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Scan 172
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
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1frühen Kindesalter schon nach Paris unter Bordogni's Leitung und ging 1832 nach London, wo sie nach einem Debut kurze Zeit bei der deutschen Oper engagirt ward. Nach neuen Gesangstudien bei Bianchi in Mailand kehrte sie nach Berlin zurück und ward 1833 von dort als Sängerin an das Königl. Hoftheater in Dresden engagirt. Sie gehörte diesem Institute als sehr beliebtes und geschätztes Mitglied, in den letzten Zeiten auch als Schauspielerin, bis 1860 an, in welchem Jahre sie in Pension trat. Als Sängerin glänzte Maschinka Schubert namentlich im Coloraturfach durch tüchtige Technik und geschmackvollen eleganten Vortrag. — Die beiden Kinder Schubert's haben sich wie die Eltern der Kunst gewidmet. Georgine Sch. lebt in Strelitz als Grossherzogl. Kammersängerin, Franz Sch., Schüler seines Vaters, ist seit 1871 Mitglied der Königl. Sächs. Kapelle.
3Schubert, Johann Friedrich, geboren zu Rudolstadt am 17. Decbr. 1770, erhielt von verschiedenen Lehrern und an verschiedenen Orten Unterricht, zuletzt in Stettin von einem guten Violinisten Hauk, als er in dieser Stadt bereits Musikdirektor und Compositeur der Döbblin'schen Truppe war. Er war später in Glogau und nachher in Ballenstädt als Orchesterdirektor thätig und starb in Köln im October 1811. Man kennt von ihm: »Die nächtliche Erscheinung«, Oper in zwei Akten, aufgeführt in Stettin 1798. »Concerto pour le violon« (Leipzig, Breitkopf & Härtel, 1805). »Symphonie concertante pour hautbois et basson«, op. 4 (Leipzig, Peters). »Trois duos pour deux violons«, op. 1 (Leipzig, Breitkopf & Härtel). »Trois idem«, op. 2 (ibid.). »Vierundzwanzig kleine Stücke für das Clavier«, op. 3 (ibid.). »Neue Singschule, oder gründliche und vollständige Anweisung zur Singkunst in drei Abtheilungen u.s.w.« In der »Leipziger musikalischen Zeitung«, Theil 5, S. 769 Aufsatz über den Bau der Violine; im 6. Theil, Seite 187 über einen Vorschlag zur Verbesserung des Contrabasses.
5Schubert, Joseph, geboren 1757 zu Warnsdorf in Böhmen, erhielt von seinem Vater, dem dortigen Cantor, den ersten Unterricht in der Musik. 1768 kam er nach Prag, wo er das Gymnasium besuchte und beim Abbé Fischer weitere Studien im Clavierspiel und im Contrapunkt machte. Im J. 1778 ging Sch. nach Berlin, wo ihn der Königl. Preussische Kammermusikus Kohn als Violinspieler völlig ausbildete, so dass er 1779 in die Kapelle des Markgrafen von Schwedt eintreten konnte. 1788 kam er als Bratschist in die Kurfürstl. Sächs. Kapelle nach Dresden, wo er am 28. Juli 1833 im 80. Lebensjahr als Pensionär starb. Sch. ward bekannt als tüchtiger und geschickter Componist. In den Dresdener Königl. Musikalienhandlungen werden von seinen Compositionen in Handschrift aufbewahrt: 15 Messen, 2 Arien mit Clavierbegleitung, 1 Sinfonie, 1 Concert für Orgel u. s. w. Gerber (»N. L.« col. 132) nennt von ihm noch die Opern: »Rosalia«, »Der Gasthof zu Genua«, »Die Landplagen oder das blaue Ungeheuer« und »Die Entzauberung«. Ferner führt derselbe eine grosse Anzahl Kammermusikwerke Schubert's an, die dieser bis 1796 geschrieben hatte: 49 Concerte, als 15 für Violine, 3 für die Bratsche, 2 für's Violoncell, 9 für die Flöte, 2 für die Oboe, 10 für Fagott, 3 für Clarinetten, 3 für das Horn und 2 Doppelconcerte, eins für Flöte und Violine, das andere für 2 Flöten; 12 Duo's, als 6 für 2 Violinen und 6 für Flöte und Violine; 17 Sonaten, als 3 für Clavier mit Violine, 6 für das Clavier allein, 6 für die Violine allein und 2 für die Flöte, viele Harmonie-Suiten zu 9 Stimmen, darunter eine für 4 Chöre, jedes zu 9 Instrumenten; auch einige Sinfonien. Gestochen wurde von seinen Arbeiten: »Variazione per il Pianoforte«, op. 1 (Leipzig, 1800); Dlabacz führt aber »3 Duos pour le Violon« (Leipzig, 1803, Breitkopf) als op. 1 an. »Sechs kleine Clavierstücke« (Dresden). »Drei Claviersolo's«, op. 3 (wieder werden 2 Flötensolo's als op. 3 bezeichnet). »Drei Clavier-sonaten«, op. 4 (Berlin, Hummel). »Drei Violinsolo's mit Begleitung«, op. 5 (Dresden, 1790, bei Richter). »12 Menuets av. Trios pour le Clav.«, op. 6 (ebendas. 1790). »12 ganz leichte Divertissements für Clavier« (ebend. 1796,
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