Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 272

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879

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1sowie andere Compositionen harren noch des Druckes. 1878 wurde W. als Organist und Gesanglehrer nach Demmin berufen, wo er zugleich Lehrer der Orgelschule für Pommern ist.
3Wanhal, Johann Baptist, eigentlich van Hall, Componist und Violinist, wurde am 12. Mai 1739 im Dorfe Neu-Nechanitz in Böhmen geboren. Er war der Sohn eines aus Holland nach Böhmen eingewanderten Bauern, und besuchte nur die Dorfschule, in welcher er die Anfangsgründe der deutschen Sprache erlernte. Der Schulmeister unterrichtete ihn auch im Orgelspiel und im Gesang und in Folge seiner musikalischen Begabung konnte er, 18 Jahr alt, eine Organistenstelle in Opocza annehmen. Bald darauf vertauschte er diesen Ort mit Niemeczowes, wo er zugleich Chordirektor wurde. In dieser Zeit übte er fleissig das Violinspiel und schritt darin so schnell vorwärts, dass er die Aufmerksamkeit einflussreicher Persönlichkeiten auf sich zog, die für seine weitere Ausbildung Sorge trugen. So führte ihn eine Gräfin Schafgotsch nach Wien und von hier aus ermöglichten ihm Freiherr Rinsch und der Graf Erdödy eine Reise nach Italien. In Wien, wo er in hohen Häusern unterrichtete, schrieb er eine grosse Anzahl von Clavier- und Vocalsachen und kam, da dieselben melodiös und brillant waren, bald sehr in Mode. In Venedig hatte er sich der Theilnahme Gluck’s zu erfreuen, und fand auch an Gassmann, seinem Landsmann, einen treuen und erfahrenen Führer. Zwei Opern, die er hier componirte, »Trionfo di Clelia« und »Demofoonte« wurden mit Beifall aufgeführt. Nach Wien zurückgekehrt, wurde er von einer langwierigen, geistesverwirrenden Krankheit befallen, die eine so exaltirte Bigotterie in ihm hervorrief, dass er seine dramatischen Compositionen als eitlen Welttand den Flammen opferte und ferner nur Kirchenstücke schrieb. Während seiner Krankheit soll er in lichten Zwischenräumen sehr ansprechende kleine Sachen geschrieben haben, was von den spätern insofern nicht zu sagen ist, als sie zu nah ans Triviale streifen. Für den Grafen Erdödy componirte er ein Passions-Oratorium, Messen, Motetten und Litaneien, die verloren gegangen sind oder theilweise im Besitze der betreffenden Familie blieben. 1780 kehrte W. nach Wien zurück, wo er sich verheiratete und in bequemen Verhältnissen lebte. Seine Compositionen geriethen nach und nach durch die grossen Werke Haydn’s und Mozart’s völlig in Vergessenheit, was W. mit vielem Gleichmuth mit ansah. Er starb am 26. August 1813. Seine gedruckten Compositionen sind: Messen für vier Stimmen, zwei Violinen, Alto, zwei Hoboen, zwei Trompeten, Pauken und Orgel, No. 1 und 2 (Wien, Haslinger). Offertorium für Tenor und Sopran und kleines Orchester, No. 1 und 2 (ibid.). Sechs leichte Hymnen für vier Stimmen, kleines Orchester (Wien, Leidesdorf). Sechs Sinfonien für zwei Violinen, Alto, Bass, zwei Hoboen und zwei Horne, op. 4 (Amsterdam, 1787, Paris Leduc). Drei idem, op. 10 (Paris, Sieber). Drei idem, op. 16 (ibid.). Quintett für Flöte, zwei Violinen, Alt und Bass (Wien, 1787). Sechs Quartette für zwei Violinen, Alt und Bass, op. 26 (Paris, Sieber). Sechs idem, op. 33 (Wien, Artaria). Sechs Trios, op. 11 und sechs idem, op. 19 (Paris, Sieber). Duos, liv. 1, 2 und 3 (Wien, Cappi, op. 22 Paris, Porro, op. 64 Paris, Monsigny). »Concertos pour clavecin, deux violons et violoncelle«, No. 1 und 2 (Wien, Cappi). »Quatuors pour clavecin, flûte, violon et violoncelle«, No. 1, 2, 3, 4 (Paris, Sieber). »Quatuors pour clavecin, violine, alto, basse«, op. 40, No. 1, 2, 3 (Leipzig, Peters). Viele Sonaten für Clavier, für Clavier und Violine und für Clavier, Violine und Violoncell bei André in Offenbach; Hamburg, Böhme; Mainz, Schott; Bonn, Simrock; Wien, Artaria. Ausserdem acht Fugensammlungen, Suiten, Tänze, kleine Stücke, Präludien, Fantasien, Cadenzen u. s. w. bei denselben Verlegern. W. hinterliess im Manuscript: 88 Sinfonien, 94 Quartette, 23 grosse und kleine Messen, 2 Requiems, 30 Salve Regina, 36 Offertorien, ein Stabat mater, das zu seinen besten gezählt wird und viele Concerte und concertirende Sinfonien.
5Wanningus oder Wanningius, Joannes Campensis, war Kapellmeister

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