Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 437

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878

17 lines. Read by computer on 16 September 2026. Printed page 431. See the scan on archive.org.

1cellos« (Prag, Berra). »Il Maestro e lo scolaro, S. imitazione e 6 pezzi con fugue per due violoncelli« (Bonn, Simrock). »Anleitung zum Violoncellspiel, in zwei Theilen, auch französisch: »Méthode de violoncelle, divisée en deux partie« (Mayence, Schott).
3Stiasny, Johann, Bruder des Vorigen, geboren zu Prag 1774, ebenfalls Violoncellist, übertraf seinen Bruder an Geschicklichkeit. Er war Orchestermitglied des Theaters zu Prag, später Musikdirektor in Nürnberg und in Mannheim. Eine Anzahl von Divertissements, Rondos, Sonaten, leichte Stücke für Violoncell allein und Violoncell und Bass sind in Bonn bei Simrock, in Mainz bei Schott und in Leipzig bei Peters erschienen.
5Stiasny, Johann, der Vater der beiden Vorigen, einer der vorzüglichsten Hoboisten, lebte in Prag als Orchestermitglied und starb daselbst 1788.
7Stiava, Francesco Maria, erster Organist des Königs von Sicilien zu Messina, war zu Lucca um die Mitte des 17. Jahrhunderts geboren. Er gab heraus: »Salmi concertati a cinque voci con violini obligati e ripieni a beneplacito«, op. 1 (Bologna, 1694, in 4°).
9Sticcato (ital.), Strohfidel (s. d.).
11Stich, Johann Wenzel, bekannt unter dem Namen Punto, der berühmte Hornbläser, als Leibeigner des Grafen von Thun zu Zcuzicz bei Czaslau in Böhmen geboren. Der Graf liess ihn in der Musik, und da er dafür besonderes Talent zeigte, speciell im Waldhornblasen unterweisen. Sein erster Lehrer war Joseph Matiegka, berühmter Prager Hornist, ein späterer Ssindel’arz in München und Hampel in Dresden. Nach vollendeten Studien kehrte Stich in den Dienst seines Herrn zurück; nach Verlauf von drei Jahren jedoch entzog er sich der Botmässigkeit desselben durch die Flucht in Gemeinschaft mit einigen anderen Musikern, und begab sich mit diesen nach Italien. Sein Herr liess ihnen nachsetzen und hatte, da es ihm hauptsächlich auf Stich anzukommen schien, den menschenfreundlichen Auftrag ertheilt, falls sie ihn nicht fassen könnten, ihm zum wenigsten die Vorderzähne einzuschlagen, um ihn zum Blasen unfähig zu machen. Stich übersetzte nun seinen Namen ins Italienische und nannte sich, um der Verfolgung besser zu entgehen, von da an Punto, unter welchem Namen er zu einem bedeutenden Rufe gelangte. Er bereiste Spanien, England, die Niederlande und Frankreich. 1778 machte er in Paris Aufsehen. Er blies auf einem silbernen Horn und wusste diesem die reinsten und schönsten Töne zu entlocken, so dass er seiner Zeit keinen Rivalen hatte. 1781 nach Deutschland zurückgekehrt, nahm er beim Bischof von Würzburg eine Stelle in dessen Kapelle an, die er aber 1782 mit einem vortheilhafteren Engagement beim Grafen von Artois in Paris, späteren König Karl X., vertauschte, der über alle Instrumente das Horn liebte. Dort erhielt er eine Pension zugesichert. 1787 besuchte er noch einmal Deutschland und hielt sich in Trier und Coblenz längere Zeit auf. Nach der Revolution 1789, als der Graf Artois Paris verlassen hatte, übernahm Punto einige Zeit die Direktion des Orchesters am Théâtre Variétés amusantes. 1799 verliess er Paris und kehrte abermals nach Deutschland zurück und concertirte in München und Wien. Beethoven componirte bei Gelegenheit der Anwesenheit Punto’s die Sonate für Clavier und Horn op. 17. Auch Prag besuchte Punto nach dreiunddreissigjähriger Abwesenheit und gab 1801 im National-Theater daselbst ein Concert. Nach einer gemeinschaftlichen Concertreise mit dem Pianisten Dussek kehrte er nach Prag zurück und starb daselbst nach fünfmonatlicher Krankheit am 16. Febr. 1803. Seine Landsleute bestatteten ihn mit allen Ehren und führten das Requiem von Mozart auf. Seine Grabschrift lautet:
13Omne tulit punctum Punto, cui Musa Bohema
14Ut plausit vivo, sic moriente gemit.
16Von Punto’s Compositionen sind gedruckt: »Concertos pour cor et orchestre«, No. 1, 2, 3, 4 (Paris, Sieber), No. 5 (Paris, Pleyel), No. 6 (Paris, Nadermann), No. 8 (Paris, Cochet), No. 10 (Paris, Imbault), No. 12, 13 (Paris, Le duc),

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