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Scan 199
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
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1dass sie eine rechtschaffene Musik ohne Noth verwehren wollen u. s. w.« (Jüterbogk, 1719, 4 Bogen in 8°). Im Manuscript hinterliess derselbe Verfasser: »Catechismus musicus oder Kurzer Auszug der heiligen Schrift von dem edlen Studio musicus«, 41 Hauptfragen mit Beantwortung.
3Tille, Windrohr, heisst der Pfeifenfuss bei hölzernen Pfeifen.
5Tilliére, Joseph Bonaventura, geschickter Violoncellist, ein Schüler von Bertaut, gehörte gegen 1760 zur Musik des Prinzen Conti und ist einer der Ersten, der eine Schule für Violoncell schrieb: »Méthode pour le violoncelle, contenant tous les principes nécessaires pour bien jouer de cet instrument« (Paris, 1764, in 4° obl.). Das Werk erlebte noch später mehrere Auflagen bei Sieber, Imbault, Frère. Nächstdem ist von T. vorhanden: »Six sonates pour violoncelle et basse; six duos pour deux violoncelles« (Paris, 1777); »Trois duos idem«, op. 8 (Paris, Sieber).
7Timäus, ein Tubicinist im alten Griechenland, war im Jahre 396 v. Chr. der erste Sieger in den Olympischen Spielen auf seinem Instrumente (s. Forkel »Geschichte«, Bd. I, S. 278).
9Timbalana war im Mittelalter eine kleine, cylinderförmige Trommel von Kupfer, die mit zwei Schlägeln gerührt wurde.
11Timbales (franz.), Pauken.
12Timbalier (franz.), Paukenschläger.
13Timbre (franz.), die unterscheidende Eigenthümlichkeit der verschiedenen Klänge, die specifische Klang- oder Tonfarbe. Diese hängt von der Qualität der klingenden Körper ab. Derselbe Ton mit der gleichen Anzahl von Schwingungen hat, von einem Blasinstrumente angegeben, eine andere Klangfarbe, als von einem Streichinstrument gespielt. Man ist gezwungen zur näheren Bezeichnung des Timbres aus anderen Gebieten die betreffenden Wörter zu entlehnen und unterscheidet ein helles oder dunkles, weiches oder rauhes, metallisches oder hölzernes, saftiges oder trocknes und dürres, glänzendes oder dumpfes, scharfes, spitzes, volles Timbre u. s. w. und hat diese Bezeichnungen auch innerhalb ein und desselben Organs angewandt. Sowohl bei den Singstimmen, wie bei den Rohrinstrumenten unterscheidet man Register mit verschiedenen Timbre. Bei den Saiteninstrumenten ändert sich die Klangfarbe durch die verschiedenen Streicharten. Ferner wirken auch die Räume, in denen musicirt wird, verändernd auf den Klang der verschiedenen Instrumente.
15Timbres nennen die Franzosen die stehenden, allbekannten Melodien, nach denen die Vaudeville-Dichter ihre Couplets einrichten und singen lassen.
17Timm, Christian Heinrich, geboren 1811 in Hamburg, war Schüler Methfessels und Jacob Schmitt's. 1835 wanderte er nach New-York aus, wo er in geachteter Stellung als Orchesterdirektor und Mitbegründer der »Philharmonic Society«, deren Präses er 15 Jahre war, lebte.
19Timoroso, Vortragsbezeichnung = furchtsam, zitternd.
21Timothais, ein berühmter Flötenbläser, der 330 v. Chr. lebte und mit seiner Kunst, indem er den orthischen Nomos spielte, Alexander d. Gr. so in Wuth versetzt haben soll, dass er die Waffe ergriff und einen Mord begangen haben würde, wenn ihn nicht der Künstler durch einen andern Nomos wieder besänftigt hätte. Diesem Vorgang liegt Händel-Dryden's »Alexanderfest« zu Grunde. (Siehe den Folgenden.)
23Timotheus, alt-griechischer Dichter und Musiker, ist im Jahre 182 der Chronik von Paros (446 v. Chr.) zu Milet, einer ionischen Stadt an der kleinasiatischen Küste geboren, war demnach ein Zeitgenosse Philipps von Macedonien und des Euripides. Er hat sich sowohl als lyrischer, wie auch als dithyrambischer Dichter ausgezeichnet und galt als der geschickteste Kithara-spieler seiner Zeit, hat auch dies Instrument durch Vermehrung der vor ihm üblichen Zahl von sieben Saiten um vier neue vervollkommnet. Diese und andere Neuerungen, welche er einzuführen suchte, stiessen bei einem Theil
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