Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 378

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878

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1pfeifereien (s. d. Art.) begründete, die erst in der neuesten Zeit mit ihren Einrichtungen und ihrem Innungszwange aufgehoben wurden und freien bürgerlichen Musikchören Platz machen mussten. Neben den zünftigen Stadtpfeifern bestand Jahrhunderte lang die Zunft der »Trompeter und Heerpauker« (s. d. Art.) mit besonderen Vorrechten, welche den Stadtmusikern mancherlei Beschränkung auferlegte. Durch Uebertretung darauf bezüglicher Verbote entstanden mancherlei Streitigkeiten, bis auch die Hof- und Feldtrompeter mit ihrem Zwange der freien Zeit gegenüber fallen mussten.
3Spiess, Johann Martin, Kirchencomponist, geboren in Baiern gegen 1715, war Musikdirektor und Gesanglehrer am Gymnasium zu Heidelberg und Organist an der Peterskirche daselbst liess sich später in Bern nieder, wo er 1766 noch lebte. Von seinen Compositionen erschienen im Druck: 1) »Davids Harfenspiel in 150 Psalmen auf 342 Liedermelodien« (Stuttgart, 1745, in 4°). 2) »Geistliche Liebesposaune in 342 Liedermelodien« (ebend.). 3) »Geistliche Arien« erster Theil (Bern, 1761, in 4°).
5Spiess, Meinrad, berühmter Kirchencomponist, geboren gegen Ende des 17. Jahrhunderts, wahrscheinlich in Baiern, war Prior des Klosters Yrsel in Schwaben. Er lebte als solcher noch 1774 im vorgerückten Alter. Sein Lehrmeister im Contrapunkt war Joseph Anton Bernabei. Der fleissige und gelehrte Musiker hinterliess die folgenden Werke: »Antiphonarium Marianum, continens 26 Anthiphonis, Alma Redemptoris, Ave Regina, a canto vel alto solo, cum 2 violinis et organo« op. 1 (Kempten, 1713). »Cithara Davidis noviter animata, hoc est Psalmi vespertini 4 vocum, 2 violinis, 2 violis, violine et organo«, op. 2 (Constance, 1717, in Fol.). »Philomela ecclesiastica hoc est cantiones sacrae, a voce sola cantante et 2 viol. cum org.«, op. 3 (Augsburg, 1718). »Cultus latrieutico-musicus, hoc est sex Missae fest. una cum 2 Missis de Requiem, 4 voc. ord. 2 viol., 2 violone et organo«, op. 4 (Constance, 1719). »Laus Dei in Sanctis ejus, hoc est Offertoria XX de Communi Sanctorum, a 4 voc. ord. 2 viol., 2 violone et organo«, op. 5 (Mindelheim, 1723). »Hyperdulia musica, hoc est Litaniae Laurentanae de B. M. V. a 4 voc., 2 viol., 2 violone et organo«, op. 6 (Augsburg, 1726). »Sonata XII ad 2 viol., violone et org.«, op. 7 (Augsburg, 1734). Sein letztes Werk ist: »Tractatus musicus compositorio practicus«, das ist: »Musikalischer Traktat, in welchen alle gute und sichere Fundamenta zur Musikalischen Composition zusammengetragen, gegen einander gehalten, erklärert und mit Exempeln erläutert werden u. s. w. sammt einem Anhange, in welchem fast alle in griechischer, lateinischer, welscher, französischer und deutscher Sprache gebräuchliche Kunstwörter erklärert werden« (Augsburg, 1745). Hiller gibt eine Analyse des Buches (»Wöchentliche Nachrichten«, Band III, 1768—1769) und bemerkt dabei mit Recht: Es würde sich besser lesen lassen, wenn es aus dem Deutschen noch einmal ins Deutsche übersetzt würde. Die Sprache in diesem Werke ist ebenso seltsam wie die Orthographie u. s. w.
7Spiletta, Sign., geborene Giordani, italienische Sängerin, sang 1755 in London mit ausserordentlichem Beifall, besonders wegen den geschmackvollen und immer neuen Verzierungen der Arien, die sie wiederholen musste, bewundert. Ihr Bild erschien in London nach van Loo, von Corbutt in Kupfer gestochen.
9Spillflöte, s. Gemshorn.
11Spinaccino, Francesco, der älteste italienische Lautenist, dessen Name bekannt ist. Die beiden ältesten Lautentabulaturen dieses Künstlers veröffentlichte 1507 Ottavio Petrucci. Diese Sammlungen führen den Titel: »Intabulatura de Lauto libro primo«. Auf der letzten Seite steht: »Impressum Venetiis, per Octavianum Petrutiun Forosemproniensem, 1507«. Auf dem zweiten Blatte steht: »Regula pro illis qui canere nesciunt«; auf dem dritten: »Christophorus Pierius Gigas Forosempronensis in laudem Francisci Spinaccini«. Das zweite Tabulaturenbuch führt den Titel: »Intabulatura de Lauto libro secondo« u. s. w.
13Spindelflöte, s. Spitzflöte.
15Spindler, Franz Stanislaus, Schauspieler, Sänger und Componist, ge-

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