Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 401

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879

6 lines. Read by computer on 12 September 2026. Printed page 395. See the scan on archive.org.

119. August 1750, kam 1759 nach Erfurt, um als Clavierspieler von Professor Jac. Adelung seine Ausbildung zu erhalten, dessen 123. Clavier-Schüler er war. Nach beendeten Studien hielt er sich in Kurland, Hamburg und Berlin 1792 bis 1793 als Clavierlehrer auf. Hierauf kam er als Organist an die Jakobikirche in Lübeck, starb aber daselbst bereits am 7. März 1802. Herausgegeben sind von seinen Werken: »Sechs Sonaten für Clavier« (Hamburg, 1783). »Samm lung vermischter Clavier- und Singstücke« (ebenda 1786). »Sechs Sonaten für Clavier«, op. 2 (ebenda 1788). Ferner hat er die Löhlein’sche Clavierschule nebst Anweisung zum Generalbasse mit bedeutenden Verbesserungen in fünfter Auflage herausgegeben (Leipzig und Züllichau bei Frommans Erben, 1791). »Sechs Claviersonaten für Liebhaber und angehende Clavierspieler«, 1. Sammlung (Berlin, 1792). »Sechs Claviersonaten für Liebhaber u. s. w.«, 2. Sammlung (1793).
3Witting, Carl, Componist und Musikdirektor, ist am 8. Septbr. 1823 in Jülich geboren, wo sein Vater, ein mit hohen Orden geschmückter aber mittelloser Soldat, den Landwehrkreis verwaltete. In Aachen, wohin derselbe ein Jahr später versetzt wurde, erhielt W. seine erste Erziehung, begann hier auch früh neben seinen Schulpflichten das Geigenspiel zu üben und brachte es ohne methodischen Unterricht auf diesem Instrument so weit, dass er mit dem vierzehnten Jahre als zweiter Geiger in das städtische Theaterorchester eintreten konnte. Von nun an hatte er keinen anderen als den Musikerberuf im Auge; sein Eifer für die Kunst wurde genährt durch die Eindrücke eines 1841 unter Spohr’s Leitung stattfindenden niederrheinischen Musikfestes, sowie durch die Bekanntschaft mit dem Beethoven-Biographen Schindler, welcher einige Zeit als städtischer Musikdirektor in Aachen wirkte, und dem jungen W. mancherlei Anregung gewährte, ohne jedoch ihm regelmässigen Unterricht zu ertheilen. So lebte er, künstlerisch fast ganz auf sich angewiesen, bis zum Jahre 1847, wo er auf Veranlassung eines älteren Kunstgenossen diesem nach Paris folgte. Ohne hinreichende Existenzmittel hier angelangt, musste er froh sein, bald nach seiner Ankunft eine Stelle als Chorist an der Grossen Oper zu finden, eine Beschäftigung, die ihn zwei Jahre fesselte und ihn musikalisch um so mehr förderte, als er hier Gelegenheit hatte, die bedeutendsten Meister der französischen Opernbühne: Auber, Halévy, Adam, Meyerbeer, Clapisson (in dessen Oper »Jeanne la folle« W. sogar eine kleine Rolle zu singen hatte) beim Einstudieren ihrer Werke zu beobachten. Einen weiteren Vortheil brachte ihm seine schöne Tenorstimme dadurch, dass er bald darauf als Sänger an der Madeleine-Kirche angestellt wurde, welche sich durch die liebevolle Pflege des gregorianischen Gesanges und der katholischen Figuralmusik vor allen anderen Pariser Kirchen auszeichnete — freilich nur bis zur Revolution von 1848, wo nur noch die Basssänger für das Rituale im Amte blieben, alle übrigen aber entlassen wurden, mit ihnen W., nachdem er sich noch an der Ausführung der solennen Todtenmesse für die Gebliebenen der Revolution betheiligt hatte. Auch das Theater verliess er bald darauf, da die Monotonie des Repertoires der Grossen Oper geisttödend auf ihn wirkte; dagegen suchte er sich wieder als Geiger und als Componist geltend zu machen, zu welchem letzteren Berufe er sich unter der Leitung des damals in Paris ansässigen, später als Musikdirektor nach Bern berufenen Reichel trefflich vorbereitet hatte. Anfangs hatte er auch in dieser neuen Laufbahn mit Hindernissen aller Art zu kämpfen, musste Noten copiren und im Orchester des Theater de la Gaité einen kümmerlichen Erwerb suchen; nach Jahresfrist aber verbesserten sich seine Verhältnisse, es sammelte sich um ihn ein Schülerkreis, und nachdem er das Glück gehabt, den 1854 vom Herzog von Caraman ausgeschriebenen Preis für ein Clavierquartett zu erhalten, befestigte sich seine Stellung derart, dass er einer künstlerisch wie materiell befriedigenden Zukunft entgegensehen durfte.
5Gleichwohl konnte W. der Sehnsucht nach der Heimat auf die Länge nicht widerstehen und verliess 1855 Paris mit der Absicht, seine musikalische

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.