Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 379

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878

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1boren zu Augsburg 1759, betrat 1782 zum ersten Mal das Theater. 1795 war er in Breslau, 1797 in Wien als Sänger thätig. Folgende auf verschiedenen Theatern beifällig aufgenommene Opern und Operetten schrieb er: »Kain und Abel«, Melodrama; »Balders Tod«, Oper; »Die Liebe in der Ukraine«, Oper; »Priamus und Thisbe«, Melodrama; »Der Wandersmann«, Operette (Text und Musik); »Reue vor der That«, »Freitags-Reisen«, »Amor und graue Haare« (Brünn, 1791); »Die vier Vormünder« (Breslau, 1795); Musik zu »Achmed und Zenide«.
3Spindler, Fritz, geschätzter Pianofortelehrer und Componist, wurde geboren in Wurzbach bei Lobenstein am 24. November 1817. Sein Vater, ein Uhrmacher, war leidenschaftlicher Musikdilettant, der insbesondere an Winterabenden seiner Familie Tänze auf der Violine vorspielte und dadurch den Sinn des kleinen Fritz für Musik erweckte. Dieser suchte den Vater anfänglich auf einer Violine, später auf einem Clavier zu begleiten. Bald folgte nun regelmässiger Unterricht im Pianoforte-, Violin- und Orgelspiel beim Cantor und Organisten Wilhelm Joch. 1831 bezog S. das Gymnasium zu Schleiz mit der Absicht, später Theologie zu studiren. Trotz fleissiger Studien der alten Sprachen und dem besten Vorsatz, ein tüchtiger Theolog zu werden, erwachte doch die Lust an der Musik immer heftiger, genährt durch die oft gehört trefflichen Aufführungen der fürstlichen Kapelle in Schleiz. So fasste er endlich den Entschluss, sich ganz der geliebten Kunst zu widmen und ging 1835 nach Dessau, um ausschliesslich Musik unter Leitung des berühmten Kapellmeisters Dr. Fr. Schneider zu treiben. Nach zweijähriger Lehrzeit in Dessau kehrte er nach Wurzbach zurück, um dort in strenger Zurückgezogenheit sich weiter auszubilden. 1841 ging S. nach Dresden, wo er bald einen grossen Wirkungskreis als Pianofortelehrer fand und von wo aus ihm seine zahlreichen Claviercompositionen bald eine ausserordentliche Popularität und Berühmtheit verschafften. Die Opuszahl seiner gedruckten Werke hat augenblicklich die hohe Zahl 310 erreicht. Die meisten seiner Clavierstücke sind mittelschwer und bringen die Klangwirkung des Instruments, sowie die Leistung des Spielers zu bester Geltung. Natürlich ist unter so vielen Werken nicht Alles gleich gut, doch sucht sich S. stets vom Gewöhnlichen fern zu halten. Dass er auch den höchsten Zielen der Kunst nicht ohne Erfolg nachstrebt, hat er durch seine trefflichen Compositionen für Orchester und Kammer bewiesen. Davon sind zu nennen: 2 bei Hoffmeister und Siegel in Leipzig erschien Sinfonien, op. 60 und 150; eine noch ungedruckte, aber oft mit Beifall aufgeführte »orientalische Sinfonie«; 1 Concert (C-moll) für Pianoforte und Orchester; 1 Quartett für Streichinstrumente; 1 Quartett und 1 Trio für Clavier und Streichinstrumente; 3 kleine Trios für Clavier und Streichinstrumente. Bemerkenswerth für Unterrichtszwecke sind 30 Sonatinen zu 2 Händen und 12 Sonatinen zu 4 Händen. — Eine Tochter Spindler’s, Hildegard, geschickte Pianistin, verheiratete sich 1875 mit dem russischen Hofrath Dr. Koppe.
5Spinett, ital.: Spinetto; franz.: Epinette nannte man die im 16. bis 18. Jahrhundert gebräuchliche kleine Sorte von Clavierinstrumenten, die von kleiner viereckiger Form (wie das Clavichord), aber auch zuweilen dreieckig waren (wie das Clavicembalo) und in der Stimmung um eine Quint oder gar eine Octav höher standen, als der gewöhnliche Flügel. Dieses Tasteninstrumentchen, das man in oder auf die grössern stellte, war nur einchörig mit dünnen Messingsaiten bezogen und hatte drei Octaven Umfang. Wie der Flügel, so wurde es durch Rabenkiele, an Docken befestigt, zum Klingen gebracht; das war sein Unterschied vom Clavichord, welches mit Tangenten die Saiten berührte. Hatte das Spinett zuweilen auch Flügelgestalt, so war stets die Claviatur an der geradlaufenden Langseite angebracht und liefen die Saiten nicht in der Richtung der Tasten (wie beim Flügel), sondern querüber. In England und in den Niederlanden hiess dasselbe kleine Tasteninstrument Virginal. In Deutschland nannte man es schlichtweg »das Instrument«, wie noch

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