Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 153

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878

4 lines. Read by computer on 16 September 2026. Printed page 147. See the scan on archive.org.

1aristokratischen Familie war er bestimmt, eine höhere Carrière einzuschlagen. Seine ausgesprochene Neigung und die, durch die Revolution von 1789 veränderte Zeitströmung führten ihn der Kunst zu. Fast ganz ohne Anleitung, erwarb er sich im Clavierspiel, auch auf der Violine, dem Violoncello und Contrabass Fertigkeit und machte ganz als Autodidakt Compositionsversuche. 1810 erst ging er nach Zürich und später nach Wien, um Unterweisung zu suchen. Am letzteren Orte wünschte er der Schüler Beethoven's zu werden, musste aber mit Kienlen vorlieb nehmen, der nichtsdestoweniger ein vortrefflicher Lehrer war. Nach einem Aufenthalt von mehreren Jahren kehrte Schnyder nach der Schweiz zurück, machte 1815 den Feldzug gegen Frankreich mit und wurde dann Lehrer an dem Erziehungsinstitut von Pestalozzi zu Yverdun, bis er sich 1817 in Frankfurt a. M. niederliess, dort wirkte er als Lehrer der Theorie und Direktor einer Gesangsbildungs-Anstalt bis zu seinem Tode am 30. August 1868. 1832 hatte er bereits sein Schloss Wartensee zu einer Erziehungs-Anstalt eingeräumt. Seine musikalischen Aufsätze sind in der Musikzeitschrift »Cäcilia« und in der »Leipziger Allgemeinen Musikzeitung« zu finden. Von seinen Compositionen sind zu nennen: »Fortunat«, Oper; »Zeit und Ewigkeit«, Oratorium für Männeratimmen; »Das Grab«, vierstimmig mit Clavier ad libitum; »Der Friede«, vierstimmig mit Begleitung von Clavier und Clarinette (Bonn, Simrock); Cantaten heiteren und ernsten Inhalts; Vierstimmige Gesänge nach Gedichten Goethe's (Leipzig, Hoffmeister); Zwölf Schweizer-Lieder für Männerchor (Zürich, Orell, Füssli & Comp.); Geistliche Lieder von Novalis, für eine Stimme (Offenbach, André); Grosse Sonate für Clavier (Bonn, Simrock); Zwei Sinfonien für Orchester u. a.
3Schoberlechner, Franz, Componist und Claviervirtuose, wurde zu Wien am 21. Juli 1797 als Sohn eines Kaufmanns, der Musikliebhaber und guter Violinist war, geboren. Von einem anderen Lehrer vorgebildet, wurde F. der Schüler Hummel's, der auch für ihn das zweite Concert in C componirte, das er, zehn Jahre alt, mit Erfolg öffentlich vortrug. Hummel führte hierauf den jungen Schoberlechner nach Eisenstadt in Ungarn und verschaffte ihm die Protektion des Fürsten Esterhazy, welcher ihn zur weiteren Ausbildung nach Wien schickte. 1814 unternahm S. eine Reise über Grätz, Triest und Florenz, überall Concerte gebend. In der letzteren Stadt componirte er ein Requiem und die komische Oper »I Virtuosi teatrali« und das nächstfolgende Jahr als Kapellmeister der Herzogin von Lucca die Oper: »Gli Arabi nelle Gallie«, welche gut aufgenommen wurde. 1820 in Wien, wo er Clavierunterricht ertheilte, schrieb er »Der junge Onkel«. 1823 unternahm er eine neue Reise und zwar nach Russland, wo er sich in Petersburg mit vielem Beifall hören liess. Er verheiratete sich hier am 8. Mai 1824 mit der Tochter eines italienischen Gesanglehrers, Sophia dall' Occa, mit welcher er wiederholt Concertreisen nach Italien, Deutschland und wieder zurück nach Petersburg und abermals nach Italien machte. Die Oper »Il Barone di Dolzheim«, für seine Frau geschrieben, wurde in Petersburg aufgeführt, wo das Ehepaar bei einem dritten Aufenthalt daselbst eine Concerteinnahme von 10,000 Rubel erzielte. S., den indessen dies Reiseleben in seiner Componistenbeschäftigung störte, kaufte, als sie 1841 wieder in Italien waren, bei Florenz ein Landgut, auf das er sich zurückzog. 1837 wurde in Mailand die Oper »Rossant« von ihm aufgeführt. Auf einer Reise nach Deutschland starb er am 7. Jan. 1843. Ausser den genannten Opern sind folgende Compositionen zu nennen: »Thèmes variés pour piano et orchestre«, op. 46 (Wien, Leidesdorf). »Variations pour piano et quatuor sur un thème de la Sonnambula de Bellini« (Mailand, Riccordi). »Grand Trio pour piano, violon et violoncell (Florenz, Cipriani). »Grand sonate pour piano, flûte ou violon (ibid.). »Rondeau brillant pour piano a quatre mains« (Wien, Pennauer). »Sonate pour piano seul«, op. 25 (Leipzig, Probst). »Sonate mélancolique«, op. 45 (Wien, Leidesdorf). »Rondeaux pour piano seul«, op. 2, 31, 36, 39 etc. (Wien, Mechetti, Artaria; Leipzig, Probst; Florenz, Cipriani).

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.