Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878 › scan 174
Scan 174
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
8 lines. Read by computer on 16 September 2026. Printed page 168. See the scan on archive.org.
1besuchte er den Rhein, Brüssel, Paris, Holland, die Niederlande, ging 1835 nach London, von hier aus nach Petersburg, wo er Musikdirektor an der Universität und Inspektor der mit dem Theater verbundenen Musikschule wurde. Er blieb zwanzig Jahre in seiner Stellung in Petersburg und starb auf einer Besuchsreise am 22. Juli 1863 in Zürich. Von seinen Compositionen seien angeführt: »Concerto pour violoncelle et orchestre«, op. 5 (Hamburg, J. Schuberth). »Souvenir de la Hollande, fantaisie et variations sur l’air national hollandais pour viol. et orch.«, op. 3 (ibid.). »Fantaisie brillante sur des thèmes italiens, idem«, op. 8 (ibid.). »Carneval suisse variations burlesques, idem«, op. 9 (ibid.). »Scène champêtre, idem«. »Deux caprices en forme d’études, idem«, op. 13 (ibid.). »Fantaisie ou caprice (Puritaner) violl. et orch.«, op. 14 (ibid.). »Tarantelle pour violl. et orchestre«. Ferner: Romanzen ohne Worte für Violoncello, Quintette, Quartette, ein Oktett (bei Schuberth in Hamburg).
3Schubiger, Pater Anselm, geboren am 5. März 1815 zu Uznach Canton St. Gallen, kam musikalisch wohlvorbereitet in die Klosterschule nach Einsiedeln und wurde hier 1835 zum Priester geweiht. Er war anfangs sehr fleissig auf dem Gebiet der Composition, stellte dann aber eingehende historische Forschungen in Bezug auf die Geschichte des kirchlichen Gesanges an, als deren bedeutendste Frucht bisher das Werk: »Die Sängerschule in St. Gallen vom 8. bis 12. Jahrhundert« (Einsiedeln und New-York 1859) erschienen ist.
5Schuch, Ernst, geboren am 23. Novbr. 1848 in Gratz (Steiermark), besuchte das dortige Gymnasium, später das zu Marburg und studirte dann drei Jahre Jura auf der Universität seiner Vaterstadt. Früh schon zeigte sich bei ihm musikalisches Talent, welches er durch den Besuch der Musikschule in Gratz, wo er namentlich Violinunterricht erhielt, weiter ausbildete. Theoretischen Unterricht ertheilten ihm Musikdirektor Eduard Stolz, später Kapellmeister an der komischen Oper in Wien, und kurze Zeit auch Otto Desoff, jetzt Kapellmeister in Carlsruhe. 1867 fasste Sch. auf Veranlassung Lobe’s, damals Direktor des gleichnamigen Theaters in Breslau, den Entschluss, sich ganz der Musik zu widmen. Er trat nun bei Lobe’s Bühne als zweiter Musikdirektor ein und verdankte seine weitere praktische Ausbildung dem Musikdirektor Georg Ludwig Dumont, jetzt in Nürnberg. 1868 ging Sch. als Musikdirektor an das Theater nach Würzburg, 1869 nach Gratz und 1871 nach Basel. Im März 1872 engagirte ihn Pollini als Dirigent für sein damaliges italienisches Opernunternehmen. Von da an trat er 1872 als Königl. Musikdirektor in sächsische Dienste und erhielt 1873 das Prädikat als Königl. Sächs. Kapellmeister. Sch., seit Ende 1875 verheiratet mit der am Dresdener Hoftheater engagirten vorzüglichen Sängerin Clementine Proska, ist im Besitz eines bedeutenden Direktionstalentes, das sich wiederholt im Theater und im Concertsaal bewährt hat. Componirt hat er einige Lieder und zwei Ouverturen.
7Schucht, J. F., Dr. phil., Schriftsteller und Componist, ist 1832 in Holzthaleben in Thüringen geboren und zeigte früh auch grosse Neigung für Musik. Seiner wissenschaftlichen Ausbildung halber kam er nach Sondershausen, später nach Kassel, Frankfurt a. M., Leipzig und Berlin und überall war er bemüht, die für seine wissenschaftliche wie musikalische Ausbildung sich darbietende Gelegenheit zu nützen. Seine Lehrer in der Composition waren Hauptmann und Schnyder von Wartensee, und auch Spohr sah einige seiner Compositionen durch und ertheilte ihm Belehrung über Instrumentation und Formbildung. Von seinen Compositionen sind zu nennen: drei Sinfonien, Streichquartette, Lieder und Clavierwerke, von denen manche veröffentlicht sind. Auch eine Oper: »Die Franzosen in Madrid« hat er componirt, zu der er sich auch den Text dichtete. Ausserdem ist er seit Jahren für verschiedene Musikzeitungen schriftstellerisch thätig. In Berlin machte er die Bekanntschaft Meyerbeer’s, von dem er eine Reihe, bisher unbekannter Notizen über seinen Lebens- und Bildungsgang empfing, die Sch. zu einer anziehenden Schrift:
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.