Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 399

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879

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1häuser zu Krakau und Fiume und dann in die Ingenieur-Akademie zu Klosterbruck bei Znaim in Mähren. 1863 am 1. September wurde er zum Lieutenant ernannt und stand bis zum Jahre 1865 abwechselnd zu Verona, Venedig, Peschiera, Vallegio etc. in Garnison. 1865 bestand er die Prüfung zur Aufnahme in die K. K. Kriegsschule behufs Einreihung in den Generalstab, und machte im darauf folgenden Jahre den Feldzug der Oesterreichischen Nordarmee als dem Generalstabe zugetheilter Offizier im Hauptquartier des damaligen Feldmarschall-Lieutenants Baron von Gablenz mit. Schon während er in Verona in Garnison stand hatte er Gesangstudien bei Bombardi gemacht und mit Erfolg in dem unter dem Protectorat des damaligen Armee-Commandanten, Feldzeugmeister Ritter von Benedeck, stehenden Offizier-Casino öffentlich vor einer zahlreichen Zuhörerschaft gesungen. Der Ausgang des Krieges 1866 bewog ihn, die Militär-Laufbahn zu verlassen und dem Rathe kunstverständiger Freunde folgend, systematischen Gesang- und Musikunterricht zu nehmen. Nachdem seine Gesangstudien bei Professor Uffmann in Wien einen sehr gedeihlichen Verlauf genommen hatten, legte er Anfangs September 1867 seine Militärcharge nieder und gastirte am 16. September zu Rudolfsheim bei Wien, unter der Direktion Sachse, ging dann im November nach Graz, wo er als Faust mit sehr gutem Erfolge gastirte und nach der zweiten Partie (Vasco de Gama) durch den anwesenden Regisseur Schloss für die königl. Oper in Dresden engagirt wurde. Während der ersten Jahre dieses Engagements studirte er noch fleissig bei Risse und Kammermusikus Thiele und ging nach dem Theaterbrande 1869 nach Paris, um die Unterweisung Roger’s zu geniessen und machte solche Fortschritte, dass er seitdem die Stelle eines ersten Heldentenor am Dresdener Hoftheater mit Auszeichnung ausfüllte. Auch als Concert- und Oratoriensänger errang er in den grössern Städten Deutschlands bedeutende Erfolge. Seine bedeutendsten Partien sind: Lohengrin, Tannhäuser, Walther von Stolzing, Raoul, Fra Diavolo, Edgardo, Florestan u. s. w. Am 1. October 1877 ging er an das Hoftheater in Schwerin, dem er seit dem 31. Januar 1878 als wirkliches Mitglied angehört. Hier reihte er unter anderen auch die Partien des Siegmund und Siegfried in Wagner’s »Nibelungenring« seinem Repertoire ein. Nachdem er bereits früher vom Kaiser von Oesterreich und dem Herzog von Altenburg durch Ordensverleihungen ausgezeichnet worden war, ist er jetzt auch zum Herzogl. Sächsischen Kammersänger ernannt. Witt gehört zu den vortrefflichsten Sängern der Gegenwart. Seine kräftige, wohlgeschulte Tenorstimme, wie sein durchdachtes Spiel stellen ihn in die erste Reihe der Heldentenöre der Gegenwart.
3Witt, Theodor de, geboren am 9. Novbr. 1823 zu Wesel, wo sein Vater Organist war. Da er früh Talent zu Musik zeigte, nahm sich seiner auch der Gymnasial-Direktor Bischoff an, der ihn im Clavierspiel unterrichtete; vom Vater erhielt er Orgelunterricht und bald konnte er diesen in seinem Amte vertreten. 1839 kam Liszt nach Wesel und da auch ihn die Begabung des jungen de Witt lebhaft interessirte, so gab er ein Concert für ihn, dessen Ertrag es ihm möglich machte, nach Berlin zu gehen und dort seine Studien fortzusetzen. Hier genoss er den Unterricht von Professor Dehn und wurde später von diesem der Gesanglehrerin Zimmermann empfohlen, deren Gesangverein er am Flügel leitete. Hier erhielt er auch Anregung seine bekannten Frauenchöre zu componiren. Am 13. April 1846 wurde er von einem Blutsturz befallen, dessen üble Folgen zu verhüten, nach ärztlichem Rath einen Aufenthalt in Italien nötig machte. Die Mittel dazu gewährte der König Friedrich Wilhelm IV., wobei de Witt die Verpflichtung übernahm, nach Schätzen des altitalienischen Kirchengesanges zu forschen. Ungeachtet seiner geschwächten Gesundheit entsprach er dieser Anforderung so weit er nur konnte und bereitete eine Ausgabe der Palestrina’schen Motetten vor, von der drei Bände nach seinem Tode erschienen. Leider vermochte auch Italien seiner geschwächten Gesundheit nicht aufzuhalten, er starb am 1. December 1855. Seine Compositionen be-

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