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Scan 243
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
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1eingeflössst hatte, Unterricht und machte schnelle Fortschritte, so dass er nach Jahresfrist alle seine Mitschüler überflügelte und den ersten Preis erhielt. Er trat nun ins Theaterorchester und blieb in dieser Stellung drei Jahre, während welcher Zeit er durch unausgesetzte Studien sein Talent zu vervollkommnen strebte. Er liess sich auch in Brüssel öffentlich hören, ohne jedoch Aufsehen zu erregen, was ihm aber in Paris, wohin er sich begab, besser gelang. Mit einem Schlag trat er hier in die Reihe der ersten Violoncellisten, obwohl er die höchste Stufe seiner Technik zu dieser Zeit noch nicht erreicht hatte. 1834 ging S. nach London und spielte in den philharmonischen Concerten, kehrte dann nach Belgien zurück und erreichte nach zweijährigen erneuerten Studien jene glänzende Fertigkeit, wie sie nur Spielern ersten Ranges eigen ist. In diese Zeit fallen auch seine ersten Compositionen, in welchen den Ausführenden keine geringen Schwierigkeiten geboten werden. Diese Aufgaben hatte er zunächst sich selbst gestellt, verstand sie aber auch zu lösen. Auf den nun unternommenen vielfachen Reisen heimste er die Triumphe dafür ein. Er besuchte zunächst noch einmal Paris, Belgien, Holland, Deutschland, Russland. In der Hauptstadt des letzteren Landes wurde er besonders hoch gefeiert. 1840 kehrte er nach Hall zurück. Auf der zweiten Reise besuchte er Brüssel, Spa, Antwerpen, Petersburg, Moskau, Warschau, Prag, Wien, Berlin, Leipzig, Hamburg; 1847 abermals Paris und die rheinischen Städte, Dänemark, Norwegen, Schweden und Russland bis an die Grenze Sibiriens. In Petersburg hatte er sich 1842 verheiratet; 1848 nahm er in Brüssel festen Wohnsitz und wurde Professor am dortigen Conservatorium, zu gleicher Zeit Solovioloncellist des Königs der Belgier. In seiner Stellung als Lehrer hat er sich durch Heranbildung vorzüglicher Schüler ebenfalls Verdienste erworben. Seine Compositionen, die theilweise bei den Violoncellisten noch in gutem Ansehen stehen, sind: drei Violoncellconcerte, sechzehn Fantasien für Violoncell und Orchester, sechs Etudes caprices für Violoncell mit Clavierbegleitung, vierzehn Duos für Clavier und Cello über Motive aus verschiedenen Opern, in Gemeinschaft mit J. Grégoire, drei dergl. mit Leonard und eins mit Vieuxtemps. Sämtliche Compositionen erschienen bei Schott in Mainz. S. starb auf seinem Landsitze am 25. Novbr. 1866 in Hall, seinem Geburtsort, wo man ihm auch ein Denkmal errichtete. Sein Sohn
3Servais, Joseph, ist am 28. Novbr. 1850 in Hall geboren, erhielt vom Vater Unterricht und begleitete denselben auch auf Kunstreisen, bei denen er sich neben dem Vater hören liess. Er machte nach dem Tode desselben selbständige Reisen und nahm 1869 eine Stelle bei der Weimarsichen Hofkapelle an, die er aber 1870 wieder aufgab.
5Servin, Jean, geboren zu Orleans gegen 1530, lebte von 1572 an zu Lyon. Er setzte in Musik: »Psalmes de David, à trois parties« (Orleans, 1565, in 4° oblong.). »Chansons à quatre, cinq, six et huit parties«, livres I et II (Lyon, Charles Posnot, 1578, in 4° oblong.). »Psalmi Davidis à G. Buchanan versibus expressi nunc primum modulis 4, 5, 6, 7 et 8 vocum de cantandi« (Lugduni, apud Carolum Posnot, 1579, in 4° obl.). Sämtlich auf der Münchener Bibliothek.
7Serwaczyński, Stanislaw, Violinvirtuos, geboren im J. 1781 in Lublin, war der Sohn des Mich. Serwaczyński, Musikdirektor an der dortigen Kathedralkirche und bildete sich frühzeitig zum tüchtigen Violinvirtuosen. Schon in den Jahren 1818 und 1819 lenkte er durch seine Concerte Aufmerksamkeit auf sich und erregte im J. 1832 in Venedig, wo man ihn mit Paganini verglich, grosses Aufsehen. Im J. 1837 nahm er die Orchesterdirektorstelle beim Theater in Pest und im J. 1840 jene bei dem neu erbauten Graf Skarbek’schen Theater in Lemberg, wo er zugleich Musikdirektor an der Dominikanerkirche war, an. Im Sommer 1859 begab er sich in die Bäder nach Trushawec und erfreute durch sein meisterhaftes Spiel die Badegäste; er starb am 30. Novbr. 1859 in Lemberg. Sein Ton war zwar nicht gross, was vielleicht dem nach
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