. u.).
7Schindelmeisser, Louis, grossherzogl. hessischer Hofkapellmeister in Darmstadt, Inhaber der goldenen Verdienst-Medaille u. a. Orden, wurde zu Königsberg am 8. Decbr. 1811 geboren und kam mit seiner Mutter, 13 Jahr alt, nach Berlin, wo er das Gymnasium besuchte. Musikunterricht erhielt er zuerst von einem Franzosen Namens Hostié, später von Gährich. Sein bevorzugtes Instrument war die Clarinette, auf welcher er sich 1830 im königl. Schauspielhause öffentlich hören liess. 21 Jahr alt verliess er Berlin und war nacheinander Kapellmeister in Salzburg, Innsbruck und Gratz, worauf er 1837 nach Berlin zurückgekehrt, auf kurze Zeit eine ebensolche Anstellung am Königstädtter Theater annahm. In Pest, wohin er sich nun begab, blieb er neun Jahre, bis der Verfall des deutschen Theaters daselbst und zuletzt der Brand desselben, ihn forttrieben. Nach einigen Querzügen erhielt er in Darmstadt eine lebenslängliche Anstellung. Er starb am 30. März 1864. Seine Compositionen sind die Opern: »Mathilde«, heroische Oper, 3 Akte. »Die zehn glücklichen Tage«, 4 Akte. »Peter von Szâpâry«, ungarische National-Oper, 3 Akte, 1839 in Pest aufgeführt; ebenda 1841 »Malvina«, tragische Oper, 4 Akte. »Der Rächer«, 4 Akte. Oratorium Bonifacius, in Pest aufgeführt. Musik zu Schauspielen. Lieder und Gesänge. Concert für Clarinette mit Pianofortebegleitung (Leipzig, Breitkopf & Härtel). Concertante für vier Clarinetten und Orchester (ebend.). Claviercompositionen.
9Schindler, Anton, geboren 1796 zu Medl bei Neustadt (Regierungsbezirk Olmütz), wo sein Vater Schulmeister war. Er bildete sich zum Violinisten und fand als solcher, später als Kapellmeister der deutschen Oper daselbst Anstellung. Zu derselben Zeit lieferte er auch die musikalischen Nachrichten für die Theaterzeitung in Wien. Alles Dinge, um die er längst vergessen sein würde, wenn er nicht zu Ludw. van Beethoven in ein näheres Verhältniss getreten wäre, welches er durch unermüdliche Dienstbefliessenheit für diesen sich errang, erhielt und dabei dem grossen Manne in einem gewissen Sinne wirkliche Freundschaftsdienste leistete. Beethoven, der in vielen äussern Vorkommnissen des Lebens unbehilflich war, kehrte, obwohl eine wirkliche Sympathie diese Beiden nicht verbinden konnte, wegen der Hingabe desselben an ihn, immer wieder zu Sch. zurück, der sich durch treue Beharrlichkeit das Glück verdiente, eine Reihe von Jahren und bis zur letzten Stunde Beethoven’s, um ihn sein zu dürfen. Ueber diese letzten Tage und das Leichenbegängniss Beethoven’s

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