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Scan 124
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
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1Schlicht, Levin Jonathan, geboren zu Calka in der Mark am 26. Octbr 1681, war Pastor an der Georgenkirche zu Berlin und starb daselbst am 7. Jan. 1723. Unter seinen vielen Programmen handelt eins von der Musik: »De admirandis quibus dam soni musici effectibus.«
3Schlichtegroll, Adolph Heinrich Friedrich von, Literat und Philologe, geboren am 8. Decbr. 1764 zu Gotha, wurde später daselbst Gymnasial-Professor und Bibliothekar des Herzogs von Gotha. Er starb in München am 4. Decbr. 1822. Zu seinen Schriften gehört: »Nekrolog der Deutschen« (Gotha, 1790—1806, 34 Bände), in welchem Nachrichten über mehrere berühmte Musiker sich finden.
5Schlick, Arnold, Hoforganist des Kurfürsten von der Pfalz, geboren in Böhmen 1640, gab eine Sammlung von Gesängen in Orgel- und Lautentabulatur gesetzt heraus. Das Werk, eine der ersten Publikationen Peter Schöffer's, ist sehr selten geworden. Das Exemplar auf der Berliner königl. Bibliothek ist ohne Titelblatt; dies ist handschriftlich von Dehn ergänzt, nach dem Exemplar, welches C. F. Becker in Leipzig besass und das mit dessen Bibliothek an die Leipziger Stadtbibliothek überging. Der Titel lautet: »Tabulaturen Etlicher lobgesäng vnd liedlein vff die orgeln vnd lauten ein theil mit zweien stimmen zu zwicken und die drit dartzu zu singen, etlich on gesangk || mit dreien von Arnolt Schlicken Pfalz || gravischen Churfürstlichen organisten tabulirt vnd in den truck d'vrsprunglichen stat der truckerei zu Mainz | wie hienach folgt verordnet«. Auf dem letzten Blatt steht: »Gedruckt zu Mentz durch Peter Schöffer. Uff sant Matheis abent. Anno M.D.xij (1512)«. Zuerst bringt das Werk zwei Briefe; der erste von Arnold Schlick dem Sohne, datirt vom Chatarinen Tage 1511, der den Vater ersucht, ihm eine Sammlung für Orgel und Laute zusammenzustellen. In dem Antwortschreiben verspricht der Vater dem Sohne, seinem Wunsche zu entsprechen, obgleich er des Augenlichs beraubt sei und er nimmt dabei Gelegenheit, Sebastian Wirdung wegen seiner ähnlichen Arbeiten heftig anzugreifen und wirft ihm dabei vor, dass er selbst das nicht verstehe, was er zu lehren beabsichtige. Am Schluss spricht sich der Verfasser über sein Werk dahin aus: »Dweil ein iedes dinck | das vnderschiedlich vnd ordenlich gemacht | den leser mer bewegt vnd lustiger zu lesen | denn so es confuss vnd unordenlich gesetzt | hab' ich diess wercklin vnd prob wie noch volgt zu trucken geordnet vnd in trewe theil vnterschieden. Zum ersten hab ich Tabulatur vff die orgel Chorgesangk | vn etlich lieder | mit dreien vn mit fiern stimmen gesatzt. Zum andern tabulatur vff die lauten | zwo stimmen zu zwicken und ein zu singen. Zum dritten dreiw liedlein mit dreien stimmen zu zwicken«. Seinem Sohne
7Schlick, Arnold, wird von Kiesewetter ein auf der königl. Bibliothek in Berlin befindliches Manuscript »De Musica poetica« (begonnen 1533, vollendet 1540) zugeschrieben, doch ohne recht stichhaltigen Grund. Das Manuscript, von dem Kiesewetter eine Beschreibung giebt in »Allgemeine Musik-Zeitung«, Jahrg. 33, No. 23, enthält unter andern auch Proben der Partituren des Mittelalters. Erwähnt sei noch, dass Ornitoparchus das vierte Buch seines »Musicae activae Micrologus« Schlick dem Vater dedicirte.
9Schlick, Johann Conrad, geboren 1759 wahrscheinlich in Münster, war bereits im Alter von 17 Jahren als Cellist in der bischöflichen Kapelle obiger Stadt angestellt. 1777 unternahm er eine Kunstreise, kam nach Gotha und trat dort mit dem Titel Secretär in die Kapelle des Herzogs August. Schlick befestigte durch mehrere Reisen seinen Ruf als Violoncellvirtuos und starb 1825 in Gotha. Von seinen gedruckten Compositionen sind zu erwähnen: Drei Quintette für Violine, Violoncell, Flöte, Bratsche und Bass (Paris, 1787). Symphonie concertante für Violine und Violoncell (Gotha). Drei Sonaten für Pianoforte, Violine und Violoncell, op. 3 (ibid. 1797). Sechs Quartette für zwei Violine, Bratsche und Violoncell (ibid.). Concert für Violoncell, op. 5 (Leipzig, Peters). Drei Sonaten für Violoncell und Bass (Paris, Sieber). Die
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