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Scan 118
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
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1Fingerfertigkeit entwickelte, »das ist schön, das ist schwer, aber hier (auf das Herz deutend) hat es mir nichts gesagt«.
3Nach drei Jahren kehrten beide Italiener nach Padua zurück und Tartini errichtete daselbst 1728 eine Musikschule, nicht zu seinem Ruhm allein. »Il maestro delle natione« nannten ihn die Italiener wegen der Schüler, die aus allen Ländern zu ihm strömten. Ins Ausland ging aber Tartini nicht mehr, selbst die grössten Anträge und glänzendsten Anerbietungen konnten ihn nicht dazu bewegen. Noch 1744 wurden ihm von Lord Midlesex 3000 Pfd. Sterl. geboten, wenn er mit nach London ginge. Er schrieb an den Unterhändler: »Ich habe eine Frau, die mit mir gleichen Sinnes ist, und habe keine Kinder. Wir sind mit unserem Zustande sehr zufrieden, und wenn sich ja ein Wunsch in uns regt, so ist es doch der nicht, mehr zu haben«. In seiner Stellung als Soloviolinist, die er 48 Jahre lang inne hatte, erhielt er 400 Dukaten, wofür er nur verpflichtet war, an hohen Festtagen zu spielen; aber sein Eifer für Kirche und Kunst führte ihn viel öfter dazu. Seine Violinschule und ein kleines eigenes Vermögen vervollständigten seine Einnahmen so, dass er gemächlich davon leben konnte. Zu seinen bedeutendsten Schülern gehören: Nardini, Pasqualino Bini, Alberghi, Dominique Ferrari, Carminati, Capuzzi, Mad. de Sirmin und die französischen Violinisten Pagin und Lahoussaye. Im 78. Jahre starb er am 26. Februar 1770 an einem Krebsschaden, der sich am Fuss gebildet hatte. Bei der Nachricht seiner Krankheit eilte sein Schüler Nardini von Livorno zu ihm und pflegte ihn bis zu seinem Ende. Seine sämtlichen geschriebenen Musikalien vermachte Tartini dem Grafen Thurn und Taxis, seinem Schüler, und seinem Freunde Professor Colombe trug er auf, sein Werk »Delle ragioni e delle proporzioni libri sei« durchzusehen und zum Druck zu befördern. Colombe starb darüber und der Verbleib dieses Manuscripts ist unbekannt. Tartini ist in der Parochialkirche der heil. Katharine begraben und Giulio Meneghini, sein Schüler und Nachfolger im Amt, veranstaltete einen Trauergottesdienst, auch wurde in der Kirche St. Antonio zu seinem Gedächtniss ein Requiem von Valotti aufgeführt.
5Tartini, ein ausführender Künstler ersten Ranges, erlangte fast noch mehr Bedeutung als Lehrer und zugleich als Begründer einer Theorie. Dabei entwickelte er auch als Componist eine für einen Instrumentalisten seltene Tätigkeit. Er schrieb über 200 Concertstücke, von welchen einige noch unsere heutigen Programme zieren, und zu welchen auch die berühmte Teufelssonate (Trille du diable) gehört. Ueber die Entstehung derselben erzählt Tartini, dass er einst im Traume den Teufel aufgefordert habe, ihm etwas zu spielen, was dieser gethan, nachdem sie einen Pakt gemacht hatten, und dass diese Musik so schön gewesen sei, dass er nach dem Erwachen gleich versucht hätte, sie aufzuschreiben. Das im Traum Gehörte wäre allerdings noch viel schöner gewesen, als die auf diese Weise entstandene Teufelssonate (s. Teufelssonate).
7Tartini’s erstes Werk erschien 1734 in Amsterdam bei Royer: »Sei concerti composti e mandati da G. Tartini a Gaspari Visconti«, opera 1, lib. 1 und 2. Diese Concerte sind für Violine mit Begleitung von zwei Violinen, Viola, Violoncello, Bass continuo und Clavier. Drei dieser Concerte wurden in Paris separat gedruckt unter dem Titel: »Tre concerti a cinque voci da Gius. Tartini« und drei andere aus denselben Heften; ebenfalls in Paris: »Concerti grossi, composti dell’ Opera prima di Gius. Tartini. Ein anderes Heft von Tartini trägt ebenfalls die Bezeichnung »Opera prima: Sonate (XII) a violino e violoncello o cembalo dedicate a sua Eccellenza il signor Girolamo Ascanio Giustianiani di Giuseppe Tartini« (Paris, Leclerc, chez Mad. Boivin; auch bei Le Cêne in Amsterdam als op. 1). Das zweite Werk, auch sechs Sonaten für Violine mit Violoncell, Bass continuo u. s. w., erschien in Rom, 1745, Paris und Amsterdam, und mit sechs anderen vereinigt unter dem Titel: »XII Sonate a violino e basso (nicht beziffert) dedicate al Signor Guglielmo Fegeri da Giuseppe Tartini. Opera terza« (Paris, Leclerc). Ferner sind noch bekannt: »Sei concerti a violino solo,
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