Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 203

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878

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1erschienene musikalische Lexikon einen Ehrenplatz in der Musikgeschichte. Dies Werk, welches Jahrhunderte lang verloren geglaubt wurde, und von dem endlich Forkel ein Exemplar in der herzoglichen Bibliothek zu Gotha und Burney ein zweites in der Bibliothek zu Paris auffand, ist nicht allein merkwürdig als die erste Arbeit dieser Gattung und als das älteste im Druck erschienene Buch über Musik, sondern noch weit mehr durch die seltene Klarheit und Präzision, mit welcher sämtliche im 15. Jahrhundert gebräuchlichen technisch-musikalischen Ausdrücke erklärt sind. Verdientermassen wurde diese Arbeit zuerst durch Forkel, der sie in seiner »Allgemeinen Literatur der Musik« vollständig mittheilte, dann durch die Uebersetzung und Erklärung H. Bellermann’s in weiten Kreisen bekannt gemacht. Kaum weniger wichtig für die Kenntniss der mittelalterlichen Musik ist ein zweites: »Proportionale musices« betiteltes Werk des T., welches in drei Büchern von den Verhältnissen der Mensuralnoten handelt. Diese, sowie die übrigen Schriften Tinctoris’ existiren nur im Manuscript; die Titel der letzteren sind nach der Angabe des Padre Martini in dem, seiner Geschichte der Musik beigefügten Autoren-Verzeichnisse: 1) »Tractatus musices«. 2) »Explanatio manus«. 3) »De tonorum natura ac proprietate«. 4) »De notis ac pausis«. 5) »De regulis, valore, imperfectione et alteratione notarum«. 6) »De arte contrapuncti«. Hierzu kommt noch nach des Trithemius Angabe: 7) »De origine musicae«. 8) »Epistolae complures«.
3Timpani, s. Pauken.
4Timpanon, Psalterium, s. Hackebrett.
5Tingri, Jean Nicolas Célestin, Violinist, geboren zu Verviers am 7. Septbr. 1819, besuchte von 1832 bis 1837 das Pariser Conservatorium und liess sich mit vielem Beifall in Concerten hören. Er unternahm 1844 eine Reise durch Südfrankreich und Deutschland und kehrte 1845 nach Paris zurück, wo er Matinéen veranstaltete, in welchen er Quintette und Quartette seiner Composition vorführte. Er liess sich in Cambrai als Musiklehrer nieder. 1857 erschien er noch einmal in Paris in Concerten, um eigene Compositionen vorzuführen.
7Tinnazoli, Agostino, Organist zu Ferrara gegen das Ende des 17. Jahrhunderts; es ist von ihm gedruckt: »Sonate e Capricci per l’organo« (Rom, 1690, in Fol. oblong.), und im Manuscript aufbewahrt: »Kyrie, sanctus, Agnus e l’assoluzione della Messa di Morti a quattro« und »Cantata a canto e Basso per l’organo«.
9Tinti, Salvator, galt um 1770 in Italien für einen der ersten Virtuosen auf dem Cello. Er ist 1740 zu Florenz geboren und starb 1800. Gedruckt sind von ihm sechs Quartette für zwei Violinen, Alt und Bass. Der Catalog von Traeg in Wien nennt auch zwei Quintette für zwei Violinen, Alt und Violoncell.
11Tintinnabulum, eine kleine Glocke oder Schelle und auch ein Instrument der Alten, ähnlich unserm Schellbaum oder Halbmond.
12Tinto (ital.), franz.: Tintement, Nachklang.
13Tiorba (ital.), Theorbe (s. d.).
15Tiraboschi, Girolamo, italienischer Schriftsteller, durch seine Gelehrten-geschichte Italiens und auch als Exjesuit bekannt, war zuletzt Ritter, Rath und Präsident der Bibliothek und der Medaillen-Sammlung des Herzogs von Modena. Er ist in Bergamo am 28. Decbr. 1731 geboren. Im Jesuitencollege erzogen, nahm er später eine Professur der Beredsamkeit in Brera bei Mailand ein, bis er 1770 durch den Herzog von Modena berufen wurde. Sein erstes bedeutendes Werk von 13 Quartbänden, welches er innerhalb zwölf Jahren fertig brachte: »Storia della Letteratura italiana« erschien in Modena 1772 bis 1780 und enthält die Geschichte aller Wissenschaften, auch der Musik in Italien, chronologisch kurz aber gut dargestellt. Das zweite Werk: »Bibliotheca Modenese« (Modena, 1781. 1786. T. I—VI) giebt im sechsten Bande Nachrichten von Gelehrten, Malern und Tonkünstlern des Modenesischen Gebiets. (Von den Künstlern weniger vollständig.) Der Titel dieses Bandes heisst: »Notizie de pittori, scultori, incisori ed architetti nati degli Stati del Sgr. Duca di Modena con un appendice de Professori di Musica« (4°, 1786).

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