Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 125

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878

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1grössere Anzahl Compositionen Schlick's (gegen 100) ist ungedruckt geblieben. Es gab darunter Concerte für Violine, Viola und Violoncell; Streichquartette; Violoncellsolos; Sinfonien; Guitarrenstücke u. s. w.
3Schlick, Regina Strina Sacchi, Gattin des Vorigen, geboren 1764 zu Mantua, nach Jahn zu Ostiglia, wurde in der Musik Schülerin des Conservatoriums della Pieta in Venedig. Als Hauptinstrument erwählte sie die Violine und erlangte auf derselben eine so bedeutende Virtuosität, dass sie sich mit Erfolg in dem Concert spirituel zu Paris hören lassen konnte und zwar zu einer Zeit, wo sie mit mehreren berühmten Geigern concurriren musste. In den Jahren 1780 bis 1783 concertirte sie in Italien und erregte namentlich in Rom, Neapel und Florenz die grösste Bewunderung. In Gotha lernte sie Schlick kennen, der ihr 1785 nach Italien folgte und sie von dort als Braut nach Gotha brachte, wo er sie heiratete. 1784 kam sie nach Wien. Mozart rühmt seinem Vater, sie habe sehr viel Geschmack und Empfindung in ihrem Spiel, was dieser seiner Tochter bestätigt, als die Strinasacchi im December 1785 nach Salzburg kam (7. Decbr.): »Sie spielt keine Note ohne Empfindung, sogar bei den Sinfonien spielte sie alles mit Expression und ihr Adagio kann kein Mensch mit mehr Empfindung und rührender spielen als sie; ihr ganzes Herz und Seele ist bei der Melodie, die sie vorträgt und ebenso schön ist ihr Ton und Kraft des Tones. Ueberhaupt finde, dass ein Frauenzimmer, die Talent hat, mehr mit Ausdruck spielt, als eine Mannsperson«. »Ich schreibe«, fährt Wolfgang fort, »eben an einer Sonate (454 K.), welche wir Donnerstag im Theater bei ihrer Academie zusammen spielen werden« (24. April 1784). Aber die Sonate wurde nicht zur rechten Zeit fertig, und nur mit Mühe erpresste die Strinasacchi am Abend vor dem Concert wenigstens die Violinstimme von Mozart, die sie am folgenden Morgen ohne seine Beihilfe einübte; er sah sie erst im Concert wieder. Beide spielten vortrefflich und ernteten mit der Sonate grossen Beifall ein. Kaiser Joseph, der zugegen war, glaubte aus seiner Loge mit der Lorgnette zu erkennen, dass Mozart keine Noten vor sich hätte; er liess ihn zu sich rufen und ihn bitten, die Sonate mitzubringen. Es war ein leeres Notenblatt mit Taktstrichen, denn Mozart hatte keine Zeit gefunden, die Clavierstimme aufzuschreiben und spielte die Sonate, die er also noch gar nicht gehört hatte, aus dem Gedächtniss (Jahn, W. A. Mozart, 2. Auflage, II. 25). Regina liess sich oft mit ihrem Manne auf zahlreichen Kunstreisen in Doppelconcerten für Violine und Violoncell hören und starb ungefähr 1823 in Gotha. Auch als Guitarrenspielerin soll sie vorzüglich gewesen sein, wie denn auch ihre äussere Erscheinung als bezaubernd geschildert wird. Eine Tochter Beider wurde bekannt als gute Clavierspielerin und spielte öffentlich, so 1799—1800 in Leipzig mit ihren Eltern Trios für Pianoforte, Violine und Violoncell.
5Schlick, Johann Friedrich Wilhelm, Sohn des Vorigen, geboren zu Gotha am 24. Jan. 1801, genoss, obgleich seine Eltern häufig auf Kunstreisen abwesend waren, doch eine äusserst sorgfältige Erziehung, erst in Gotha, dann in Hildburghausen als Pensionär des Gymnasialdirektors Dr. Sickler. Nach Abschluss seiner Gymnasial-Studien in Gotha wurde er zum Kaufmannsstand bestimmt, da er zum Studiren keine Neigung zeigte, die Musik aber nach dem Willen des Vaters nicht als Lebensberuf ergreifen sollte. In einer Baumwollenspinnerei unweit des Städtchens Lahr im Breisgau bestand er seine dreijährige Lehrzeit, kehrte aber, da sein Vater indess gestorben war, nach Gotha zurück und widmete sich nun mit Eifer der Musik. In Weimar nahm er Unterricht beim Kammermusikus Haase im Violinspiel, musste aber bald in Gotha seines Unterhalts willen im Orchester mitspielen. Später erhielt er eine Anstellung als Sekretär und Cellist bei dem Amtsrath Lucas, Rittergutsbesitzer in der Nähe von Grossglogau und hier erst gelang es ihm, sich auf seinem Instrumente zu vervollkommnen. Im J. 1823 wurde er durch Vermittlung der Kapellmeister von Weber und Morlacchi, als Accessist in die königlich sächsische

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