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Scan 384
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879
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11780. Vom Concertmeister Fränzl erhielt er Violinunterricht, doch nur kurze Zeit, da dieser selbst ihn veranlasste, das in der damaligen Mannheimer Hofkapelle schwach vertretene Violoncell zu seinem Hauptinstrument zu machen. W. sollte diesen Schritt nicht bereuen, denn als bald darauf der erste Violoncellist Danzi eine grössere Kunstreise unternahm, wurde er zum Ersatz für denselben als Accessist in der Hofkapelle angestellt.
3Die eigentlich fruchtbare Epoche von Winneberger's Künstlerlaufbahn begann 1780, wo er nach dritthalbjährigem Aufenthalt in Mannheim als Violoncellist und Direktor der Jagd- und Tafelmusik in das Hoforchester des kunstliebenden Fürsten von Wallerstein berufen wurde. Schwerlich würde er die überaus anregende künstlerische Tätigkeit, die ihm hier inmitten einer grossen Zahl ebenbürtiger Collegen ermöglicht wurde, verlassen haben, wenn nicht die politischen Stürme, die wenige Jahre später Europa durchbrausten, ihr ein gewaltiges Ende gemacht hätten. W. wurde in jener unruhigen Zeit nach Hamburg verschlagen und fand hier, wenn auch keine feste Anstellung, so doch einen befriedigenden Wirkungskreis als Lehrer, hauptsächlich des Clavierspiels, zeitweilig auch als Violoncellist im Orchester des französischen Theaters. Im Uebrigen war sein Hamburger Aufenthalt nicht frei von schweren Prüfungen: ein Beinschaden, den er sich schon in frühesten Jugend durch einen unglücklichen Fall und darauf folgende Operation zugezogen, verschlimmerte sich während seiner letzten Lebensjahre und führte endlich am 8. Febr. 1821 seinen Tod herbei. Als Componist war W. sehr geschickt in der Anlage, stets gründlich in der Ausführung, aber im allgemeinen stenger als es der herrschende Geschmack vertrug. Als ein bleibendes Denkmal seiner pädagogischen Fähigkeiten hat er eine Reihe von Uebungsstücken für Anfänger im Clavierspiel hinterlassen, die er, progressiv geordnet, auf den dringenden Wunsch seines Schülers Clasing, bei Cranz in Hamburg veröffentlichte. Ausserdem erschienen von ihm im Jahre 1800 drei Streichquartette bei André in Offenbach, zwei Concerte für Violoncell und Orchester bei Schott in Mainz und drei Sonaten für Clavier, Flöte und Violoncell, op. 7, bei Böhme in Hamburg. Eine 1802 von ihm in Haumburg aufgeführte Cantate zur Neujahrsfeier: »An das biedere Hamburg« ist ungedruckt geblieben.
5Winnigsteten, Elias, Orgelbauer des 16. Jahrhunderts, baute eine Orgel in Halberstadt von 27 Registern. Die Disposition von diesem Werk befindet sich in dem Buche von Prätorius: »Syntagma musicum«, Thl. II, S. 18.
7Winslow, Jacob Christian, berühmter Anatom, geboren am 2. April 1669 zu Odensen auf der Insel Fioni in Dänemark, studirte in seinem Vaterland, bereiste dann Deutschland, Holland und lebte einige Zeit in Paris. 1732 veröffentlichte er sein bedeutendstes Werk: »Anatomische Darstellung des menschlichen Körpers«. Auch gehört zu seinen Schriften: »Dissertatio quid musica in affectus valeat« (Haffnie, 1742).
9Winter, Johann Adam, Chorregent am Collegiatstifte Johannes des Täufers zu Vilshofen in Niederbaiern, lebte im Anfang des 18. Jahrhunderts und componirte eine Anzahl von Werken für Kirchenmusik, von denen das dritte unter dem Titel: »Musikalisches Blumen-Cräntzlein, 12 geistliche deutsche Arien von einer Singstimme nebst verschiedenen Instrumenten« durch den Druck Verbreitung gefunden hat.
11Winter, Johann Christian, Cantor und Musikdirektor, erst in Celle, dann in Hannover, ist am 3. März 1718 in Helmstädt geboren. Er war Mitglied der um Mitte des vorigen Jahrhunderts wirkenden Mitzler'schen Societat der musikalischen Wissenschaften und hat folgende Werke veröffentlicht: 1) »Dissertatio epistolica de Musices peritia theologo neque dedecora neque inutile« (Celle, 1749). 2) »Dissertatio epistolica de eo quod sibi invicem debent Musica, Poetica et Rhetorica artes iucundissimae« (Hannover, 1764). 3) »De cura principum et magistratuum piorum in tuendo et conservando cantu ecclesiastico, eodem
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