Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878 › scan 138
Scan 138
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
38 lines. Read by computer on 17 September 2026. Printed page 132. See the scan on archive.org.
1sind: »Deux concerto pour piano et orchestre« (Paris, Richault). »Sonate pour piano et violoncelle« (ibid.). »Trio pour piano, violon et violoncelle« (ibid.). »Pièces pour piano et violon« (ibid.). Eine grosse Anzahl von Clavierstücken, Nocturnos, Walzer, Mazourkas u. s. w.
3Teller, Marc, Priester und Musiker, gehörte im Anfange des 18. Jahrhunderts der Kirche zu St. Servasii in Mastricht an. 1726 liess er zu Augsburg sein erstes Werk drucken, es erschien unter dem Titel: »Musica sacra, stylo plane Italico et Cromatico pro Compositionis Amatoribus, complectens IX Motetta brevia de tempore et II Missa solennes etc.« Erst nach seinem Tode kam sein zweites Werk heraus: »Musica sacra«, bestehend aus vier Messen und vier Motetten für vier Singstimmen, zwei Violinen, Fagott und General-Bass.
5Tellier, Pierre de, Musikdirektor der Kathedrale zu Chalons um die Mitte des 17. Jahrhunderts. Eine gedruckte Messe von ihm ist bekannt: »Domine qui habitavit« (Paris, Robert Ballard, 1642, in Folio).
7Telyn, die wallisische Bezeichnung der uralten Bardenharfe, bretagnisch Télen. Ueber die Beschaffenheit des Instruments ist nichts Bestimmtes ermittelt. Vermuthet wird, dass die Saiten dieser Art Harfen nicht aus Darm, sondern aus Metalldraht waren, wie bei der irischen Harfe: Clarseth oder Clarsach.
9Tempelhof, Georg Friedrich, General-Lieutenant, Chef des dritten Artillerie-Regiments zu Berlin, geboren 19. März 1737 zu Trampe in der Mark, ward 1786 Lehrer der Mathematik des Kronprinzen Friedrich Wilhelm III., 1795 Mitglied der Akademie der Wissenschaften, wurde geadelt und starb am 13. Juli 1807 zu Berlin. Von seinen Schriften gehört hierher: »Gedanken über die Temperatur des Herrn Kirnberger, nebst Anweisung Orgeln, Claviere, Flügel u. s. w. auf eine leichte Art zu stimmen, von einem Liebhaber G. F. T.« Die Schrift handelt: von der Temperatur überhaupt, über allgemeine Bestimmungen derselben, von der Anwendung der Formeln und endlich von der Kirnberger’schen Temperatur.
11Temperatur nennt man in der Musik die Abänderung der akustisch reinen Tonbestimmungen, welche erforderlich ist, um für die Instrumente mit gebundener Intonation (wie das Clavier, die Orgel und die Blasinstrumente mit Klappen und Ventilen) ein brauchbares, auf eine bestimmte Zahl von Tönen beschränktes Tonsystem herzustellen. Ein solches kann nämlich durch irgend eine Auswahl aus den an Zahl unendlichen Tonbestimmungen, zu welchen die drei Grundverhältnisse der Octave (2:1), der Quinte (3:2) und der grossen Terz (5:4) führen, unmöglich gebildet werden, weil dieselbe der unbedingt nothwendigen Forderung absoluter Gleichheit der Tonverhältnisse in allen Dur- und Moll-Dreiklängen und Scalen niemals entsprechen würde, da bekanntlich die Quinte zu wesentlich anderen Bestimmungen derselben Töne führt, als die grosse Terz. Hiervon überzeugt man sich leicht, wenn man die von den Akustikern (Marpurg, Chladni u. A.) für die 21 gebräuchlichsten Töne festgestellten Bestimmungen prüft. Sie sind der gewöhnlichen Annahme nach folgende:
13\[
14\begin{align*}
15C &= 1 \\
16Cis &= \frac{25}{24} = \frac{T^2}{Q} \\
17Des &= \frac{16}{15} = \frac{2}{T \cdot Q} \\
18D &= \frac{9}{8} = \frac{Q^2}{2} \\
19Dis &= \frac{125}{108} = \frac{2 \cdot T^3}{Q^3} \\
20Es &= \frac{6}{5} = \frac{Q}{T} \\
21E &= \frac{5}{4} = T \\
22Eis &= \frac{125}{96} = \frac{T^3}{Q} \\
23Fes &= \frac{32}{25} = \frac{2}{T^2} \\
24F &= \frac{4}{3} = \frac{2}{Q} \\
25Fis &= \frac{25}{18} = \frac{2 \cdot T^2}{Q^2} \\
26Ges &= \frac{36}{25} = \frac{Q^2}{T^2} \\
27G &= \frac{3}{2} = Q \\
28Gis &= \frac{25}{16} = T^2 \\
29As &= \frac{8}{5} = \frac{2}{T} \\
30A &= \frac{5}{3} = \frac{2 \cdot T}{Q} \\
31Ais &= \frac{125}{72} = \frac{2 \cdot T^3}{Q^2} \\
32B &= \frac{16}{9} = \frac{2^2}{Q^2} \\
33H &= \frac{15}{8} = TQ \\
34His &= \frac{625}{324} = \frac{22 \cdot T^4}{Q^4} \\
35Ces &= \frac{48}{25} = \frac{2 \cdot Q}{T^2}
36\end{align*}
37\]
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.