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Scan 119
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
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1due violini, viola e violoncello o cembalo di concerto», op. 4. »VI Sonates a violon composées par M. Giuseppe Tartini di Padoa, dédié a M. Pagèn (auch mit oeuvre 4 bezeichnet). Six sonates a violon seul et basse continue, dédié a Pagèn« (Paris, Leclerc, 1747). »Six sonates idem« (ibid. 1770). Noch andere Sonaten in Gruppen von sechs (Paris, Bertin, Meaupetit, Boivin, Leclerc, Mad. Castagneri). Eine Sammlung Violinsonaten »L’Arte dell’ arco« in Paris von Cartier herausgegeben: »L’Art de l’archet«. »Concerti (III) a cinque con violino obligato del Sig. Giuseppe Tartini. Libro I« (Paris, Mad. Boivin, M. Leclerc, M. Castagneri, M. Lainé). »VI Concerti a otto stromenti, a violino principale, violino primo, violino secondo, violino primo di ripieno, violino secondo di ripieno, alto viola, organo e violoncello obligato, des S. Giuseppe Tartini di Padua. Opera seconda« (Stampato a spese di Gerhardo Frederico Witvogel a Amsterdam). »Sei concerti a cinque stromenti, a violino principale, violino primo e secondo, alto-viola, organo e violoncello, composti e mandati per il Signor Giuseppe Tartini di Padoa. Opera prima, Libro secondo« (Amsterdam a spesa di Michele Carlo, Le Cêne). »Sei concerti a cinque stromenti, a violino principale, violino primo e secondo, alto viola, organo e violoncello del Sig. Giuseppe Tartini e Casparo Visconti. Opera prima, libro terzo« (Amsterdam a spesa di Michele Carlo di Cêne). Ausser diesen Werken hinterliess Tartini im Manuscript: 48 Sonaten für Violine und Bass, ein Trio für zwei Violinen und Bass und 127 Concerte für Violin-Solo, für zwei Violinen, Violo, Bass continuo u. s. w., ein vier- und fünfstimmiges, am Schluss achtstimmiges Miserere, 1768 in der päpstlichen Kapelle vor Clement XIII. aufgeführt.
3Wie erwähnt, soll er bereits 1714 auf die Entdeckung der Combinationsstöne (jetzt Differenztöne genannt) gekommen sein, doch gab er erst 1754 in dem erwähnten »Trattato« Kunde hiervon, während Romieu (s. d.) bereits 1751 in Frankreich und Sorge (s. d.) in Deutschland schon 1745 darüber berichten. Doch weil Tartini ein Harmoniesystem darauf baute, so nannte man die Combinationstöne auch Tartinische Töne. Tartini’s System erfuhr sehr heftige Anfeindungen, namentlich stellte es Serre (»Observations sur le principe de l’harmonic«, S. 109—169) als falsch und in der Praxis unhaltbar dar. Zur weiteren Begründung seines Systems veröffentlichte Tartini 1767 »De principii dell’ armonia musicale contenuta nel diatonico genere« (Padoa, 1767, in 4°, 120 S.) und direkt gegen Serre wandte er sich in der Schrift: »Risposta de Giuseppe Tartini alla critica del di lui Trattato di musica di M. Serre di Ginevra« (in Venedig, 1767). Die Entdeckung des sogenannten dritten Klanges, der durch zwei rein erklingende Intervalle erzeugt wird, ist allerdings von grosser Wichtigkeit, doch bieten die Folgerungen, die Tartini aus dieser Entdeckung zog, sehr viel Angriffspunkte. Er schliesst aus dieser Erscheinung, dass jeder Ton aus dem Zusammenklange bestimmter harmonischer Progressionen, die er harmonische Monaden nannte, entsteht. Schon dieser Grundsatz wird mit Recht angefeindet und widerlegt. Das weitere System aber, das Tartini darauf errichtete, ist dann mit metaphysischen und philosophischen Formeln so verbaut, dass es nur sehr schwer verständlich wird. Nach dem Vorgange Kepler’s dachte sich Tartini im Kreise eine metaphysische Zeugung, die von einem Individuum ausgeht, um das andere hervorzubringen, indess das Erzeugende stets als das Ganze fortexistirt. Darnach ist ihm auch im Kreise, dessen Durchmesser ihm für die Saite gilt, das harmonische Princip enthalten, das er dann nach dem harmonischen, arithmetischen und geometrischen Eigenschaften des Kreises entwickelt. Ein Brief von Tartini an seine Schülerin Sig. Lombardini, spätere Mad. Sirmen, über die Kunst des Violinspiels, wurde einige Monate nach dem Tode Tartini’s in »L’Europa letteraria« (Jahr 1770, Band V, Th. II, S. 74 u. f.) mit dem Titel: »Lettera alla signora Maddalena Lombardini, inserviente ad una importante lezione per i suonatori di violino« abgedruckt. Das Schriftchen erschien noch in demselben Jahre in Venedig ein halbes Blatt in 8°, ausserdem von Burney 1771 in englischer Uebersetzung: »Tartini’s Letter to signora Lombardini (afterwards Signora Syrmen); published as an important Lesson to performers on the
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