Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 331

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879

34 lines. Read by computer on 12 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 325. See the scan on archive.org.

1denden Vesperrn, in welchen die reine Vocalmusik älterer und neuerer Zeit mit Glück cultivirt wird.
3Werneburg, Johann Friedrich Christian, Professor der Mathematik und Philosophie, wahrscheinlich zu Eisenach geboren, war gegen Ende des 18. Jahrhunderts Kollaborator am Lyceum zu Kassel, später lebte er in Gotha, zuletzt in Weimar. Ausser seinen philosophischen und mathematischen Schriften gab er heraus: »Allgemeine neue viel einfachere Musikschule für jeden Dilettanten und Musiker mit einer Vorrede von J. J. Rousseau« (Gotha, Stendal, 1812, in 4°, 115 Seiten).
5Werner, Christian, Cantor in Danzig ums Jahr 1646, ist nur bekannt durch »Motetti seu Concerti« (Königsberg i. Pr., 1646).
7Werner, Gregor Joseph, der Vorgänger von Joseph Haydn in dessen Stellung als Kapellmeister der fürstl. Esterhazy'schen Kapelle, war durch Decret vom 10. Mai 1728 zum Kapellmeister ernannt worden. Ueber seine Vergangenheit bis dahin ist nichts weiter bekannt geworden; doch scheint er ausgezeichnete Unterweisung in der Musik genossen zu haben, da er in seiner Stellung, sowohl als Dirigent, wie als Componist, ganz Bedeutendes zu leisten vermochte. Als ihm Haydn 1760 als zweiter Kapellmeister an die Seite gesetzt wurde, war er alt und kränklich geworden; dabei verbitterte ihn, der in der strengen Schule des alten Contrapunkts erzogen war, die neue Art der Instrumentalmusik, und so zog er sich grollend allmähig auf sein Arbeitszimmer zurück, nur mit der Composition beschäftigt. In der Zeit von 1759 bis 1765 schrieb er 16 Messen, 1 Requiem, 5 Salve Regina, 4 Regina coeli und 4 Alma redemptoris. Er starb am 3. März 1766 wie seine Grabschrift besagt »seines erlebten mühsamen und kränklichen Alters 71 Jahr«. Das von ihm verfasste Epitaphium lautet:
9Hier ligt ein Chor-Regent, der ein Gross Fürsten-Haus
10sehr viele Jahr bedient, nun ist die Musik aus.
11Er hatte grosse Plag mit Creuzl und B-moll,
12wust' endlich nicht wie, wo Ers resolviren sollt,
13Bis Er die Kunst erlernt nur in Geduld zu sein
14alsdann gab Er sich willig und ganz bereit darein.
15Dich aber grosser Gott!
16bitt Er in höchster Noth,
17du wollst die Dissonanzen
18von Ihm gesetzt zu frey
19Verkehrn in Consonanzen
20Durch seine Buss und Reu.
21Weil Er die letzt' Cadenz sodann ins Grab gemacht
22ist folglich all sein Müh zum guten Schluss gebracht.
23O Heiland nehm ihn auf zu deinem Himmels-Chor,
24Den nie ein Aug gesehn noch g'hört ein menschlich Ohr.
25Wann dannu die gross Posaunen one of two readings
26Wann dann die gross Posaunen one of two readings
27wird rufen zum Gericht,
28Mit aller Welt Erstaunen
29als dann verdamm ihn nicht.
30Dich aber frommer Wandersmann
31Ruff ich um ein Gebetlein an.
33Von seinen Compositionen sind nur einzelne weiter bekannt geworden, wie: »Symphoniae, senaequae Sonatae, priores pro Camera, posteriores pro Capellis usurpandae a 2 Violini et Clavichord«. »Zwei neue und extra lustige musikalische Tafelstücke«. »Der wienerische Tandelmarkt für eine Singstimme, 2 Violinen und Bass«. »Die Bauern-Richter-Wahl für fünf Singstimmen, 2 Violinen und Bass« (Augsburg). »Neuer und sehr curios musikalischer Instrumentalkalender. Partienweis mit zwei Violinen und Bass in die zwölf Jahrmonate eingetheilt und nach eines jeden Art und Eigenschaft mit Bizzarien und seltsamen Erfindungen« (Augsburg, 1748). Joseph Haydn hat sechs Fugen von W. mit Einleitungen für Streichquartett arrangirt und bei Artaria herausgegeben unter dem Titel: »VI Fugen in Quartetten auf zwei Violinen, Viola und Violoncell von G. J. Werner, Weyland Kapellmeister S. D. des Fürsten N. Esterhazy. Aus besonderer Achtung gegen diesen berühmten Meister neu herausgegeben von

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