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Scan 404
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1879
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1sache gewesen sein, dass die Angaben über Wölfl's ferneres Leben und Wirken sich in auffallender Weise widersprechen. Nach einigen soll er im letztgenannten Jahre zum Musiklehrer der Kaiserin Josephine ernannt worden und dieser nach ihrer Trennung von Napoleon I. in ihr Schweizer-Exil gefolgt sein; bald darauf aber, durch die ländliche Einsamkeit unbefriedigt, auf diesen ehrenvollen Posten und die damit verbundene lebenslängliche Versorgung verzichtet, und sich nach England gewandt haben. Fétis erwähnt diese Thatsache nicht, berichtet dagegen, dass W. um dieselbe Zeit eine für ihn nichts weniger als vortheilhafte Verbindung mit dem deutschen Sänger Elmenreich eingegangen sei; dieser habe zu jener Classe von Menschen gehört, denen bei ihrem Bestreben, sich die Glücks göttin geneigt zu machen, jedes Mittel recht ist, und er sei auf diese Weise während eines Aufenthaltes in Brüssel mit seinem Kunstgenossen bei Gelegenheit eines Hazardspieles in die bedenklichste Lage gerathen. Wie dem auch sei, so scheint es sicher, dass die beiden Virtuosen 1805 in London ankamen und dass W. bestrebt gewesen ist, die ihm in früheren Jahren so reichlich gespendete Gunst des Publikums aufs Neue zu erringen — zum Theil mit Erfolg, denn seine Claviercompositionen fanden wiederum guten Absatz, auch gelang es ihm, seine Musik zu dem Ballet »La surprise de Diane« im Haymarket-Theater zur Aufführung zu bringen. Dagegen fehlen alle Nachrichten über seine Aufnahme von Seiten der guten Gesellschaft Londons, in welcher er als gewandter Welt- und Lebemann in früheren Jahren eine glänzende Rolle gespielt hatte. Seine Vereinsamung wurde schliesslich eine so vollständige, dass nicht einmal die Nachricht von seinem Tode die Theilnahme für ihn wieder zu erwecken im Stande war. Die Angaben über den Zeitpunkt desselben schwanken zwischen 1811 und 1814, jedoch stimmen seine Biographen darin überein, dass der Künstler in einem Dorfe bei London im tiefsten Elend gestorben ist.
3Von Wölfl's Werken sind ausser den genannten dramatischen und einer Operette »Das trojanische Pferd« die folgenden in die Oeffentlichkeit gelangt: 1) Zwei Claviersonaten, op. 1 (Offenbach, 1795). 2) Drei Sonaten für Clavier und Violine, op. 2 (Wien, 1796). 3) Drei Claviersonaten, op. 3 (Wien, 1797). 4) Drei Streichquartette, op. 4 (Wien und Offenbach, 1798). 5) Drei Sonaten für Clavier, Violine und Violoncell, op. 5 (Augsburg, 1798). 6) Drei Claviersonaten, op. 6, desgl., Beethoven gewidmet 7) Drei Claviersonaten, op. 7 (Wien, 1799). 8) Drei Sonaten für Clavier und Violine, op. 9 (Augsburg, 1800). 9) Sechs Streichquartette, op. 10 (Leipzig, 1799 und 1800). 10) Drei Sonaten für Clavier und Flöte, op. 11 (ebenda 1800). 11) Drei Sonaten für Clavier und Violine nach Themen aus Haydn's »Schöpfung«, op. 14 (ebenda 1801). 12) Sonate für Clavier und Flöte, op. 13 (1801). 13) Drei Claviersonaten, op. 15 (1802). 14) Drei Sonaten für Clavier, Violine und Violoncell, op. 16. 15) Claviersonate zu vier Händen, op. 17. 16) Drei Claviersonaten zu vier Händen, op. 22. 17) Drei Trios für Clavier, Violine und Violoncell, op. 23. 18) Drei progressive Sonaten für Clavier und Violine, op. 24. 19) Grosses Trio für Clavier, Violine und Violoncell, op. 25. 20) Claviersonaten, op. 27. 21) Phantasie und Fuge für Clavier, op. 28. 22) Drei Streichquartette, op. 30. 23) Grosses Duo für Clavier und Violoncell, op. 31. 24) Claviersonate mit Introduction und Fuge (in No. 12 des 1807 bei Nägeli in Zürich erschienenen Clavier-Repertoires). 25) Drei Claviersonaten, op. 33. 26) Non plus ultra, grosse Sonate für Clavier, op. 41. Ferner sieben Concerte für Clavier und Orchester, von denen die drei ersten in Paris, das vierte (Grand concerto militaire) in London bei Clementi und in Offenbach bei André, das fünfte (Le coucou) ebenda und in Leipzig bei Breitkopf & Härtel, das sechste (Le calme) ebenda und das siebente (Concerto di camera) in Offenbach bei André erschienen. Endlich zwei Symphonien für grosses Orchester, op. 40 und 41 (Leipzig bei Breitkopf & Härtel), fünfzehn Werke Clavier-Variationen, und für Gesang ein- und zwanzig Hefte Lieder mit Clavierbegleitung und eine vierstimmige Hymne
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