Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 114

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879

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1dann die so verkürzte Saite in einem bestimmten Punkte mit einem andern Finger nur lose berührt wird. Die gebräuchlichste Art ist: die Quarte zu berühren, wodurch die Doppeloctave als Flageolettton erzeugt wird:
3Flageolettton.
44. Finger.
5Daumen.
7Das Verhältniss bleibt auf den anderen Saiten genau dasselbe. Ein anderer Flageolettton — die Duodecime des Grundtons — wird erzeugt, wenn die Quinte leicht berührt wird. Doch ist dieser Fingersatz nur näher dem Steg möglich, wo die Intervalle näher aneinander liegen, so dass die Hand die Quinte leichter langen kann:
9Flageolettton.
104. Finger.
11Daumen.
13In Bezug auf Stricharten, Bogenführung und die anderweitige Behandlung des Violoncello gilt im Allgemeinen, was bereits im Artikel Violine ausgeführt wurde, nur immer mit der Einschränkung, dass die ganze Construktion, die grössere Länge und Stärke der Saiten eine gleich leichte Behandlung wie bei den Violinen und der Viola nicht zulassen, dass also weder ein so vielgestaltiges Figurenwerk, noch eine so grosse Mannichfaltigkeit der Bogenführung möglich ist. Der markige Ton, der namentlich auf den oberen Saiten des Violoncello zugleich ausserordentlich gesangreich ist, weisen das Instrument mehr auf die Führung breiter Melodien hin, wenn es nicht den Bass übernimmt oder ihn in eigenthümlicher Weise unterstützt und verstärkt. Im Orchester wird es in der Regel mit dem Contrabass zusammen verwendet zur Ausführung des Basses, doch wird es auch hier melodieführend gebraucht und wohl auch in zwei und mehr obligate Stimmen getheilt. Selbst im Quartett, in welchem es durchaus den Bass vertritt, übernimmt es zuweilen die Melodie, so dass sich ihm die anderen drei Instrumente unterordnen.
15Violoncello heisst in der Orgel eine engmensurirte offene Labialstimme von einer dem gleichnamigen Saiteninstrument ähnlichen Klangfarbe; sie dient dem Violonbass als Octave.
17Violoncello piccolo, ein Bogeninstrument, eine kleinere Art Violoncello, das von Bach in einigen Cantaten zur Begleitung der Arien angewendet wurde.
19Violone, ein Pedalregister der Orgel, s. Violon.
21Violuntzen, alte Bezeichnung für die Geigen.
23Vion (…), Priester und Sänger an der Metropolitankirche zu Paris, lebte um die Mitte des 18. Jahrhunderts und gab das folgende Buch heraus: «La musique pratique et théorique réduite à ses principes naturels, ou nouvelle méthode pour apprendre facilement et en peu de temps l’art de la musique; divisée en deux parties: la première, traitant de la musique pratique, la seconde traitant de la musique théorique. Nouvelle édition, augmentée d’un nouveau chapitre ou manière de connaitre les modes et les tons, ainsi que leurs mutations» (Paris, Jean Baptiste Christoph Ballard, 1744, in 4°, 71 S.).
25Vion, Charles Antoine, Cembalist der Grossen Oper in Paris in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, auch Lehrer an der königl. Musikschule und Mitglied der Akademie, liess sich 1786 im Concert spirituel zu Paris mit vielem Beifall hören. Ein Clavierconcert von ihm erschien im selben Jahre bei Imbault, einige Clavierstücke bei Nadermann.

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