Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 435

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1878

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1aus der Mode gekommene Viola d’amour brachte er noch einmal wieder zu Ansehen. Meyerbeer schrieb das Viola d’amour-Solo in den Hugenotten speciell für Urhan. In den historischen und den Concerten des Conservatoriums zu Paris spielte er häufig auf der Viola d’amour und der mit fünf Saiten bespannten Viola d’alto, auf welcher er schöne Effekte erzielte. Auch als Quartett-Spieler war er höchst geschätzt und gesucht. 1816 trat er als Bratschist, später als Soloviolinist in das Orchester der Oper. Auch verwaltete er längere Zeit in der Kirche St Paul das Amt des Organisten. Von seinen Compositionen sind gedruckt: »Premier et deuxième quintettes romantiques pour deux violons, deux altos et violoncelle« (Paris, Richault). »Quintettes pour trois altos, violoncelle, contrebass et timbales ad libitum« (ibid.). »Elle et moi, duo romantique à quatre mains pour le piano«, op. 1 (ibid.). »Deuxième duo romantique à quatre mains« (ibid.). »La salutation angelique, idem« (ibid.) »Les Regrets, pièce pour piano seul ou a deux voix«. Urhan starb zu Belleville bei Paris am 2. Novbr. 1845.
3Ur-hin, engl. Ur-heen, ist eine zweisaitige Fiedel der Chinesen, wie sie nebenan nach dem Exemplar im englischen Museum (Engel’s »Catalog«, p. 184) abgebildet steht. Die zwei Saiten sind aus Seide und zu einander in der Quint gestimmt. Der Bogen ist ein Stück Rohr mit Pferdehaar bespannt. Merkwürdig ist dabei, dass die Haare des Bogens zwischen den 2 Violinsaiten gehen (also durchgesteckt sind). Weil aber diese Saiten sehr nahe aneinander liegen, so entsteht hierdurch eine Hauptschwierigkeit beim Spiel. Es erfordert eine lange Praxis, um den Lernenden zu befähigen, den Bogen blos auf einer Seite spielen zu lassen, ohne die andere zu berühren und verlangt dies eine widrige Bogenführung mit Nebengeräusch verbunden. Dennoch sahen und hörten Reisende dort Künstler auf diesem elenden Dinge zuweilen Töne von grossem Glanz hervorlocken, so dass sie ihnen ein vollkommeneres Instrument für ihre Mühen gewünscht hätten. Die Aehnlichkeit mit dem Ravanastron (s. d. Lexikon 9, 232) ist augenfällig.
5Urio, Francesco Antonio, Geistlicher und Kapellmeister an der Brüderkirche in Venedig gegen Ende des 17. Jahrhunderts, liess drucken: »Salmi concertati a 3 voci con violini«, op. 2 (Bologna, 1697, in 4°).
7Urmelodie heisst die zu einem Text ursprünglich erfundene Melodie, nach welcher andere Texte gesungen werden. Im Kirchengesange wird dies Verfahren häufig angewendet. Die Zahl der Kirchenlieder mit eigenen Melodien ist bei weitem nicht so gross, wie die der Lieder, die überhaupt im Gemeindegesang üblich sind und so werden denn die ohne eigene Melodie, nach der Melodie eines andern gesungen, was als Ueberschrift in der Regel angezeigt wird. Auch zur Zeit der Blüte des Volksliedes war dies Verfahren neue Texte auf alte Melodien zu dichten gebräuchlich, wie noch heutigen Tages. Die Urmelodie wurde gleichfalls als Ueberschrift angezeigt, wie: »Ein liepliches Gesang in Hertzog Christofs Ton« oder »Twe Lede volgen: Dat erste vam Pensenuver. Dat ander van der Gellerschen vn. Burgundischen Slacht. Im Tone, Idt geit ein frischer Sommer daher. Zwei Newr schöner Lieder ins Schillers hoff thon vnd ins Saxen kurtzen thon u. s. w.« Dass übrigens hier Ton auch für das rhythmische und strophische Versgebäude steht, ist selbstverständlich. Andererseits bezeichnet man auch

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