Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 383

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879

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1wirklicher Musiklehrer ernannt, in welcher Stellung er noch wirkt. Er versah nicht blos mit unermüdetem Eifer und erfreulichem Erfolge das ihm übertragene Lehramt, sondern war auch unermüdlich thätig in jeder Art von Composition. Seine Werke, deren er eine sehr grosse Anzahl schrieb, zeichnen sich durch Reinheit des Satzes, Lebendigkeit der Gedanken und Leichtigkeit in Handhabung des Contrapunktes aus. Leider sind nur die wenigsten im Drucke erscheinen. Sein nahmhaftestes Werk ist ein grosses, Sr. Majestät dem König Ludwig II. von Baiern gewidmetes, Requiem. Dasselbe wurde am 27. Juli 1875 im Dom unter Direktion des Kapellmeisters Kammerlander unter enthuasiastischer Anerkennung des künstlerischen Werthes dieses Meisterwerkes aufgeführt. Die hierüber erschienenen Recensionen erkennen es als ein glänzendes Zeugniss von der schöpferischen Begabung, wie von den gediegenen contrapunktischen Kenntnissen des Tonsetzers an und gestehen ihm eine ebenbürtige Stelle neben den bedeutendsten kirchlichen Meistern der Neuzeit zu. Se. Maj. König Ludwig II. verlieh ihm als Anerkennung seiner Verdienste um die Musik die goldene Ludwigs-Medaille für Wissenschaft und Kunst, welche ihm unter entsprechender Feierlichkeit am 8. Febr. 1876 überreicht wurde. Von seinen vielen Compositionen führen wir nur an: 3 Trauerchoräle für die Fastenzeit, 4 stimmig mit Begleitung. Kleine Messe in F mit Instrumentalbegleitung. Eine grosse Messe in C, instrumentirt. Missa Catharina, 4 stimmig. 14 Gradualien und Offertorien. 5 vierstimmige Gradualien und Offertorien. Vesperpsalmen. 6 Litaneien. 3 kleine Requiem. Die Mannesalter, mit Orchester. Feuer! mit Orchester. 12 Quartetten für gemischte Stimmen. 3 Streichquartetten. Larghetto für Cello und Clavierbegleitung. Ferner: »Harmonielehre«, 2 Bände, »Allgemeine Musiklehre«, »Generalbassübungen« sämmtlich bei Beck in Nördlingen.
3Winckler, Theophil Friedrich, Beamter des Artisten-Cabinettes der königl. Bibliothek zu Paris, geboren zu Strassburg 1771, starb am 26. Febr. 1807. Er war einer der Redakteure des »Magasin encyclopédique«, in welchem Journal er veröffentlichte: »Notice biographique sur Jean Chrysostome Wolfgang Théophile Mozart«, von welcher auch Separat-Abdrücke erschienen.
5Winneberger, Paul Anton, Componist und Violoncellist, ist 1758 zu Mergentheim an der Tauber im württembergischen Jaxtkreise geboren. Er zeigte schon als Knabe ein ungewöhnliches musikalisches Talent und hatte das Glück, in dem an der Stadtschule seiner Vaterstadt als Lehrer angestellten früheren Jesuiten, Magister Heilig, einen sorgsamen Pfleger seiner wissenschaftlichen wie auch künstlerischen Anlagen zu finden. Dieser war nicht nur ein Freund der Musik, sondern spielte auch mehrere Instrumente und hat ausser W. noch eine Anzahl tüchtiger Musiker gebildet. Bereits in seinem neunten Lebensjahre fand W. eine Anstellung als Hofaltist zu Mergentheim mit einem Gehalt von hundert Thalern, vier Maltern Korn und zwei Eimern Wein. Im vierzehnten Jahre versah er schon den Orgeldienst in der Kirche der Dominikaner, von deren einem er dagegen Unterricht im Clavierspiel erhielt. Nachdem er, siebzehn Jahre alt, seine Stimme verloren, widmete er sich dem Studium der Theologie und besuchte zu diesem Zwecke die Universitäten Würzburg und Heidelberg; nach Absolvirung desselben aber empfahl der Magister Heilig den zwanzigjährigen Jüngling nach Mannheim, wo er alsbald die Stelle eines Lehrers am Musikseminar und eines Organisten an der grossen Jesuitenkirche erhielt. Diese Stadt, zu jener Zeit ein Sammelplatz künstlerischer Notabilitäten, gewährte W. reiche Gelegenheit, sich in seiner Kunst weiter zu bilden; im Verkehr mit dem Theoretiker Vogler und dem Componisten Holzbauer vervollkommnete er sich als Tonsetzer; der erstere besuchte ihn häufig auf seiner Orgel und gab ihm Fugenthemata zur improvisirten Bearbeitung auf. Zu dem Geiger Czarth, bekannt durch seine langjährigen Beziehungen zu Friedrich d. Gr. sowohl in Rheinsberg, als auch nach dessen Thronbesteigung in Berlin, stand er in engem Freundschaftsverhältniss bis zum Tode dieses Veteranen im Jahre

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