Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 18

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878

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1ursprünglichen Charakter der Instrumente verändern, ohne dass dadurch diejenige technische Ausbildung ermöglicht wird, welche bei den Streichinstrumenten zu erreichen ist. Ferner ergeben die Blasinstrumente nicht entfernt diese Fülle von Modifikationen des Klages, wie die Streichinstrumente. Dabei ist noch zu bemerken, dass die Streichinstrumente auch noch in dem Hülfsmittel der Doppelgriffe die Fähigkeit besitzen, eine grössere oder doch eben so grosse Vielstimmigkeit zu erreichen, wie ein mit acht oder zehn Instrumenten besetzter Bläserchor.
3Hieraus geht klar hervor, dass für die künstlerische Gestaltung der Streicherchor im Orchester die Grundlage, und deshalb von wesentlicher Bedeutung ist, denn für das Kunstwerk kommt zunächst die rein tonale Gestaltung in Betracht, das Klangwesen erst in zweiter Reihe. Technik, Umfang und Klangwesen haben aber auch die Streichinstrumente zu beliebten Concertinstrumenten gemacht. Die Violine wie das Cello und selbst Bratsche und Contrabass nicht ausgenommen, erscheinen viel häufiger als jedes andere Orchesterinstrument concertirend in unsern Concertsälen. Natürlich behält als solche die Geige den Vorzug und eine Reihe der besten Meister der Composition haben Concerte für dies Instrument geschrieben und eine weit grössere heute schon fast nicht mehr übersehbare Reihe von Virtuosen haben sich die Technik angeeignet, sie trefflich auszuführen. Kleiner schon ist die Zahl der Celloconcerte, noch kleiner die der Bratschenconcerte und am kleinsten die der Contrabassconcerte wie der Solospiele.
5Dagegen hat das Solo-Ensemblespiel, das Zusammenspiel von drei, vier und mehr solistisch ausgebildeten Streichinstrumentenspielern eine neue Darstellungsweise bestimmter Formen, erzeugt im:
7Streichquartett (s. Quartett) für zwei Violinen, Bratsche und Cello,
8Streichquintett (s. Quintett) für zwei Violinen, Bratsche, zwei Cello (oder Cello und Contrabass),
9Streichsextett (s. Sextett) für zwei Violinen, zwei Bratschen, zwei Cello (oder Cello und Contrabass),
10Streichseptett (s. Septett) für drei Violinen, zwei Bratschen, zwei Cello (oder Cello und Contrabass),
11Streichtrio (s. Trio) für Violine, Bratsche und Cello u. s. w.
13Ferner werden die Streichinstrumente auch gern mit dem Pianoforte zur Darstellung dieser Formen hingezogen, zum Duo für Pianoforte und Geige (oder Bratsche oder Cello), zum Trio für Pianoforte, Violine und Cello (oder Bratsche), Quartett für Pianoforte, Violine, Bratsche und Cello u. s. w. Die Streichinstrumente gewinnen demnach unstreitig im Orchester als Streicherchor wie im Concertsaal als Soloinstrumente und bei der sogenannten Kammermusik im Concertsaal und Haus, im Duo, Trio, Quartett, Quintett u. s. w. unter allen Instrumenten die höchste Bedeutung.
15Streichzither ist ein neueres Saiteninstrument von Doppelnatur, bestehend aus einem flachen Resonanzkörper in Herzform, ohne Hals, mit zwei Schalllöchern und einem mit Bünden versehenen Griffbret, das auf der Mitte des Resonanzbodens angebracht ist. Das Instrument wird vom Spieler, indem er es vor sich auf dem Tisch liegen hat, abwechselnd bald mit einem Geigenbogen gestrichen, wozu er auf dem Griffbrette fingert, bald wieder wie eine Zither gekniffen; daher der Name dieses doppelnaturigen Instruments, das nur zum Melodievortrag sich eignet, aber zur harmonischen Begleitung noch eine Schlagzither erfordert. Gebaut werden solche Streichzithern billig und gut, sowie preiswürdige Schlagzithern zu Markneukirchen in Sachsen, zu beziehen durch die Firma Albert Bauer daselbst.
17Streit, Wilhelmine, geborene Schulz, Sängerin beim grossherzoglichen Theater zu Weimar, wurde am 16. Septbr. 1806 zu Berlin geboren und kam mit ihren Eltern nach Carlsruhe, wo sie schon als Kind im Theater auftrat. Eine Schülerin von Fesca und Mad. Gervais, bildete sie sich, im Besitze einer

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