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Scan 366
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879
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1Collegen gleich. Grosse unbestreitbare Verdienste hat sich W. endlich noch erworben durch seine erfolgreichen Bemühungen um die Erweiterung und Erhöhung der Leistungsfähigkeit seines Instrumentes, denn, wenn auch besondere Naturanlagen ihn hierbei begünstigen, so ist doch sein grosser, edler, voller Ton, seine eigenthümliche Behandlung der Doppel-Griffe, in welchen er ganze Cantilenen mit einer sich jeder Beschreibung entziehenden Wirkung vorträgt, und vieles Andere, was sein grossartiges hinreissendes Spiel vor allen Anderen auszeichnet, das Ergebniss eines ganz neuen, tiefdurchdachten Systems — wie dies schon von Professor Jules Ghymers vom Lütticher Conservatorium in einem, Wilhelmj’s Leistungen bei einem Concerte besprechenden grösseren Aufsatze als eines seiner hervorragendsten Verdienste anerkannt und eingehend erörtert worden ist. Hoffentlich wird W. selbst sich des Ausführlicheren hierüber noch vernehmen lassen.
3Wilisch, Christ. Friedrich, Dr. theol., Superintendent und erster Prediger in Freiberg, war zu Liebstadt bei Dresden am 21. Septbr. 1684 geboren und starb zu Freiberg am 2. Jan. 1759. Zwei seiner Dissertationen, welche musikgeschichtliches enthalten, haben folgende Titel: »De celebrioribus musicorum solidiori doctrina illustrium exemplis loco alicujus propemptici« (Annabergae, 1710, in 4°). »Oratio de prima currendae et chori symphoniaci institutione« (Freiberg, 1735, in 8°).
5Wilisch, Christian Gotthold, Sohn des Vorigen, geboren zu Annaberg, starb 1773 zu Freiberg, wo er Magister und Prediger an St. Nikolaus war. Er schrieb eine Abhandlung, deren Inhalt der Titel mittheilt: »Von den Posaunen und Trommeln und deren Gebrauch, sowohl bei dem öffentlichen Gottesdienst, als auch in Kriegsläufen und bei dem Polizeiwesen des Volks Israel, in einiges Licht zur Erkenntniss gesetzt« (Leipzig, 1760, in 4°, 56 S.).
7Wilke, Friedrich, Lehrer am Gymnasium, Musikdirektor und Organist an beiden Hauptkirchen zu Neu-Ruppin, einer der kundigsten Männer seiner Zeit im Fache des Orgelbaues, wurde am 13. März 1769 zu Spandau geboren, erhielt den ersten Unterricht in der Musik von seinem Vater und vom Organisten Neumann, dann im Generalbass vom Organisten Grosse und in der Composition vom Kapellmeister Kalkbrenner in Berlin, wo er, vom Vater zum Theologen bestimmt, das Gymnasium besuchte. Schon in seinem elften Jahre spielte er beim Gottesdienste mit Beifall die Orgel und konnte im 14. Jahre als Clavier- und Violoncellspieler in Concerten mitwirken. 1791 übernahm er, der Theologie entsagend, die Stelle des zweiten Organisten in Spandau. 1809 kam er als Lehrer und Organist nach Neu-Ruppin, führte hier den Gesangunterricht am Gymnasium ein, stiftete einen Singverein, veranstaltete grosse Musikaufführungen und wirkte durch Unterricht und fördernde Thätigkeit sehr segensreich. Er erhielt den Titel Königl. Musikdirektor und wurde 1821 zum Commissarius in Orgelbauangelegenheiten beeidigt. Auf diesem Gebiete erwies er sich noch als ganz besonders sachkundig und hat an vierzig Abhandlungen über Orgelwesen geschrieben, welche in der »Leipziger musikalischen Zeitung« veröffentlicht sind: Band 28, S. 97—113 (»Ueber den Verfall des Kirchengesanges«); Band 28, S. 801—825; Band 24, S. 727 und 751; Band 23, S. 625—641; Band 25, S. 149; Band 27, S. 263; Band 26, S. 673—689; Band 30, S. 65; Band 33, S. 653. In der »Cäcilia«: Band 9, S. 156—170; Band 12, S. 100—206; Band 16, S. 64. Ferner gab er die folgenden Abhandlungen separat heraus: »Beschreibung einer in der Kirche zu Perleberg im Jahre 1831 aufgestellten neuen Orgel« (Neu-Ruppin, 1832, in 8°, 43 S.). »Leitfaden zum praktischen Gesangunterricht, besonders auf dem Lande, nebst einer Abbildung des Octochords« (Berlin, Maurer, 1812, in 4°, 68 S.). »Beschreibung der St. Katharinenkirchen-Orgel in Neustadt zu Salzwedel« (Berlin, 1839, in 8°). »Beiträge zur Geschichte der neueren Orgelbaukunst« (Berlin, 1846, in 8°). »Ueber Wichtigkeit und Unentbehrlichkeit der Orgelmixturen und ihre Eintheilung« (Berlin, 1839, in 8°). 1829 erhielt W. bei Gelegenheit der Aufführung einer Cantate, die er
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