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Scan 123
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879
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1Wissenschaften unterrichtet, so dass er später die Prager Universität bezog. Nach beendeter Studienzeit kam er als ordentlicher Lehrer nach Böhmisichbroda. Vitus war ein bedeutender Gelehrter und auch in der Tonkunst erfahren, deren Pflege er sich so sehr angelegen sein liess, dass man ihm das Direktorium der Kirchenmusik übertrug und ihn auch zum Stadtrath ernannte. Nach seinem 1551 erfolgten Tode errichtete man ihm ein Denkmal mit einer lateinischen Inschrift, die ihn als Gelehrten, Tonkünstler und Mensch hoch ehrte.
3Vivace, ital.: vivamente, Vortragsbezeichnung = lebhaft, wird in der Regel dem Allegretto angehängt.
5Vivacetto, Vortragsbezeichnung = weniger belebt und feurig als vivace.
7Vivacissimo = so lebhaft und lebendig als nur möglich.
9Vivaldi, Antonio, Abbé, berühmter Violinist und Componist, mit dem Beinamen il Prete rosso wegen seiner rothen Haare, war der Sohn des Violinisten und Kapellmeisters an der herzoglichen Kapelle zu St. Marcus zu Venedig, wo er in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts geboren wurde. Er war in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Componist und besonders als Violinist in Deutschland und in Italien ausserordentlich berühmt. Die von Torelli begründete Form der Violinconcerte bildete er so aus, dass sie lange Zeit als Muster galt und noch von Quanz und Benda nachgebildet wurde. Von seinen Schülern kennt man nur Treu und Fedele. Er lebte eine Zeit lang als Kapellmeister des Landgrafen Philipp von Hessen-Darmstadt in Deutschland und kehrte 1713 nach Venedig zurück, wo er zum Direktor des Conservatoriums la Rieta ernannt wurde, welche Stellung er bis zu seinem Ableben, welches 1743 erfolgte, einnahm. Goldoni theilt Mehreres über ihn mit, auch Quanz in seiner Lebensgeschichte sagt von Vivaldi, er habe in Rom durch eine seiner Opern den sogenannten Lombardischen Geschmack eingeführt (1735) und die Römer dadurch dergestalt eingenommen, dass sie fast nichts hätten hören mögen, was nicht in diesem Geschmack geschrieben war. Als charakteristische Merkmale desselben bezeichnet er die verschobenen Accente und das sogenannte Tempo rubato. Man erzählt von Vivaldi, dass er zu einer Zeit seines Lebens sehr bigott gewesen sei und den Rosenkranz nur aus den Händen legte, wenn er die Feder ergriff, um eine Oper zu schreiben. Da er aber 26 Opern geschrieben hat, wird dies demnach ziemlich oft geschehen sein. Auch wird von ihm die seltsame Geschichte erzählt, dass eines Tages, als er die tägliche Messe las, ihm ein musikalischer Gedanke kam, der ihn so bewegte, dass er plötzlich den Altar verliess, in die Sacristei ging, um seine Gedanken aufzuschreiben, und dann erst die Messe beendigte. Bei der Untersuchung, die hierauf eingeleitet wurde, hatte er das Glück, seine Handlung für eine Geisteschwäche ausgelegt zu sehen, so dass ihm nur die fernere Celebrirung der Messe untersagt wurde. Seine Instrumentalwerke sind: »Douze trios pour deux violons et violoncelle«, op. 1 (Paris, veuve Boyoin, 1737, in Fol.). »Douze sonates pour violon seul avec basse continue«, op. 2 (ibid., Amsterdam, Roger). »Estro Armonico ossia XII concerti a quattro violini, 2 viole, violoncello e basso continuo per l'organo«, op. 3 (ibid.). Johann Sebastian Bach arrangirte bekanntlich mehrere derselben für Clavier, zwei Violinen, Alt und Bass. »XII Concerti a violino solo 2 violini di ripieno, viola e basso per l'organo«, op. 4 (Amsterdam, Roger). »Sonate per violino e basso continuo«, op. 5 (ibid.). »VI concerti a violino principale, 2 violini di ripieno, viola e basso per l'organo«, op. 6 (ibid.). »VI idem«, op. 7 (ibid.). »Le quattro Staggioni, ovvero il cimento dell' armonia e dell' invenzione in XII Concerti a quattro e cinque«, op. 8, zwei Hefte (Amsterdam, in Fol.). »La Cetra, ossia VI concerti a violino solo, 2 violini di concerto, viola e basso continuo per l'organo«, op. 9 (ibid.). »Six concertos pour flûte, violon, viole, violoncello et orgue«, op. 10 (ibid.). »VI Concerti a violino solo, 2 violini di concerto, viola, violoncello e basso continuo per l'organo«, op. 11 (ibid.). »6 idem«, op. 12 (ibid.). Die Opern: »Ottone in Villa« (Venedig, 1713, wieder aufgenommen 1729). »L'Orlando finto pazzo« (Venedig, 1714, im Theater San
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