Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 365

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878

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1Ubaldus, s. Hucbald.
3Uber, Christian Benjamin, Oberamts-Regierungs-Advokat und königl. Justiz-Commissar in Breslau, ist daselbst am 20. September 1746 geboren. Nachdem er auf dem Elisabetanum die nötighe Vorbildung genossen, bezog er 1769 die Universität Halle, um sich dem Studium der Rechtswissenschaft zu widmen und liess sich dann 1774 in Breslau als Ober-Amts-Advokat nieder. Sein Haus wurde zugleich eine Stätte ernster Pflege der Kunst und Wissenschaft und ein Sammelplatz der ausgezeichneten Vertreter derselben. Sonntags und Mittwochs fanden bei ihm regelmässig öffentliche Concerte statt, in denen Quartette und Sinfonien und zuweilen auch kleine Opern aufgeführt wurden. Er selbst war Virtuos auf mehreren Instrumenten und componirte eine grosse Zahl grösserer und kleinerer Werke. Gedruckt sind davon: »Clarisce oder das unbekannte Dienstmädchen«, komische Oper; »Deukalion und Pyrrha«, Cantate; die Musik zum Lustspiel: »Der Volontair«; »Six Divertissements pour le Clavecin avec l'accompagnement d'une Flûte, d'un Violon, deux Cors de chasse et le Basse«; »Sonate pour le Clavecin avec l'accompagnement d'un Violon et de Basse«; »Auszug aus einer Serenata fürs Clavier«; »Sechs Sonaten fürs Clavier mit einer begleitenden Violine«; »Divertissement für den Flügel mit zwei Violinen, Flöte, Bratsche, zwei Waldhörner und Bassetel«; »Neun Divertissements für Clavier mit Begleitung einer Violine, zwei Hörnern und dem Bassus. Uber starb gegen 1812. Seine beiden Söhne widmeten sich der Musik. Der jüngere
5Uber, Alexander, ist 1783 zu Breslau geboren und machte sich namentlich als ausgezeichneter Violoncellist einen Namen. Seine Lehrer waren Schnabel, Janetzeck und Jäger d. A. und der Umgang mit Carl Maria von Weber und Berner förderte seine Ausbildung wesentlich. Bereits 1804 machte er erfolgreiche Kunstreisen in Süddeutschland als Cellovirtuos, wurde 1823 Kapellmeister beim Fürsten Karolath in Karolath, starb aber schon ein Jahr darauf 1824. Von seinen Compositionen sind gedruckt: Concert für das Violoncello und Variationen für Cello mit Orchesterbegleitung. Sein älterer Bruder:
7Uber, Christian Friedrich Hermann, ist am 22. April 1781 geboren und erhielt im elterlichen Hause ebenfalls die sorgfältigste Ausbildung auch in der Musik. Da er nach dem Willen des Vaters Jura studiren sollte, so bezog er, nachdem er das Elisabetanum in Breslau absolviert hatte, 19 Jahr alt die Universität Halle. Hier übernahm Türk seine weitere musikalische Ausbildung und schon 1801 übertrug er ihm die Leitung der Winterconcerte in Halle. In diesem Jahre trat Uber auch bereits mit einem Violinconcert eigener Compositon in die Oeffentlichkeit. Ende 1803 ging er nach Breslau zurück, um sich hier ganz seinem ursprünglich gewählten Beruf zu widmen, doch erklärte sich der Vater endlich auch damit einverstanden, dass er die Künstlerlaufbahn verfolgte. Gegen Ende 1804 wurde er durch den Fürst Radziwil veranlasst nach Berlin zu gehen. Hier wurde er mit Bernhard Romberg bekannt und durch ihn empfohlen trat er in ein Engagement beim Prinzen Louis Ferdinand von Preussen, das indess durch die Ereignisse von 1805 und 1806 gelöst wurde. Im Winter des Jahres 1808 folgte er einem Ruf als Violinist in die Kapelle des Königs von Westphalen nach Kassel und wurde im Januar 1809 Musikdirektor der deutschen Oper. Nach Auflösung des deutschen Theaters in Kassel, die noch in demselben Jahre erfolgte, war er für die französische Oper thätig. Der Sturz der Fremdherrschaft in Deutschland 1814 brachte ihn natürlich um seine Stellung, aber im Januar 1815 finden wir ihn bereits als Musikdirektor des Nationaltheaters in Mainz thätig; ein Jahr darauf ging er nach Dresden als Musikdirektor der Seconda'schen Truppe, nach deren Auflösung er sich in Leipzig privatisirend aufhielt, bis er im Februar 1817 zum Musikdirektor an der Kreuzkirche zu Dresden ernannt wurde, als welcher er bereits am 2. März 1822 starb. Von seinen Compositionen sind zu nennen ausser den Opern »Les marins«, »Der frohe Tag«, die Musik zum Klingemann-

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