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Scan 153
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879
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1und op. 63. Die Streichquartette op. 9 (No. 1 A-moll, No. 2 G-moll), op. 14 (G-dur), op. 34 (E-moll), op. 35 (C-moll), op. 37 (Es-dur), wie die beiden Trios in F-dur und B-moll wurden in den betreffenden Kreisen bald nicht weniger beliebt. Hochbedeutsam sind ferner auch die Concertstücke: das Concert für Violoncell in A-moll, op. 33, und das Concertstück für Pianoforte in C-dur, op. 42. Die Hausmusik bereicherte er auch mit seinen zahlreichen Werken für Pianoforte; es sind: für Pianoforte zu vier Händen: »Musikalisches Liederbuch«, op. 11; »Ungarische Skizzen«, op. 24; »Die Tageszeiten«, op. 39; »4 Märsche«, op. 40; »Rondino und Marsch-Capriccio«, op. 55; »Sonatine«, op. 57. Für Pianoforte zu zwei Händen: »Phantasiebilder«, op. 1; »Dithyrambe und Toccata«, op. 4; »Souvenir de Marolh«, Impromptu, op. 6; »Nocturne«, op. 8; »Sonate«, op. 12; »Buch der Lieder«, op. 17; »Deutsche Tanzweisen«, op. 18; »Cavatine und Barcarole«, op. 19; »Ungarische Lieder«, op. 21; »Viségrad«, 12 musikalische Dichtungen, op. 21; »4 Märsche«, op. 22; »Wanderskizzen«, op. 23; »Intermezzo«, op. 25; »Variationen über ein Thema von Händel«, op. 26; »Lieder der Grossmutter«, Kinderstücke, op. 27; »Improvisationen nach Worten J. v. Balza's«, op. 36; »Au Tombe du Comte Czéchenyi Phantaisie«, op. 41; »Ballade und Scherzetto«, op. 51; »Capriccietto«, Variationen über das Rheinweinlied. Von seinen Vocalcompositionen sind namentlich die mehrstimmigen hochbedeutsam: »Zwei Messen für Männerstimmen«, op. 28 und 29; »Drei geistliche Gesänge für gemischten Chor«, op. 38; »Offertorium für Soli, Chor und Orchester«, op. 47; »Lieder für Männerchor«, op. 48, 58; »Weihnachtslied aus dem 12. Jahrhundert«, op. 59; »Altdeutsche Hymnen für Doppel-Männerchor«, op. 64. Seine Gesänge für eine Stimme sind theils mit Orchester: »An die Nacht«, Phantasiestück für Alt-Solo, op. 45; »Sappho«, dramatische Scene für Sopran-Solo, op. 49; oder mit Streichinstrumenten und Flöte: Kirchenarie für Bass, op. 65; mit Pianoforte und Violoncello, op. 58; oder mit Pianoforte, op. 2, 13, 16, 32, 46, 52, 54.
3Volksconcert nennt man die, besonders für das Volk, die grössere Masse desselben berechneten Musikaufführungen. Solche wurden in früheren Jahrhunderten dem Volke in viel grösserer Anzahl und Mannichfaltigkeit geboten, als jetzt. Schaarenweis zogen im 12., 13., 14. und 15. Jahrhundert die Spielleute durch das Land, auf freien Plätzen gegen eine geringe Gabe ihre Künste producirend. Als dann im 16. Jahrhundert die Cantoreien in Blüthe traten und auch Stadtmusikchöre eingerichtet wurden, gehörte es mit zu ihren Functionen, an bestimmten Tagen und Stunden vom Thurm oder dem Altan des Rathhauses herab eine bestimmte Anzahl von Gesang- und Instrumentalstücken auszuführen, wozu sich die Einwohner der Stadt zahlreich einzufinden pflegten. Kein aussergewöhnliches Fest wurde gefeiert, an dem dann nicht auch öffentliche grosse und prächtige Musikaufführungen veranstaltet wurden. War es nicht zweckmässig, sie im Freien aufzuführen, so wurden in der Regel die Kirchen dazu erwählt oder es wurde auch eine eigene Festhalle erbaut. Diese Praxis befolgten dann auch noch die Fürsten und hohen Herren, die sich seit dem 17. Jahrhundert ihre stehenden Kapellen errichteten und die gleichfalls meist an bestimmten Tagen öffentliche Concertaufführungen so veranstalteten, dass Jeder Zutritt dabei haben konnte. — Hierher gehören auch die »Nachtmusiken«, die im 17. Jahrhundert sehr beliebt waren und noch im Ausgange des vorigen und im Anfange unseres Jahrhunderts eine wesentliche Unterhaltung der Wiener bildeten. »Nachtmusiken sind hier so häufig,« heisst es in einem Briefe aus Wien in: »Der neue teutsche Mercur« von C. M. Wieland, 1799, p. 51: »als unter dem schönsten italienischen Himmel. Bald sind es ganze Gesellschaften von Sängern, bald rauschende Instrumentalmusik, bald auch die eine Flöte oder Mandoline, welche Ihnen beim nach Hause gehen aus den stillen Strassen entgegenschallen und bald einen Kreis von Zuhörern um sich versammeln, welche mit aller Schnelligkeit ihr Lager verlassen und hinzuströmen.« Die Auflösung der meisten derartigen fürstlichen Kapellen liess
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