Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 138

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878

10 lines. Read by computer on 16 September 2026. Printed page 132. See the scan on archive.org.

1von seinen Arbeiten gedruckt: »Sing- und Spiel-Oden« (Leipzig, 1762). »Ode aufs Hamburger Wohl« (Hamburg, 1766). »Präludien, Fugen und andere Orgelstücke« (Berlin, 1778).
3Schnabel, franz.: bec, Bezeichnung für das Mundstück der älteren Flûte à bec (Schnabelflöte), sowie auch der Clarinette und der zu ihrer Familie gehörenden Instrumente. Ueber die Construktion des Schnabels vergl. die angeführten Instrumente.
5Schnabel bei der Orgel ist der obere Theil des Mundstücks einer Zungenstimme (s. d.).
7Schnabel, Joseph Ignaz, bedeutender Kirchencomponist, Organist und Dirigent, wurde am 24. Mai 1767 zu Naumburg am Quais geboren. Sein Vater, der Cantor in diesem Orte war, unterrichtete ihn im Violin- und Clavier-spiel vom sechsten Jahre an, in welchem Alter die Fähigkeiten des Knaben schon bedeutend hervortraten. Er hatte jedoch einige Jahre später das Unglück, ins Wasser zu fallen und dabei sein Gehör fast ganz einzubüßen, so dass man von der Musik Abstand nehmen musste, und der Knabe 1779 zu seinem Onkel, dem Prämonstratenser-Pater Johannes Brendel, nach Breslau gebracht wurde, weil er studiren und in den geistlichen Stand treten sollte. Er besuchte nun das katholische Gymnasium, aber der Mangel des Gehörs war auch hier so fühlbar, dass er auf den Rath seines Oheims nach Naumburg zurückkehrte. Nach Verlauf von zwei Jahren, während welcher Zeit sich sein Gehör zu seinem Glücke wieder fand, wurde er durch den Probst Milischer als Schullehrer in Paritz, einem Dorfe in der Nähe von Naumburg, angestellt. Der Druck geistigen und leiblichen Mangels in dieser Stellung hätte den begabten Mann wohl entmuthigen können, aber im Gegentheil legte er schon hier einen eclatanten Beweis seiner Energie und musikalischen Tüchtigkeit ab. Vertraut mit der Behandlung fast aller musikalischen Instrumente, bildete er aus den befähigteren Schülern ein Orchester, dessen Leistungen bald die Aufmerksamkeit der Umgegend erregten. Als er beispielsweise auf dem herrschaftlichen Schlosse zu Siegersdorf mit diesem Chor die G-moll-Sinfonie von Mozart aufführte, wollten die erstaunten Zuhörer kaum glauben, dass die Ausführenden nur Knaben und zwar Bauernknaben gewesen seien.
9In den allwöchentlich in Hohlstein stattfindenden Concerten wirkte Sch. als Contrabassist mit und lernte hier Mozart kennen, was auf seine Geschmacksrichtung von Einfluss blieb. Der Musikdirektor dieser Kapelle, Scholz, war es auch, der ihm zuweilen Haydn'sche und Mozart'sche Sinfonien lieh, aber ohne Partitur, so dass er sich durch Nebeneinanderlegen der Stimmen erst einen Ueberblick verschaffen konnte. Auch diese nicht geringere Schwierigkeit besiegte sein Feuereifer, der ihn auch antrieb, sich nun selbstthätig als Componist zu versuchen. Diese seine ersten Compositionen wurden in Naumburg unter seiner Direktion an Sonntagen in der Kirche aufgeführt; die Manuscripte mancher Messen, Offertorien u. s. w. werden noch sorgfältig in Naumburg, Greiffenberg, Löwenberg u. a. Orten aufbewahrt. Endlich fasste er aber den Entschluss, in Breslau einen angemesseneren Wirkungskreis zu suchen, und fand dort, durch Vermittlung des Regens am Vincentiner-Stifte, Steiner, eine Anstellung als erster Violinist an diesem Stift und am 5. März 1797 als Organist an St. Clara. Obwohl noch Stunden der Entmuthigung nicht fehlten, so ging doch Sch. in dieser grösseren Stadt eine neue Welt der Erfahrungen und Anregungen auf. Musikdirektor Förster nahm sich seiner väterlich an. 1799 erschienen drei Messen von ihm, und in der Kirche Maria Magdalena führte er ein Oratorium, aber unter dem Namen »Schnabeli« auf. Um dieselbe Zeit ungefähr nahm er gleichzeitig ein Engagement als erster Violinist am Stadttheater an, und bewies seine Vielseitigkeit, indem er zuweilen an Stelle Janetzek's oder Ebell's die Direktion der Oper übernahm. Im J. 1800 veranstaltete er, in Gemeinschaft mit diesen Direktoren, die Aufführung der Haydn'schen »Schöpfung«, der ersten in Breslau, die seitdem traditionell dort

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.