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Scan 402
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879
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1Laufbahn in einer deutschen Stadt fortzusetzen. Zunächst wandte er sich nach Berlin, ohne jedoch hier eine bleibende Stätte zu finden. Nicht besser ging es ihm in Hamburg, wo er, behufs Aufführung seiner inzwischen vollendeten Oper »Das Jägerfest« längere Zeit verweilte, bis die 1858 dort ausgebrochene Börsenkrisis ihm jede Aussicht auf eine lohnende Tätigkeit raubte und ihn veranlasste, einer Einladung nach Glogau zu folgen. Das anregende musikalische Leben dieser Stadt konnte W., der hier alsbald einen Wirkungskreis fand, volle zwei Jahre hindurch künstlerische Befriedigung gewähren; da er jedoch im Verlaufe dieser Zeit einsehen musste, dass die Beschränktheit der Mittel einer kleinen Stadt eine auch nur annähernde Verwirklichung seiner idealen Bestrebungen nicht gestattete, so nahm er die 1861 an ihn ergangene Aufforderung, an die Spitze der Symphoniecapelle in Dresden zu treten, ohne Zögern an und siedelte im September desselben Jahres dahin über. Die Tätigkeit, welche W. hier als Dirigent entfaltete, war eine für die Kunst höchst erspriessliche; unter den, dem Dresdener Publikum grösstentheils noch unbekannten Werken älterer und moderner Meister, welche er in meist gelungener Ausführung an die Öffentlichkeit brachte, seien hier nur die Symphonien von Rubinstein (Ocean), Raff (Preissymphonie), Liszt (Les préludes), sowie das sofort nach Erscheinen der Partitur aufgeführte Vorspiel zu R. Wagner’s »Tristan und Isolde« erwähnt. Zum Bedauern der ernsten Musikfreunde Dresdens zog sich W. 1865 von der Symphoniecapelle zurück, weil dieselbe auf dem Wege eines Actien-Unternehmens ihrem ursprünglichen idealen Zwecke entfremdet werden sollte, doch gab er seinen Wohnsitz in Dresden nicht auf und hat fortgefahren, sich dort musikalisch, namentlich als Lehrer zu bethätigen. — Von seinen Werken sind im Druck erschienen: 1) Sechs Hefte Uebungsstücke für Violine (Offenbach, André). 2) »Die Kunst des Violinspiels«, eine Sammlung von Werken der grossen Violin-Meister aller Zeiten, in acht Bänden (Wolfenbüttel, Holle). 3) Sonate für Clavier und Violoncell (Leipzig, Breitkopf & Härtel). Ferner im Selbstverlag: »Die alte Schule«, Sammlung von Violinduetten älterer Meister, von Haydn bis Krommer, acht Hefte, sowie mehrere Hefte Lieder und Clavierstücke. Von Witting’s Manuscripten verdienen die folgenden Erwähnung: 1) »Der blinde König«, Ballade von Uhland, für Männerchor und Soli mit Orchester. 2) Der 43. Psalm für gemischten Chor und Soli mit Orchester. 3) Musik zu einem bei der Körnerfeier in Dresden 1863 aufgeführten Melodrama. 4) »Das Jägerfest«, Oper in einem Act. 5) »Der Liebesring« (desgl.). 6) »Die Lotterie«, Oper in drei Acten.
3Wittmann, Rob., geboren am 6. Decbr. 1804, in Dresden, besuchte in den Jahren 1818—1822 die Kreuzschule daselbst, widmete sich dann aber ganz der Musik. Nachdem er längere Zeit ernsten Pianofortestudien sich unterzogen, bildete er sich unter Fr. Kummer zu einem geschmackvollen Cellospieler. 1839 siedelte er nach Leipzig über, hauptsächlich mit Clavier- und Compositionsunterricht beschäftigt. Bekannt und beliebt sind namentlich seine Arrangements und seine leicht fasslichen theoretischen Werke.
5Wittmann, Th., s. Wächter.
7Wittstock, Johann, geboren zu Dorpat in Wolhinien gegen 1681, besuchte die Universität Wittenberg und veröffentlichte als Student folgende Abhandlung: »Disputatio physica de sono ejusque ortu, progressu et interitu« (Witebergae, typis Johannes Willici, 1681, in 4°, 28 S.).
9Wliceck, Carl, Lehrer des Violinspiels in Prag und erster Violinist am Nationaltheater daselbst, ist in Prag 1794 geboren. Er gab eine Violinschule in böhmischer Sprache heraus: »Wyzkaumanda Wygaedrene Tagnosti houst« (Prag, 1833, gr. in 4° oblong.), welche auch in einer deutschen Uebersetzung erschien.
11Woczitka, Franz Xaver, ausgezeichneter Violoncellist, wurde gegen 1730 in Wien geboren, trat 1756 in den Dienst des Herzogs von Mecklenburg-Schwerin und später in die Kurfürstl. Kapelle zu München, wo er 1797 starb.
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