Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 206

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879

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1Orgelspiel nicht alle klangbaren Stimmen zur Anwendung; im Allgemeinen beschränkt sich der Organist nur auf die weniger schallstarken, die er verschiedenartig gemischt einführt und nur allmähig durch heller klingende verstärkt; das ganze Werk mit allen, auch den starkschallendsten Registern benutzt er nur bei aussergewöhnlichen Gelegenheiten. Allein auch hierbei wird er mit Auswahl verfahren müssen. Die Töne der starkschallenden Register sind weit weniger beweglich als die andern und so werden bei bewegteren Orgelsätzen, selbst wenn sie mit vollem Werk ausgeführt werden sollen, die Mixturen nur sehr vorsichtig angewendet werden können. Die Bezeichnung »Volles Werk« ist daher immer sehr bedingt zu fassen, schon deshalb, weil die Orgeln sehr verschieden zusammengesetzt sind; es wird deshalb immer dem Orgelspieler hauptsächlich überlassen bleiben müssen, zu entscheiden, ob er bei einem für volles Werk geschriebenen Satze auch alle Register gerade seiner Orgel zieht und sie mitklingen lässt.
3Vollkommene Cadenz, der Ganzschluss (s. d.).
4Vollkommene oder reine Consonanzen sind die Prime und Octave, Quinte und Quart. (S.: Consonanzen, Unvollkommene Consonanzen).
5Vollkommener Ganzschluss, s. Ganzschluss.
6Vollmer, Instrumentenmacher zu Berlin, erfand 1821 ein unverstimmbares Tasteninstrument, das er »Melodia« nannte.
7Vollstimmung, ital.: pieno, s. v. a. vielstimmig; beim Orchester oder dem Chor s. v. a. mit der entsprechenden Besetzung jeder einzelnen Stimme.
8Vollweiler, Carl, geboren 1813 zu Offenbach, war Schüler seines Vaters (s. unten) und lebte erst in Hanau, dann eine Zeit lang in Petersburg als Lehrer des Clavierspiels und der Composition. In Deutschland nahm er später Heidelberg zum Wohnsitz, wo er am 27. Januar 1848 starb. Zu seinen Compositionen gehören: »Premier Trio pour piano violon et violoncello«, op. 20 (Leipzig, Breitkopf & Härtel). »Grande sonate pour piano seul«, op. 3 (Hamburg, Schuberth). »Six etudes melodiques en 2 suites«, op. 4 (ibid.). »Deux etudes lyriques et une tarentelle«, op. 10. »Trois etudes lyriques« (Mainz, Schott). »Variations concertantes sur l’Hymne russe pour deux violons, alto et violoncelle«, op. 14 (Berlin, Schlesinger) und viele Clavierstücke, meistens in Hamburg bei Schuberth.
9Vollweiler, G. J., der Vater des Vorigen, ist 1770 geboren und lebte zu Frankfurt a. M. als Professor der Musik und Composition. Später war er in Heidelberg ansässig, wo er am 17. November 1847 starb. Er galt als tüchtiger Musiker und veröffentlichte folgende zwei Lehrbücher: »Anleitung zum Elementarunterricht im Clavierspiel u. s. w.« (Mainz, Schott) und »Elementar-Gesang-Unterricht für Schulen« (ebenda). Zu seinen Schülern gehört Aloys Schmitt.
10Volpe, s. Rovettino.
11Volta = Wendung; Prima volta (abgekürzt 1ma), die erste Wendung; Secunda volta (2da), zweite Wendung, des Theilschlusses nämlich. Bei mehrtheiligen Sätzen, bei denen die einzelnen Sätze wiederholt werden, bildet häufig der Schlusstact die Ueberleitung nach dem Anfangstact des betreffenden Theils, so dass sich dann der Anfangstact des zweiten Theils meist nicht natürlich anfügt und eine Aenderung jenes Schlusstactes nothwendig wird; der erste Schlusstact wird mit prima volta (1ma), der zweite daneben stehende mit secunda volta (2da) bezeichnet, um damit anzudeuten, dass der erste beim erstenmal Spielen, der zweite an seiner Stelle bei der Wiederholung gespielt werden soll.

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