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Scan 40
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878
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1Tiedemann. 3) »J. P. Sweelinck's vierstimmige Psalmen mit Lobwasser'schen Texten untergelegt von M. Martinus« (ibid. 1618). Die Originalausgaben dieser Psalmen, mit französischem Text, erschienen in vier Büchern theils in Leyden, theils in Amsterdam in den Jahren 1603—1614 und spätere Ausgaben bis 1621, doch ist kein Buch desselben bis jetzt in einem complete Exemplare gefunden worden. 4) 3 Cantici nuptiarum: »In honorem Jacobi Praetorii, 5 voc.« (Hamburg, 1608). »In honorem Joan. Stobaei, 8 voc.« (Amstelod. 1617). »In honorem Joan. Stobaei, 5 voc.« (Gedani, 1638). 5) Handschrift im Besitze des grauen Klosters zu Berlin, enthaltend: Fantasien, Toccaten und Variationen von Sweelinck und einigen Anderen. Davon veröffentlicht von Eitner bei Simrock in Berlin: drei Fantasien, drei Toccaten und vier Variationen, letztere von Sweelinck und Scheidt. 6) Gesänge und Lieder in Sammelwerken; davon erschienen zwei Chansons zu vier Stimmen im Verlage der holländischen Gesellschaft (Amsterdam, bei Roothaan) wie alle übrigen oben erwähnten Ausgaben. Andere Werke sind bisher nur in einzelnen Stimmbüchern bekannt geworden und in der oben erwähnten Biographie verzeichnet. 7) Handschrift im Besitze der Stadtbibliothek in Hamburg: »Compositions-Regeln (nach Zarlino's Istituzioni Harmoniche)«. Eine moderne Bearbeitung im Besitze des holländischen Vereins. Sweelinck erwarb sich, wie oben schon erwähnt ist, namentlich bedeutende Verdienste um Ausbildung der Instrumentalmusik. Diese war seiner Zeit vorwiegend nur eine auf Instrumente übertragene Gesangsmusik. Sweelinck war der erste, der seine Fugenthemen mehr instrumental behandelte und vor allem durch seine Variationen den Instrumentalstil mit vorbereiten half, der schon in seinem Schüler Scheidt so bedeutend entwickelt erscheint.
3Swert, Jules de, einer der bedeutendsten Violoncellisten der Gegenwart, ist zu Löwen in Belgien am 16. August 1843 geboren. Sein Vater Hermann de Swert, Kapellmeister an der Kathedrale daselbst (starb 1873 im 70. Lebensjahr), unterrichtete ihn schon sehr frühzeitig, besonders auf dem Violoncell, das er selbst spielte, so dass er den vorzugsweise für dies Instrument begabten Knaben schon im Knabenalter in die Öffentlichkeit führen konnte. Auf einer Concertreise, die er mit demselben unternahm, hörte ihn in Hall Servais und übernahm seine Ausbildung, bis er ihm auf dem Brüsseler Conservatorium einen Platz verschaffte. 15 Jahre alt verliess er, durch den ersten Preis ausgezeichnet, dies Institut, und ging bald darauf nach Paris. Hier war ihm besonders Rossini freundlich gesinnt, doch fand der Künstler auch beim Publikum die wohlverdiente Anerkennung. Er unternahm erneute Kunstreisen durch Belgien und Holland, bereiste später Dänemark, Schweden, Süddeutschland und die Schweiz. Hauptsächlich imponirte er durch den meisterhaften Vortrag des Beethoven'schen und Mendelsohn'schen Violinconcerts, welches er für das Violoncell transponirt hat, und der selten gespielten schweren Compositionen von Carl Schuberth. Ueberhaupt ist dem Künstler nachzurühmen, dass sein Repertoire die klassische und moderne Violoncellliteratur gleich vielfältig umfasste. 1865 nahm de Swert in Düsseldorf eine Concertmeisterstelle an, folgte aber bald darauf einem Rufe an die Hofkapelle nach Weimar und vertauschte diesen Platz abermals mit Berlin, wo er als Soloviolinist und Concertmeister eine Stellung erhielt, die er indess nach wenigen Jahren wieder verliess, auf Concertreisen neue Triumphe suchend und gewinnend. Seine Compositionen sind: »Mazurka de concert«, op. 1. »Souvenir de Stockholm«, op. 2. »Fantaisie de bravour«, op. 3. »Romance sans parole« op. 4 (Bremen, Cranz). Ballade, op. 5 (Berlin, Bote & Bock). »Les Arpeges, deux Caprices«, op. 7 (Bielefeld, Sulzer). »Mouvement perpetuel«, op. 8 (ibid.). »Grande Fantaisie sur Faust de Gounod«, op. 9. »Caprices sur un motif espagnol«, op. 10 (Leipzig, Seitz). »Trois morceaux caracteristiques«, op. 11. Souvenir, op. 13 (Leipzig, Forberg). Ballade, op. 12 (Leipzig, Seitz). Allemanden und Gavotten aus dem sechsten Violoncellconcert von Joh. Seb. Bach (Bremen, Cranz). Compositionen von Joh. Seb.
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